Gefahrgut-Beförderungsverbot schafft kaum lösbare Probleme

Wirtschaft verlangt Rücknahme des Verbotes an Freitagen und lehnt generelles LKW-Überholverbot auf Autobahnen ab

PWK - In einer Vorsprache bei Verkehrsminister Caspar Einem wiesen heute, Dienstag, Wirtschaftskammer-Präsident Leopold Maderthaner und Generalsekretär Günter Stummvoll auf die überaus nachteiligen Folgen für Österreichs Wirtschaft hin, die durch das Gefahrgut-Beförderungsverbot auf Autobahnen und wichtigen Durchzugsstraßen in den Sommermonaten an Freitagen bereits ab 8.00 Uhr früh entstehen. Vor allem für die Mineralölwirtschaft, die Chemische Industrie, die Bauwirtschaft, die Fahrzeugindustrie, den Handel und die Belieferung von touristischen Einrichtungen mit Propangasflaschen ergeben sich durch das im Rahmen einer Novelle zur Ferienreiseverordnung ohne Begutachtung verhängte Beförderungsverbot wirtschaftlich kaum lösbare Probleme. Präsident Maderthaner richtete an Verkehrsminister Einem deshalb das dringende Ersuchen, das Beförderungsverbot an Freitagen möglichst umgehend wieder aufzuheben. ****

Generalsekretär Stummvoll wies auf den enormen administrativen und finanziellen Aufwand bei der Erlangung von Ausnahmegenehmigungen bei den Ämtern der Landesregierungen hin. Bundessektionsobmann-Stellvertreter Josef Frick legte die praktischen Probleme für die Chemische Industrie durch das Gefahrgutbeförderungsverbot dar. Der Obmann der Bundessektion Verkehr, Harald Bollmann, Fachverbandsvorsteher Adolf Moser und der Tiroler Verkehrssektions-Obmann Josef Mariner als persönlicher Vertreter des Tiroler Kammerpräsidenten Jäger erläuterten die logistischen Probleme durch die Zusammendrängung der Gefahrgut-Beförderungen auf nur mehr vier Tage in der Woche.

Der Verkehrsminister stellte in Aussicht, die von der Wirtschaft dargelegten Probleme genau zu überprüfen und das Gefahrgut-Beförderungsverbot an Freitagen zumindest teilweise zu überdenken, sollten Lösungen auf andere Weise nicht zu finden sein. Eine Änderung könnte aber wegen des starken Ferienreiseverkehrs am kommenden Wochenende (Ferienbeginn in Ostösterreich) erst ab 9. Juli d.J. in Betracht gezogen werden.

Präsident Maderthaner sprach sich auch mit allem Nachdruck gegen das von Verkehrsminister Einem zur Diskussion gestellte generelle Lkw-Überholverbot auf Autobahnen aus und ersuchte den Verkehrsminister, von einem solchen Verbot Abstand zu nehmen. Örtlich und zeitlich begrenzte Überholverbote sind nach Ansicht der Wirtschaft ausreichend, um die Verkehrssicherheit an neuralgischen Punkten zu erhöhen. Verkehrsminister Einem erklärte, daß zuerst die Auswirkungen des generellen Lkw-Überholverbotes auf der Inntal-Autobahn genau überprüft würden, wozu ein oder zwei Monate Zeit benötigt würden. Sollte das Beispiel der Inntal-Autobahn zeigen, daß das Lkw-Überholverbot die Unfallzahlen tatsächlich senken konnte, werde er aber ein generelles Lkw-Überholverbot auf Autobahnen in Betracht ziehen.

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