Hohe Sicherheit der österreichischen Seilbahnen und Lifte - Sicherheitsvorkehrungen werden laufend verbessert

Wien (OTS) - 526 Millionen Personenbeförderungen haben die österreichischen Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifte 1997/98 durchgeführt - zum Vergleich: die Österreichischen Bundesbahnen beförderten im selben Jahr 285 Millionen Menschen. Und die 3.243 Seilbahn- und Liftanlagen sind besonders sichere Massenverkehrsmittel: Transportunfälle sind äußerst selten und in den meisten Fällen die Folge von Fehlverhalten einzelner Passagiere. Der letzte Seilbahnunfall, bei dem ein Todesopfer zu beklagen war, liegt mehr als sechs Jahre zurück. Es handelte sich dabei um einen Gondelzusammenstoß im Pitztal im Jahr 1993, der auf menschli-ches Versagen zurückzuführen war. In Österreich ist noch nie ein Tragseil geris-sen. "So sehr wir den heutigen Unglücksfall in Grenoble bedauern, sollte man diese Tatsachen doch nicht aus den Augen verlieren", sagt der Geschäftsführer des Fachverbands der Seilbahnen, Dr. Erik Wolf.

Die technische Sicherheit der Anlagen und die Betriebssicherheit der Seilbahnen beruht auf einem vernetzten System, bei dem periodische und zusätzlich schwerpunktmäßige amtliche Überprüfungen die von den Unternehmen selbst (täglich, wöchentlich, monatlich und jährlich) durchzuführenden Prüfungen ergänzen. Für den Bereich Seile gibt es vom Verkehrsministerium ein detailliertes Regelwerk, das die Konstruktion, die Dimensionierung und die Befestigung der Seile ebenso vorschreibt wie deren Überwachung und Wartung. Die für Seilbahnen und Sessellifte geltende Seilbahnüberprüfungs-Verordnung sieht alle fünf Jahre eine umfassende externe Prüfung durch unabhängige Sachverständige vor. Geprüft werden Technik, Elektrotechnik und Betriebssicherheit. Ähnliches gilt auch für Schlepplifte. Hierzu kommen die in den Betriebsvorschriften für die einzelnen Anlagen jeweils festgelegten Prüfungen durch die Seilbahn-oder Liftbetreiber selbst. Wesentliche technische Funktionen und Einrichtungen müssen täglich vor Inbetriebnahme der Anlage kontrolliert werden; standardisierte Wartungsarbeiten sind in Monatsabständen durchzuführen.

Zusätzlich führt die Aufsichtsbehörde sogenannte "Schwerpunktprüfungen" durch. Dies geschieht insbesonders dann, wenn neue Erkenntnisse über Gefahrenquellen oder mögliche Sicherheitsverbesserungen gewonnen wurden. "Bei einem derartigen Verkehrsvolumen sind Unfälle leider nicht gänzlich zu verhindern. Jeder Unfall kann aber auch dazu beitragen, die aktiven Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern", erläutert Dr. Erik Wolf vom Fachverband der Seilbahnen: Jeder Fall wird rekonstruiert, analysiert und auf mögliche allgemeine Schlüsse überprüft. Ein strenges und umfassendes System von Meldepflichten stellt die lückenlose Erfassung aller Vorfälle sicher. Das Verkehrsministerium als Aufsichtsbehörde und der Fachverband können daraus weitere Erkenntnisse zur Verbesserung der Unfallvorbeugung ziehen und umsetzen. Der überwiegende Teil der Unfälle ist jedoch nicht auf technische Ursachen, sondern - wie im Wintersport generell - auf Fehlverhalten des einzelnen zurückzuführen.

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Dr. Erik Wolf, Fachverband Seilbahnen,
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Fax 01/502 06-242

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