Sozialversicherung und Ärztekammer geben grünes Licht für die Chipkarte

Hauptverband und österreichische Ärztekammer haben heute Vertrag unterzeichnet

Salzburg (OTS) - Die Präsidenten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Ärztekammer, Hans Sallmutter und Dr. Otto Pjeta haben heute, Montag, in Salzburg die vertragliche Einigung ihrer Organisationen unterzeichnet. Damit ist seitens der Sozialversicherung und der Ärztekammer die wesentlichste Voraussetzung für eine gesetzliche Regelung, mit der der Ersatz des bisherigen Krankenscheines durch die Chipkarte verwirklicht werden soll, erfüllt worden. Hans Sallmutter, Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger: "Die Chipkarte wird nicht nur zur Vereinfachung des Zuganges zu ärztlicher Hilfe, sondern in Folge auch zu einem effizienteren Technologieeinsatz durch Abbau der Zettelwirtschaft führen".

Das Chipkartensystem der österreichischen Sozialversicherung soll, vorausgesetzt das Parlament stimmt Mitte Juli der 56. ASVG-Novelle zu, bis zum Jahresende 2001 österreichweit den bisherigen Krankenschein ersetzen. Für den Karteninhaber werden ab diesem Zeitpunkt medizinische Leistungen ohne administrative Umwege papierlos zugänglich sein. Die Vorteile:

  • Die Versicherten haben dann einfachen Zugang zu ärztlicher Hilfe
  • ohne Krankenschein, der beim Arbeitgeber besorgt werden muß, ohne Bargeld-Einsatz bei spontanem Arztbesuch und unter voller Wahrung der Intimsphäre.

* Die Arbeitgeber müssen keine Krankenscheine mehr ausstellen. Zur Zeit müssen in den Betrieben pro Jahr rund 23 Millionen Scheine ausgestellt werden.

* Die Ärzte haben keinen Aufwand für den Fall des nicht vorliegenden Krankenscheines und können das System für die Patientenverwaltung und Abrechnung nützen.

* Die Sozialversicherung erspart sich die Ausgabe von Krankenscheinen für die Pensionisten und erwartet eine Steigerung der EDV-Abrechnung, die von mehr Ärzten als bisher angenommen werden wird.

Die Chipkarte der österreichischen Sozialversicherung stellt den Schlüssel zum österreichischen Gesundheitswesen dar. Sie ist nicht Träger von spezifischen Daten, sondern ermöglicht den Zugang zu Dienstleistungen und Daten unter Wahrung des Datenschutzes und einer wesentlichen Verbesserung des Schutzes der Intimsphäre der Versicherten.

Die Kosten-Nutzenrechnung für das Projekt ergibt, daß die Amortisationsdauer aus volkswirtschaftlicher Sicht bei zwei Jahren liegt.

Die wesentlichen Meilensteine des Projektes sind:

* die Errichtung einer Musterordination;

* ein Probebetrieb mit ausgewählten Ärzten (Kartenausgabe an die Patienten dieser Ärzte);

* die Ausstattung (Kartenausgabe und Installierung der Terminals) des ersten Bundeslandes;

* die Ausstattung der übrigen Bundesländer.

Der genaue Terminplan zur Einführung des Chipkarten-Systems ist Gegenstand einer Ausschreibung und kann erst nach dessen Abschluß fixiert werden.

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