Görg/Svihalek: Baustellensaison 1999 (2)

Wien, (OTS) Bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg und Stadtrat Fritz Svihalek wurden am Freitag folgende Sommer-Baustellen präsentiert:

Das Wiener Straßennetz umfasst derzeit eine Länge von ca. 2.800 km mit einer Fläche von rd. 35,6 Mio m². In diesem Netz sind 450 km Gleisanlagen der Wr. Linien verlegt und befinden sich 54 km (bzw. 0,9 Mio m²) Brücken.

Die Straße war und ist Bestandteil des Lebensraumes der Stadtbewohner, deren Leben sich zum Teil auf der Straße abspielt. Aber auch das "Innenleben" der Stadtstraßen - sie sind Träger der Ver- und Entsorgungsleitungen - ist von großer Bedeutung für die Lebensfähigkeit einer Stadt. Dieses Leitungsnetz weist eine Länge von rd. 42.000 km auf. Es muss nicht nur erhalten sondern auch erweitert und den sich dauernd ändernden Bedingungen einer dynamischen Stadtentwicklung angepasst werden. Auch kommen immer noch neue Leitungen hinzu (z.B. für Datenübertragungen, Telefone, Fernwärme, etc.). In den meisten Fällen können die Erweiterungen, Anpassungen, Erneuerungen etc. nur mit Aufgrabungen durchgeführt werden, deren es im Jahre 1998 in Wien wieder an die 12.000 gab.

Aus folgender Gegenüberstellung ist ersichtlich, dass auch
eine mit Wien vergleichbare Großstadt wie München mit dem Problem "Aufgrabungen" in etwa gleich großem Ausmaß konfrontiert ist:

Wien München
(1,6 Mio EW) (1,3 Mio EW)

Fläche 415 km² 310 km² Straßennetz 2800 km 2280 km
Straßenfläche 36 km² 31 km²

Aufgrabungen 1998 12000 12460

Die Stadtverwaltung setzt aber auch heuer alles daran, die durch die Bauarbeiten bedingten Störungen und Belästigungen für die betroffenen Verkehrsteilnehmer und Anrainer möglichst gering
zu halten. Ebenso besteht das Ziel, die Arbeiten möglichst rasch und reibungslos durchzuführen. Entsprechende Informationen von Anrainern und Verkehrsteilnehmern bezüglich verkehrswirskamer Baustellen über Medien, Flugblätter etc. sollen helfen, sich auf die Baumaßnahmen einzustellen.

Auch die Straßenverkehrsbehörde Wien (MA 46-Verkehrsorganisation und Techn.Verkehrsangelegenheiten) ist selbstverständlich bemüht, die Bauvorhaben optimal zu koordinieren. Dem sind natürlich bei der großen Anzahl Grenzen gesetzt, auch können auftretende Gebrechen die Koordinierung negativ beeinflussen. Zur objektiven Überprüfung von wichtigen Baustellen wird darüber hinausgehend auch heuer wieder ein Ziv.Ing.Büro beauftragt werden. Eine lückenlose, flächendeckende Kontrolle ist naturgemäß nicht möglich. Jeder, ob Verkehrsteilnehmer oder Anrainer, kann helfen, durch Aufzeigen allfälliger Mängel bzw. Einbringen von Vorschlägen für Verbesserungen, zur Optimierung des Systems beizutragen. Wir ersuchen Mängel bzw. Vorschläge für Verbesserungen bei der zuständigen Stelle der MA 46 (Wiener Verkehrsinformation) zu melden. Die betreffende Tel.Nr. lautet: 81114-92700 (Mo.-Fr. 7.00 bis 18.00 Uhr).

Die Finanzierung des Straßenbaues in Wien geschieht auf verschiedenen Ebenen:

o Gemeindestraßen:

Für die baulichen Maßnahmen im Haupt- und Nebenstraßennetz und der Erhaltung des gesamten Wiener Gemeindestraßennetzes sind hiefür heuer von allen 23 Bezirken gemeinsam 481,4 Mio ATS vorgesehen, davon entfallen auf die Erhaltung 142,0 Mio ATS.

Für die Erschließung der Stadtentwicklungsgebiete, die Betreuung der Ringpassagen etc. sind für 1999 im Zentralbudget 311,0 Mio ATS vorgesehen. Enthalten sind darin auch Restraten für auslaufende Bauvorhaben sowie Mittel für Radwege an Bundesstraßen.

o Bundesstraßen

Im Bundesstraßenbereich ist die Finanzierung wie folgt gegeben:

1) Bundesstraßen A (Autobahnen)

Baumaßnahmen (Neu-, Umbau, Instandsetzungen):
Die Finanzierung erfolgt direkt aus dem ASFINAG-Budget.
Hiefür stehen dem Land Wien 273,1 Mio ATS netto, entspricht 327,7 Mio ATS inkl. Ust zur Verfügung.
Betriebliche Erhaltung
Planung und Bauleitung:
Diese Tätigkeiten werden gemäß Werkvertrag ASFINAG - Wien seit 1997 gegen vereinbartes Entgelt vom Land Wien durch die MA 28
- ERHOB (Erhaltung des hochrangingen Bundesstraßennetzes) wahrgenommen. Für die betriebliche Erhaltung des Autobahnnetzes sind im Voranschlag des Landes Wien 148,9 Mio ATS vorgesehen:

2) Bundesstraßen B:

Die Bundesstraßen B werden vom Land Wien in mittelbarer Bundesverwaltung betreut. Die Finanzierung sämtlicher Aufwendungen erfolgt aus dem Bundesbudget im Rahmen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten.
Für 1999 stehen hier Mittel in Höhe von 497,0 Mio ATS zur Verfügung.
Bemerkt wird noch, dass die Budgetzahlen im Bereich der Bundesstraßen jeweils die gesamten Vorhabenskosten für sämtliche im Bundesstraßenbereich tätigen Abteilungen enthalten (MA 25 - Lärmschutzfenster, MA 28 - Straßenbau und Grundfreimachungen; MA 29-Brückenbau, MA 33 - öffentliche Beleuchtung, MA 42 - Grünverbau und MA 46 - Verkehrslichtsignalanlagen und - Leiteinrichtungen).
Insgesamt sind somit für Wiens Straßen für das Jahr 1999 1766,0 Mio ATS veranschlagt.

A) Laufende und bis Ende Juni 1999 abgeschlossene Baustellen

1. Bezirk

o 1., Opernpassage

Baustelle MA 29 (Budget MA 28)
Einbau einer behindertengerechten Liftanlage im Bereich Aufgang zur Oper.
Kosten: 25,0 Mio ATS
Dauer: Mitte März 99 - Mitte Dezember 99
Verkehrsmaßnahmen: Sperre des Aufganges "Oper" auf Baudauer, prov. Fußgängerübergang über die Kärntner Straße

2. Bezirk

o 2., A 23 - Instandsetzung und Umbau Prater Hochstraße

Baustelle MA 29, MA 28
Generalsanierung und Verbreiterung der Prater Hochstraße (Umbau von 2 x 3 auf 2 x 4 Fahrstreifen)
Erneuerung der Brückenkonstruktion im Bestand unter Beibehaltung der alten Fundamente; Ausbildung der Brückenkonstruktion als Verbundtragwerk mit dicht geschweißten Stahlhohlkästen und Stahlverbundplatte; Ausrüstung des Bauwerkes mit modernen Stahlleitwandsystemen; Lärmschutzwänden; druckdichten Entwässerungssystemen incl. zugehöriger Verbindungskanäle und Rückhaltebecken; Verbreiterung der Fahrbahnen im Erdbereich und Anpassung an die neue Fahrstreifenaufteilung; Sanierung des Fahrbahnbelages im Abschnitt Anschlussstelle Handelskai bis Erdbergbrücke.
Gesamtkosten: 480,0 Mio ATS
Baudurchführung: November 1997 bis Mai 2000
Verkehrsmaßnahmen: Aufrechterhaltung von 3 Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Nächste große Verkehrsumstellung im Dezember 1999 mit Verkehrsumlegung der beiden Richtungsfahrbahnen in die Randbereiche.
Belagsarbeiten (MA 28): Bereich Erdbergbrücke und Rampenfahrbahnen - beide Richtungsfahrbahnen.
Baudurchführung Hauptfahrbahnen: abgeschlossen am 6.6.1999, Rampenfahrbahnen: abgeschlossen am 20.6.1999

o 2., B 227 - Untere Donaustraße 31-35

Baustelle MA 31
Rohrauswechslung (DN 80/200)
Kosten: 1,2 Mio ATS
Baudurchführung: 15.6. - 30.7. 1999
Verkehrsmaßnahmen: Freihaltung von 2 Fahrstreifen (Tag)
Einengung auf 1 Fahrstreifen von 20.00 - 5.00 Uhr

