EGB: 24 Millionen Arbeitslose sind größte Herausforderung

ÖGB-Präsident Verzetnitsch: Prekäre und instabile Arbeitsverhältnisse sind nicht die Lösung

Helsinki (ÖGB). 17 Millionen Menschen haben in der EU keine
Arbeit, weitere sieben Millionen Arbeitslose leben in den EGB-Mitgliedsländern, die nicht zur EU gehören. "Das ist die größte Herausforderung für den EGB. Es ist unsere Aufgabe, unsere Stimme für sie und alle europäischen ArbeitnehmerInnen zu erheben", erklärte EGB-Präsident Fritz Verzetnitsch vor rund 1.500 Teilnehmern der Eröffnung des EGB-Kongresses. Er tagt von heute, Dienstag, bis kommenden Freitag in Helsinki.++++

"Der EGB ist die Antwort auf die zunehmende Internationalisierung der Unternehmer", so Verzetnitsch. Der EGB, der vor 25 Jahren gegründet wurde, vertritt heute 33 Nationen und vereint 65 Gewerkschaften. Das wichtigste Ziel der europäischen
Gewerkschafter bleibe nach wie vor "Arbeit für alle" sagte Verzetnitsch.

Der EGB werde weiterhin für den Erhalt und die Weiterentwicklung der sozialen Dimension in Europa eintreten. "Nach der vom EGB kraftvoll gestalteten Demonstration anläßlich des Beschäftigungsgipfels in Luxemburg, lassen sich die Themen Beschäftigung und soziale Sicherheit nicht mehr vom Tisch
wischen." Die Nationalen Beschäftigungspläne seien ein erster Erfolg: "Ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist erkennbar - aber
wir dürfen nicht locker lassen!"

Es müsse noch mehr Arbeit geschaffen werden. "Dabei verschließen wir uns denen, die uns weismachen wollen, der einzige Ausweg sei
die Schaffung prekärer und instabiler Arbeitsverhältnisse", betont Verzetnitsch. Der Strategie einer besinnungslosen Deregulierung setzen die europäischen Gewerkschaften eine Strategie von auszuhandelnden Neuregulierungen neuer Formen von Arbeit entgegen. "Das ist unsere Vorstellung von Flexibilität."

Europa müsse sich noch stärker die Überwindung der Arbeitslosigkeit auf die Fahnen schreiben. "Die wirtschaftlichen Eckdaten sind allesamt positiv: Das Geld ist stabil und die Inflation ist seit Jahren unter Kontrolle, die Unternehmensgewinne boomen und die Exportbilanzen sind positiv. Doch es fehlt der politische Wille, jene Potentiale, die sich aus dem integrierten Markt ergeben, zur Förderung eines ausreichenden Wachstums zu nutzen", erklärt Verzetnitsch. Dies sei jedoch die Voraussetzung zur wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.

Einen Appell richtete der EGB-Präsident auch an die anwesenden Vertreter der europäischen Arbeitgebervereinigungen. Sie sollen
den sozialen Dialog auf europäischer Ebene konsequent weiter gehen und "keine Barrieren und Blockaden zulassen". (kr)

ÖGB, 29. Juni 1999 Nr. 328

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