Für Aug' und Ohr' - Musik in Kunst- und Wunderkammern Sonderausstellung auf Schloss Ambras Innsbruck vom 7. Juli - 31. Oktober 1999

Innsbruck (OTS) - Die Kunstkammer Erzherzog Ferdinands II.
(1529-95) auf Schloss Ambras beherbergte eine Kollektion von Musikinstrumenten, deren Sammelkriterien die Kostbarkeit und Seltenheit des verwendeten Materials sowie der historische oder künstlerische Wert der Instrumente war. Musikinstrumente aus exotischer Provenienz, wie z. B. das westafrikanische Elfenbein-Querhorn galten als Rarität und waren daher besonders begehrte Sammelstücke. Eine andere Seltenheit ist das sogenannte "Glasglockenklavier". Seinen Namen erhielt das unkonventionelle Instrument von den zylinderförmigen Glaskörpern im Inneren des Gehäuses, die mit filzbezogenen Klöppeln angeschlagen wurden. Es zählt zu den einzig erhaltenen seiner Art.

Neben diesen Kunstkammerstücken besaß der Erzherzog in seiner Bibliothek kostbare musikalische Manuskripte sowie die für das Musizieren und Konzertieren der Hofkapelle bestimmten Instrumente und Noten, die in einer eigenen Instrumentenkammer in der Innsbrucker Hofburg aufbewahrt wurden. Wie beim Tiroler Landesfürsten finden wir auch in dieser Sonderausstellung zwei Typen von Musikinstrumenten:
die als Schaustücke, als Kunstkammerobjekte, gesammelten, sowie jene, die der praktischen Musikübung dienten.

Wundervolle Instrumente wie Sordune und Krummhörner, Trompeten und Posaunen, verschiedene Geigen, Lauten und Cembali können betrachtet und - mit audio guide - auch gehört werden. Die Schildpattvioline mit goldenen Randeinlagen von Wenzel Kowansky eignete sich aufgrund ihres ungewöhnlichen Materials kaum als Musikinstrument und wurde von Kaiserin Maria Theresia für die Schatzkammer gekauft. Aus Italien stammt ein Jagdhorn aus dem 16. Jahrhundert, das aus goldgeprägtem Leder mit Zinnmontierungen gefertigt wurde.

Verschiedene Ausstellungsstücke gewähren interessante Einblicke in die musikalische Aufführungspraxis früherer Jahrhunderte. Instrumente wie die Drachenschalmeien oder Tartölten aus dem 16. Jahrhundert wurden schon am Hof Kaiser Maximilians I. bei Theateraufführungen oder Verkleidungstänzen, den sogenannten Mummereyen, verwendet und sorgten sowohl für akustische als auch für optische Effekte. Einen äußerst ästhetischen Einsatz von Musik dokumentiert auch die reich bebilderte Handschrift, die über die Hochzeit von Erzherzog Karl von Innerösterreich 1571 berichtet. Wie dann im 17. Jahrhundert Feste mit Musik und Tanz gefeiert wurden, das illustrieren einige qualitätvolle Gemälde, wie z. B. von Johan Baeck und Hieronymus Janssens.

Die Musik war immer auch ein Mittel zur Entrückung und aufmerksamen Selbstbezogenheit. Ein Lautenspieler in dieser Pose stellte ein beliebtes Thema der Venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts dar. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist das Gemälde von Bernardo Strozzi.

Die Ausstellung trägt auch der historischen Entwicklung der Musik in Österreich und im Besonderen am Innsbrucker Hof Rechnung. Porträts von bekannten Musikern der damaligen Zeit machen den Übergang vom niederländischen zum italienischen Einfluss in der Musikwelt deutlich.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Kunsthistorischen Museum Wien (Sammlung Alter Musikinstrumente und Sammlungen Schloss Ambras Innsbruck), das neben eigenen Ausstellungsstücken auch zahlreiche Objekte aus Privatsammlungen zeigt, die hier erstmals zu sehen sind.

Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10 bis 17 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene: ÖS 60,-- Ermäßigt:: ÖS 30,-- Führungskarte: ÖS 25,--

Führungen für Gruppen gegen Voranmeldung Tel.: 0043-512-34 84 46

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

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