EGB legt Leitlinien für nächstes Jahrtausend fest

ÖGB-Vertreter Drochter fordert stärkere Vorbereitung auf gesamteuropäische Arbeitskonflikte

Helsinki (ÖGB). Die Gewerkschaften müssen sich stärker als bisher auf gesamteuropäische Arbeitskonflikte vorbereiten." Das erklärte Karl Drochter, Leitender Sekretär des ÖGB, vor dem Kongress des europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), der bis Freitag in
Helsinki tagt.++++

Der EGB legt in seiner heutigen Kongress-Sitzung seine grundsätzlichen politischen Leitlinien für die kommenden vier Jahre fest. Neben Themen wie Beschäftigung, Arbeitszeit, Erweiterung, soziale Frage und Steuerharmonisierung geht es dabei auch um die Verstärkung der Schlagkraft des EGB. Dazu erklärte Karl Drochter: "Um unsere Schlagkraft zu erhöhen, müssen wir neue Methoden der Mobilisierung und Aktionsformen entwickeln."

Drochter unterstützt die Resolution des EGB, wonach die Gewerkschaftsbewegung in Europa ihre Politik und ihre Organisationsformen erneuern müsse. "Wir sind für die Sozialpartnerschaft und für das Gespräch mit Regierungen und Arbeitgeberverbänden – aber erforderlichenfalls muss es auch die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Konfrontation geben."

Drochter fordert den EGB weiters auf, mehr als bisher strategische Bündnisse mit anderen Organisationen, die soziale Anliegen haben, zu schliessen. "Ich denke dabei an die vielen Nicht-Regierungsorganisationen im humanitären Bereich, mit denen wir bei der Sicherung der Gewerkschaftsrechte zuammenarbeiten müssen."

Drochter betonte vor den EGB-Delegierten, dass in Europa eine dauerhafte und völkerrechtlich abgesicherte Friedensordnung geschaffen werde müsse. Gerade die Ereignisse der vergangenen Monate in und um Jugoslawien hätten gezeigt, dass "Gewerkschaften schlecht beraten sind, Fragen der Aussen- und Sicherheitspolitik auschliesslich Politikern und Militärs zu überlassen". (kr)

ÖGB, 30. Juni 1999 Nr. 331

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