Endgültiges Aus für hochgespannte Erwartungen in die LASIK-Chirurgie: Deutsche Kommission schiebt Riegel vor!

Innsbruck (OTS) - Nach der klinischen Anerkennung der
LASIK-Mothode durch die deutsche Kommission für refraktive Laserchirurgie (KRL) begrüßen nun auch österreichische Ophtamologen und Experten der Augenheilkunde die Empfehlungsbeschränkung der Kommission, diese Operationsmethode zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten bei Weitsichtigen lediglich bis +5 Dioptrien und bei Kurzsichtigen höchstens bis -10 Dioptrien anzuwenden. Damit wird laut Aussage des Vorstandes der Universitätsklinik für Augenhekilkunde und Optometrie Innsbruck, Univ. Prof. Dr. Wolfgang Göttinger, "der bisher euphorisch propagierten LASIK-Anwendung in Bereichen bis -20 und -30 Dioptrien endgültig ein Riegel vorgeschoben!". Mit dieser Bewertung bestätigte die deutsche Kommission für refraktive Laserchirurgie, daß tatsächlich unter starker Fehlsichtigkeit leidenden Menschen mit der LASIK-Methode nicht geholfen werden kann. Die KRL betont in diesem Zusammenhang, daß LASIK-Eingriffe eine nachrangige Alternative für Brille und Kontaktlinse darstellen.

In den letzten Jahren war die LASIK-Methode für Fehlsichtige vielfach das "Thema" in der Augenchirurgie. Von manchen selbsternannten "Augengurus" wurde diese Methode für Fehlsichtige, gleich, ob sie kurz- oder weitsichtig waren, geradezu als "Allheilmittel" propagiert. Sogar in Blindenzeitschriften wurden Möglichkeiten für eine Korrektur mit LASIK bis zu 30 Dioptrien angeboten. Nummehr hat die Kommission für refraktive LASIK-Chirurgie anlässlich einer Tagung der deutschen Augenchirurgen einen offiziellen Beschluß gefaßt. Der Vorsitzende der Kommission, Univ. Doz. Dr. Michael Knorz, gab bekannt, daß die LASIK-Oparationsmethode nurmehr bei Weitsichtigkeit bis maximal 5 Dioptrien und bei Kurzsichtigkeit bis höchstens 10 Dioptrien anerkannt wird. Korrekturen darüber hinaus sind laut KRL abzulehnen.

Bedauerlicherweise bedeutet diese Entscheidung für viele Patienten, deren Fehlsichtigkeit außerhalb der angeführten Dioptriengrenzen liegt, daß die ihnen von manchen Ärzten erweckten Hoffnungen auf Verbesserung des Sehvermögens sich als falsch erwiesen haben. Dabei darf nicht übersehen werden, daß nach neuesten internationalen Erkenntnissen die LASIK-Methode nach wie vor aufgrund der hohen auftretenden Komplikationsraten mit einem Risiko von bis zu 12% belastet ist (d.h. 10 bis 12 von 100% Patienten weisen nach dem LASIK-Eingriff ein wesentlich schlechteres Sehvermögen auf als vor der Operation!). Daher wird die LASIK-Methode nach wie vor aus augenmedizinischer Sicht als kosmetischer Eingriff eingestuft und ist insbesondere auch in den USA auf dem Gebiet der Augenheilkunde aus genau diesen Gründen noch immer nicht offiziell zugelassen.

Eine nach wie vor enorm hohe Anzahl von "LASIK-Mothode-Geschädigten", die nach der Operation häufig mit auftretenden Nebenwirkungen wie Sehstärkeverlust, Blendungserscheinungen und sogenannten Überkorrekturen (d.h. daß nach den Operationen anstelle von Kurzsichtigkeit plötzlich Weitsichtigkeit auftritt und umgekehrt!) zu kämpfen hat, bestätigt vielfach die reservierte Haltung zahlreicher renommierter Augenfachärzte gegenüber der LASIK-Mathode.

Die Augenexperten der Innsbrucker Universitätsklinik für Augenheilkunde weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Hornhaut, die normalerweise eine Dicke von 0,52 mm aufweist, im Zuge der LASIK-Operation gespalten werden muß und durch die anschließende Laserbehandlung um mehr als die Hälfte verdünnt wird. Abgesehen davon kann es beim Wiederanlegen des Hornhaut-Deckelchens zu einer speziellen Faltenbildung kommen, welche dazu führt, daß die Hornhaut nicht mehr richtig anwächst. Leider wird über diese Risken von den LASIK-Befürwortern immer noch zu wenig aufgeklärt.

Österreichische Augenärzte fordern daher vor jedem LASIK-Eingriff eine ganz genaue Aufklärung über mögliche bevorstehende Komplikationen. Insbesondere betont Univ. Prof. Dr. Wolfgang Göttinger "müsse den Patienten klar gemacht werden, daß ihr Sehvermögen unter Umständen kaum verbessert werden könne, als es vor dem LASIK-Eingriff mit einer gut angepaßten Kontaktlinse oder Brille zu erreichen war!". In besonders schlimmen Fällen muß nach LASIK sogar mit einer Hornhautübertragung gerechnet werden. Führende österreichische Augenmediziner werden aus allen diesen Gründen die LASIK-Langzeitergebnisse abwarten, die bisher noch nicht in ausreichendem Maße vorliegen.

Allerdings zeichnet sich für hochgradig Kurzsichtige nun eine neue erfolgreiche Operationsmethode ab. Sie besteht darin, daß im Augeninneren ohne Schädigung der Hornhaut wie sie bei LASIK erfolgt, eine Kontaktlinse eingepflanzt wird. Zahlreiche Augenheilzentren, so auch die Universitätsklinik für Augenheilkunde in Innsbruck, erzielen mit diesem Verfahren bereits sehr gute - und für die Patienten - vor allem sichere Erfahrungen.

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