3. Bezirk

o 3., A 23 - Knoten Arsenal bis Knoten Landstraße;

Richtungsfahrbahn Nord
Baustelle MA 29
Erneuerung der Randstreifenkonstruktion einschließlich Leiteinrichtungen und Errichtung
neuer Lärmschutzwände.
Gesamtkosten: 24,0 Mio ATS
Bauzeit: Anfang März - Mitte Dezember 1999
Verkehrsmaßnahmen:
Geringfügige Verschmälerung der bestehenden Fahrstreifen (Dauer 3 Monate); Sperre einer Abbiegespur zum Landstraßer Gürtel (in diesem Bereich sind 4 Fahrstreifen vorhanden).

o 3., Ungargasse 35-49

Baustelle MA 31
Rohrauswechslung DN 300/300
Kosten: 2,3 Mio ATS
Dauer: bis Ende Juli 1999
Verkehrsmaßnahmen: bei ONr. 35 abschnittsweise bei Nacht Einbahnführung für IV der Ungargasse von Rochusgasse bis und in Richtung Posthorngasse, außerhalb Arbeitszeit: keine Behinderungen Querung Neulinggasse: bei Nacht, Aufrechterhaltung Busverkehr; örtliche Einengungen

5. Bezirk

o 5., B 221 - Margaretengürtel (Fendigasse - Schönbrunner Straße)

Baustelle MA 28, Wr. Linien, Wienstrom, Wiengas, MA 31
Im gegenständlichen Bereich der B 221 - Wiener Gürtel Straße soll im Jahr 2000 ein kompletter Umbau der Gürtelfahrbahn erfolgen. Das Projekt sieht ein Abrücken der bestehenden
Fahrbahn von der Bebauung und eine Verbreiterung und
Neugestaltung des Vorlandes inkl. der Pflanzung einer neuen Baumreihe vor. Im Zusammenhang damit erfolgen auch umfangreiche Umlegungen von Einbauten. Ab April 1999 führen die WVB den Bau eines in Richtung Grünfläche abgerückten, neuen, selbständigen Gleiskörpers, sowie den Abtrag des alten Gleiskörpers durch. Im Anschluss daran wird im Bereich des alten Gleises ein Rohrstrang der WStW-Wiengas-HD neu verlegt. Als Vorarbeiten für diese Maßnahmen sind Umlegungen diverser Einbautendienststellen (Wienstrom, MA 33, MA 46) notwendig.
Gesamtkosten: 136,0 Mio ATS
Vorarbeiten: ab Ende Jänner 1999
Gleisbau, Wiengas-Hochdruck: ab April 1999 bis Ende November
1999
Straßenbau: ab März 2000
Gesamtfertigstellung: Oktober 2000.
Verkehrsmaßnahmen: 1999 - ohne wesentliche Behinderungen des Individualverkehrs, 2000 - stete Aufrechterhaltung von
2 Fahrstreifen.

o 5., Wiedner Hauptstraße 114-128

Baustelle MA 31
Rohrerneuerung DN 525/500
Kosten: 3,50 Mio ATS
Dauer: bis 25. Juni 1999
Verkehrsmaßnahmen: 1. Fahrspur stadtauswärts bei Ladetätigkeit eingeengt.

6. u. 7. Bezirk

7. Bezirk

o 7., Urban-Loritz-Platz

Baustelle der MA 28
Umbau des Platzbereiches zur Attraktivierung der
Gürtelmittelzone (Projekt URBION)
Kosten: 116,0 Mio. ATS (Gesamt bis Station Nußdorfer Straße) Dauer: Anfang April - Dezember 1999
Verkehrsmaßnahmen: Sperre des äußersten linken Fahrstreifens am Außen- bzw. Innengürtel von 9-15 Uhr ab Anfang Juli bis Ende 99, keine dauernden Behinderungen

9. Bezirk

o 9., Alserbachstraße, Julius-Tandler-Platz

Baustelle MA 28, Wiener Linien, E-Werk, Wiengas, MA 33, MA 46, siehe eigener Bericht. (Forts.) lei

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