Spielerstreik in der 1. Division droht

Wien (KMfB/ÖGB). Die Fachgruppe Vereinigung der Fußballer in der Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe (KMfB) hat gegenüber der Bundesliga immer wieder ihre Bereitschaft zur Mitarbeit im Bereich der Nachwuchsförderung betont. Fachgruppen-Sekretär Dr. Rudolf Novotny: "Wir sind auch gerne bereit, Regelungen mitzutragen, die für die sportliche Weiterentwicklung jüngerer Spieler zweckdienlich erscheinen. Mit dem von der Bundesliga einseitig festgelegten verpflichtenden Einsatz der irrealen Anzahl von fünf Spielern mit einem gewissen Alterslimit wird den jüngeren Spielern aber nicht geholfen, sondern ihnen eher ein Schaden zugefügt.++++ Die Spielervertreter der Vereine der 1. Bundesliga haben sich aus folgenden Gründen geschlossen gegen eine solche Regelung ausgesprochen:
In der abgelaufenen Saison waren 14 Spieler des Jahrgangs 1977 im Kader der Vereine vertreten. Jünger waren 42 Spieler, davon nicht alle Österreicher. Es waren also bisher gerade so viele Spieler überhaupt nur im Kader vertreten, wie sie in Zukunft zum Einsatz kommen sollen. Ob alle diese Spieler bereits in der Lage sind, permanent in der zweithöchsten Spielklasse zum Einsatz zu kommen, möge dahingestellt bleiben.
Selbst wenn die Anzahl junger Spieler im Kader noch weiter erhöht wird, ergibt sich praktisch für die wirklichen Talente überhaupt kein Konkurrenzkampf. Mit der unangemessenen Sonderstellung der jüngeren Spieler geht jeglicher Leistungsdruck verloren. Wenn man von Markus Hiden absieht, der immerhin letztes Jahr beim DSV
Leoben spielte, hat kein einziger Spieler der 1.Bundesliga den Sprung zu einem Verein der max.Bundesliga geschafft. Das
sportliche Niveau der 1.Bundesliga wird mit dieser Regelung um nichts besser, und somit wird den jungen Spielern jegliche Perspektive genommen, selbst wenn sie jetzt zum Einsatz kommen. Ähnliche Versuche in anderen Ländern sind gescheitert. Nachdem die Vereine der 1. Bundesliga nicht über eine derartig hohe Anzahl von jungen konkurrenzfähigen Spielern verfügen, ist diese Regelung auch wirtschaftlich nicht vertretbar. Ablösezahlungen an die max.Bundesligaklubs bzw. Ausbildungsentschädigungen an unterklassige Vereine sind die Folge und führen zu neuerlichen Kostensteigerungen. Novotny: "Und zuletzt noch ein Argument,
welches eigentlich an erster Stelle stehen sollte. Es ist uns völlig unverständlich, weshalb die Meinung der Trainer in dieser Sache völlig unberücksichtigt bleibt."
Die Spielervertreter aller Vereine haben daher beschlossen, unter diesen unhaltbaren Voraussetzungen die Meisterschaft nicht zu beginnen. "Wir möchten aber betonen, dass wir noch immer kurzfristig auf eine Konsenslösung hoffen. Jedenfalls muss festgestellt sein, dass nur unter Einbeziehung der sportlichen Leiter der Vereine und der Spieler langfristige Konzepte zur Nachwuchsförderungen erarbeitet werden müssen", so Novotny.

ÖGB, 1. JULI 1999 NR. 343

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