Leutner: Mehr Schutz gegen die Willkür in der Arbeitswelt

Stellung des Betriebsrates ist auszubauen

Wien (ÖGB). Mehr Schutz gegen die Willkür in der Arbeitswelt forderte heute, Dienstag, ÖGB-Sekretär Richard Leutner bei der Eröffnung der ÖGB-AK-Veranstaltung zum Thema "Unternehmensreorganisation und ArbeitnehmerInnen-Interessensvertretung" in Wien. Leutner verlangte eine
Verbesserung des Arbeitsverfassungsgesetzes und verstärkte Mitbestimmung in Verbindung mit der Kollektivvertragspolitik. ++++

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbruch gehe derzeit besonders rasch vor sich. Der Kapitalmarkt gewinnt immer mehr Einfluss auf ökonomische Entscheidungen. Rationalisierung, soziale Beherrschung und neue Managementstrategien seien die Folge, skizzierte Leutner die momentane Situation. Genau in dieser Situation komme es auf starke Gewerkschaften und gute betriebliche ArbeitnehmerInnen-Vertretungen an. Leutner: "Es geht um den Schutz gegen die Willkür in der Arbeitswelt, die Sicherung menschengerechter Löhne und Einkommen, die soziale Absicherung, um Mitbestimmung und Tarifautonomie."

Für den ÖGB-Sekretär stimmen die Prinzipien der Gewerkschaftsbewegung gerade in "dieser Zeit des Umbruchs".
Leutner: "Wir müssen allerdings neue Wege gehen. Dazu brauchen wir eine neue Arbeitsverfassung, die die Betriebsräte vor allem in kleineren Betrieben stärkt, und wir müssen die Mitbestimmung gerade in Verbindung mit der Kollektivvertragspolitik ausbauen."

Das derzeitige Kollektivvertragssystem hält Leutner für unverzichtbar. Allerdings sei dieses bewährte System um neue Inhalte zu erweitern. Leutner zählt dazu Verteilungsoptionen sowie KV-Bestandteile, die in den Betrieben selbst zu konkretisieren seien. Der ÖGB-Sekretär: "Für sinnvolle Neustrukturierungen sind wir bereit, aber in manchen Wirtschaftszirkeln ist es modern geworden, die Gewerkschaften als ‚Dinosaurier‘ und ‚Bremsklötze‘ zu bezeichnen, statt mit uns gemeinsame Lösungen zu finden." (ff)

ÖGB, 29. Juni 1999 Nr. 325

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