Meisterprüfung für Gewerbe und Handwerk unverzichtbar

Resolution fordert ein rasches Ende aller Versuche, das bewährte Qualifikationssystem auszuhöhlen

PWK - "Die Meisterprüfung ist für das Gewerbe und Handwerk unverzichtbar. Wir fordern daher alle in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortlichen auf, für ein Ende dieser schädlichen Diskussion zu sorgen und alle Versuche der Aushöhlung des bewährten Qualifikationssystems zu beenden", heißt es in einer Resolution, die heute, Donnerstag, von der Sektionsleitung der Bundessektion Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich einstimmig verabschiedet wurde. ****

In letzter Zeit wurde von verschiedenen Seiten die Abschaffung der Meisterprüfung als Voraussetzung für die selbständige Tätigkeit in vielen Branchen des Gewerbes und Handwerks gefordert. Es wird behauptet, daß die Meisterprüfung die Gründung selbständiger Existenzen im Gewerbe und Handwerk behindert. Alle Umfragen bei Existenzgründern zeigen jedoch ein deutlich anderes Bild. Nicht die Meisterprüfung, sondern Probleme bei der Finanzierung, das Betriebsanlagenrecht, die Überbürokratisierung und die soziale Überregulierung sorgen dafür, daß viele junge Menschen nicht selbständig werden wollen. Die Meisterprüfung hingegen fördert Existenzgründungen, denn sie sorgt nachweislich für eine höhere Kreditwürdigkeit beim Start in die Selbständigkeit, mindert das Insolvenzrisiko und läßt Gründungskapital leichter beschaffen.

Meisterbetriebe sorgen bei Neugründungen durschnittlich für 3 - 5 neue Arbeitsplätze, den des Meisters selbst nicht mitgerechnet. Durch geringe Fluktuation und Insolvenzen stabilisieren Meisterbetriebe den Arbeitsmarkt vor allem in ländlichen Regionen.

Auch im europäischen Umfeld wird die österreichische Form der Meisterprüfung immer wieder als Vorbild für andere Staaten und somit als Standortvorteil für unser Land betrachtet. Erst kürzlich hat eine Task Force "Vereinfachung des Unternehmensumfeldes" der Europäischen Union festgestellt, daß "die Ausbildung zum Handwerksmeister, wie sie in Deutschland, Österreich und Luxemburg praktiziert wird, ein nachahmenswertes Beispiel für ein einheitliches und umfassendes Ausbildungssystem ist, das eine solide Basis für die Gründung eines eigenen Unternehmens darstellt und anderen Mitgliedsstaaten als Beispiel dienen kann".

Die Abschaffung der Meisterprüfung würde für die Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen einen schweren Schlag bedeuten. "Wer die Meisterprüfung abschaffen will, muß auch die Verantwortung dafür tragen, daß junge Menschen zunehmend keinen Ausbildungsplatz bekommen", heißt es wörtlich in der Resolution. Derzeit werden in Meisterbetrieben rund 60% aller Lehrlinge von Lehrherren ausgebildet, die systematisch und umfassend auf ihre Ausbildungsaufgaben vorbereitet wurden.

Seriöse volkswirtschaftliche Untersuchungen beweisen aber auch, daß die Meisterprüfung für Konsumenten unverzichtbare Vorteile bietet. Kunden und Lieferanten dürfen im Kontakt mit Meistern darauf vertrauen, daß entsprechende fachliche Voraussetzungen vorliegen und Qualitätsstandards eingehalten werden.

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