Sallmutter: Beschäftigung muss zunehmen, die Arbeitszeit muss abnehmen

Die GPA präsentiert ihre Positionen für den ÖGB- Bundeskongress im Oktober

Wien (GPA/ÖGB). Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Hans Sallmutter, erläuterte in seiner Rede vor der Vorständekonferenz, dem zweithöchsten Gremium der GPA, die Positionen der größten Einzelgewerkschaft Österreichs. Sallmutter sprach sich für die verstärkte Koordination der unterschiedlichen Lohnpolitik in der EU aus. Nur dadurch kann ein europaweiter Wettlauf der Lohnzurückhaltung und des Lohndrückens verhindert werden.++++

Sallmutter ging auch auf die Arbeitszeitverkürzung ein, die er zu einem wichtigen Thema des Nationalratswahlkampfes machen will.
"Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden ist für uns nur mit vollem Lohn- und Gehaltsausgleich vorstellbar", so der GPA-Vorsitzende. Die Produktivität steigt und wurde nicht durch entsprechende Einkommenssteigerungen für die Beschäftigten ausgeglichen. Eine Verkürzung der Arbeitszeit ist außerdem ein unverzichtbares Mittel zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Die von den ÖsterreicherInnen tatsächlich geleistete Arbeitszeit beträgt 41 Stunden pro Woche. Jährlich werden 400 Millionen Überstunden geleistet, so Sallmutter.

Auch den Trend zur unfreiwilligen Teilzeitarbeit und zur geringfügigen Beschäftigung nennt der GPA-Vorsitzende eine wichtige Herausforderung für die Gewerkschaften. "Die Entwicklung weg von der Vollzeitarbeit und hin zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen gefährdet auf Dauer die Staatseinnahmen als auch die Einnahmen der Sozialversicherungen. Denn die Abgaben, Steuern und Beiträge hängen von den Einkommen der arbeitenden Menschen ab", sagt Sallmutter.

Bedenklich ist für den GPA-Vorsitzenden auch die Einkommensschere, die immer weiter auseinander driftet. "Besonders die Frauen spüren diese Entwicklung deutlich. Zwei Drittel der Frauen verdienen weniger als 20.000 Schilling brutto, aber nur ein Drittel der Männer. Hier muss mehr Verteilungsgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen hergestellt werden", schloss Sallmutter.

ÖGB, 25. Juni 1999 Nr. 317

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