Legale Stoffe und illegale Drogen in NÖ Schulen

Bauer: Bei illegalen Drogen sind Cannabisprodukte an der Spitze

St.Pölten (NLK) - Landesrat Dr. Hannes Bauer stellte heute die repräsentative Befragung nach dem Konsum und Mißbrauch legaler Substanzen und illegaler Drogen des Institutes für Sozial- und Gesundheitspsychologie (ISG) vor, als dessen verantwortlicher Autor Dr. Karl Bohrn wirkte. 1.899 niederösterreichischen Schülerinnen und Schülern aller Typen - eine Ausnahme bildete nur die Allgemeine Sonderschule - zwischen 13 und 18 Jahren wurden befragt. Dabei hatten die Kandidaten in zwei Stunden 338 Fragen zu beantworten, ohne daß LehrerInnen anwesend sein durften.

Die wichtigsten Ergebnisse, kurz zusammengefaßt: Die Erfahrungen mit legalen Substanzen und illegalen Drogen gehören sozusagen zusammen, machte Bauer aufmerksam. 35,4 Prozent der Jugendlichen würden täglich oder mehrmals pro Woche rauchen, wobei es keine Differenzierung nach Geschlechtern gebe. Etwa 20 Prozent davon greifen täglich nach mehr als zehn Zigaretten. Erfahrungen mit Alkohol machten 83,9 Prozent, wobei der häufige Konsum bei Burschen mit dem Alter stark ansteigt, bei Mädchen dagegen nach dem 16. Lebensjahr wieder zurückgeht. Die Wahrscheinlichkeit, häufig Alkohol zu trinken, war bei süchtigen Rauchern dreimal so hoch wie bei anderen Jugendlichen. Bei den Medikamenten liegen Schmerz- und Beruhigungstabletten vor anregenden und appetithemmenden Mitteln vorne, wobei eher die Mädchen solche Präparate zu sich nehmen.

Über 90 Prozent des illegalen Drogenkonsums beziehen sich auf Hanfprodukte, sagte Bauer weiter. 15,1 Prozent der Burschen und 12 Prozent der Mädchen haben Cannabisprodukte zumindest einmal probiert. 24,2 Prozent der Jugendlichen wurden Cannabisprodukte schon einmal angeboten, merkte Bauer an, und da führe die Neugierde unter Umständen zur Regelmäßigkeit. Aber nur 5,6 Prozent sind zumindest einmal pro Woche Haschischraucher. 3,8 Prozent der Befragten geben an, selbst einmal Ecstasy probiert zu haben. LSD, Rohypnol, Heroin und Kokain finden sich nur bei 1,3 bis 1,7 Prozent, doch ist anzumerken, daß die Befragten vor allem zu den Gelegenheitskonsumenten zählen, die noch zum Schulalltag gehören. Burschen haben jedenfalls einen größeren Zugang zu den illegalen Drogen als Mädchen, ausgenommen vielleicht Rohypnol, wo sich die Unterschiede verwischen.

Immer häufiger haben, was die Drogenaufklärung betrifft, die Medien eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft. Danach folgen die Freunde und Bekannten. Immerhin sind 8,8 Prozent auch noch im Alter von 17 Jahren und mehr Totalablehner jeglicher Substanzen. 67,1 Prozent lehnen illegale Drogen ab. Rund 50 Prozent der Jugendlichen in Alter von 15 bis 16, die angaben, daß ihre Eltern nie wissen, wo sie ihre Freizeit verbringen, haben Erfahrung mit Cannabis. Wenn dagegen die Eltern Bescheid wissen, dann liegt der Anteil der Cannabiserfahrenen nur bei sechs Prozent. Eine sehr große Bedeutung für die Sucht ist der Einfluß der Gruppe der Gleichaltrigen, aber auch der Besuch von Discos und der übermäßige TV-Konsum. Die Studie soll deshalb an Zielgruppen, etwa an Lehrer, Sozialpädagogen, Eltern, die Jugendwohlfahrt und andere motivierte Gruppen weitergegeben werden.

Bauer stellte auch Niederösterreichs Drogenkoordinator Dr. Gerald Bachinger vor, der Strategien erarbeiten und Kontakt zu anderen Stellen, auch über Bundesländergrenzen hinaus, zu halten habe. Bachinger meinte, er sei bemüht, selbst eine sehr enge Vernetzung zu schaffen. Auch würden Betroffene über die Unterstützung des Landes informiert.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2312

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK