Buchpräsentation der GPA: "Social feeling" statt eiskaltes Profitdenken

Manager werden immer mehr zu den Totengräbern ihres eigenen Unternehmens

Wien (GPA/ÖGB). Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) präsentierte heute Vormittag das neue Buch "Social feeling. Gefühl für Menschen. Pathologisches Wirtschaften und Auswege aus dem Dilemma". Die beiden AutorInnen Dr. Anneliese Fuchs und Josef Himmelbauer kritisierten das Prinzip des "shareholder value" und warnten vor den Folgen eines wirtschaftlichen Sozialdarwinismus,
den MitarbeiterInnen und auch die Manager zu spüren bekommen.++++

In den einleitenden Worten würdigte GPA-Zentralsekretär Wolfgang Katzian das Werk der AutorInnen, die statt der großen wirtschaftlichen Zusammenhänge die Gefühle der Menschen und deren Angst vor einer übermächtigen Wirtschaft in den Vordergrund rücken.

Josef Himmelbauer, Mitautor, Betriebsrat und Verantwortlicher für die Weiterbildung bei der Wiener Messegesellschaft, kritisierte, dass soziale Werte im Vergleich zum Primat des Profits immer
weniger wichtig werden. "Wenn der Druck der Aktionäre überhand nimmt, schießen sich die Unternehmen Eigentore. Kurzfristige Managementstrategien, bei denen der Mensch nichts mehr zählt, führen zu verstärkter Konkurrenz in den Betrieben selbst. So werden die ArbeitnehmerInnen verunsichert, es kommt zu Mobbing und Angst um den Arbeitsplatz. Das behindert die Motivation und die Leistungsbereitschaft der MitarbeiterInnen und schadet auch dem Unternehmen", so Himmelbauer.

Anneliese Fuchs, Wirtschaftspsychologin und Psychotherapeutin,
wies darauf hin, dass den Managern oft die Führungsqualitäten fehlen. "Die wichtigen Stellen werden heute eher nach dem Prinzip der Freunderlwirtschaft besetzt als nach Qualifikation und persönlicher Reife", sagte Fuchs und warnte vor einer Gehorsamsmentalität der Manager. Kritische Manager, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und mit Rücksicht auf die
Ganzheit des Unternehmens handeln, werden schnell gekündigt. Die Unternehmen müssen sich mehr um ihre MitarbeiterInnen kümmern, damit Beruf und Familie wieder vereinbar wird. Wenn Manager nur
den Profit im Kopf haben, geben sie den Druck der Aktionäre an die Beschäftigten weiter. Das führt zu Motivationsverlust und Hoffnungslosigkeit, was sich in psychosomatischen Störungen bei allen Beteiligten bemerkbar macht", sagte Fuchs und forderte, der Jugend die Angst vor der Brutalität der Wirtschaftswelt zu nehmen.

ÖGB, 30. Juni 1999

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