Kärntens EX-SPÖ-Chef Ausserwinkler kritisiert in FORMAT-Interview Bundes-SPÖ: "Man darf den Populismus nicht zu weit treiben"

Michael Ausserwinkler emigriert in die USA

Wien (OTS) - In einem Abschiedsinterviewmit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin "Format" analysiert Ex-Minister Michael Ausserwinkler sein Scheitern als Chef der Kärntner SPÖ. Ausserwinkler, der demnächst auf unbestimmte Zeit in die USA zieht, um sich in Kalifornien als Arzt niederzulassen, erhebt schwere Vorwürfe gegen Parteimanager Andreas Rudas. Ausserwinkler wörtlich:
"Ich habe im nachhinein gehört, daß Rudas im Herbst einige in meinem Umfeld sehr deutlich ermuntert hat, gegen mich zu rebellieren. Für den Wahlausgang war das fatal, es hat zu einigen Wortmeldungen z.B von Gerhard Seifried geführt, die uns sehr geschadet haben. Das Schlamassel hätten die in Wien sich sparen können. Sie hätten nur im Oktober offen mit mir reden müssen." Weder Rudas noch Viktor Klima hätten ihn zu einem Rückzug aufgefordert, behauptet Ausserwinkler:
"Ich habe mit ihm (Klima, Anm.) öfter diskutiert, auch knapp vor der Wahl, aber dabei ging es nie um meinen Rücktritt."

Die Gesamtentwicklung der SPÖ betrachtet Ausserwinkler, der weiter Parteimitglied bleiben will, mit Sorge. An die Adresse Klimas gerichtet, meint er: "Man darf den Populismus nicht zu weit treiben, sonst kommen die, die am Rand der Gesellschaft stehen zu kurz." Gewisse Populismen seinen "akzeptabel", aber nur "solange die SPÖ ihre Popularität umgekehrt dazu nutzt, unangenehmes zu propagieren". Eine Teilschuld für sein Scheitern gibt Ausserwinkler der eigenen Landespartei: "Zuviele in die Partei haben meine Linie bei den wichtigen Themen nicht mitgetragen. Sie haben sich geweigert, etwa die Frage der Wehrmachtausstellung am Stammtisch offensiv zu disktuieren." Ausserwinkler wirft der Kärntner SPÖ wörtlich "Feigheit" vor.

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