Umsätze in der Bekleidungsindustrie blieb 1998 stabil

Exporte stiegen um 2,5%, die Importe erhöhten sich um 4% Beschäftigungsrückgang konnte nahezu gestoppt werden

PWK - Die österreichische Bekleidungsindustrie kann mit dem Jahr 1998 zufrieden sein. Die Umsätze blieben stabil, die Exporte wuchsen um 2,5% und der Abbau der Beschäftigten konnte weitgehend gestoppt werden. "Damit haben wir uns im Gegensatz zu anderen vergleichbaren europäischen Ländern mit erheblichen Umsatzeinbrüchen gut gehalten", stellte Wilhelm Ehrlich, Vorsteher des Fachverbandes der Bekleidungsindustrie, anläßlich der Jahrespressekonferenz seines Verbandes fest. Sorgen bereiten Ehrlich hingegen das rasche Vordringen internationaler Filialketten, das derzeitige Präferenzzollrecht und eine drohende "hausgemachte" Erhöhung der Lohnnebenkosten. ****

Der Umsatz der rund 280 Unternehmen, bestehend aus Inlandsproduktion, Auslandsfertigung sowie Vollimporten von Fertigbekleidung durch die Industrie, belief sich im vergangenen Jahr auf 12,9 Mrd öS (inkl. Strickbekleidung ca. 17 Mrd öS) und blieb damit gegenüber 1997 unverändert. Innerhalb des Umsatzes gibt es nach wie vor - bedingt durch die weiter fortschreitende Internationalisierung der Bekleidungsindustrie - Verschiebungen zugunsten der Auslandsproduktion und des Zukaufes von Fertigbekleidung zu Lasten der Produktion im Inland, die 1998 um ca. 3 % zurückgegangen ist. "Das ist aber kein österreichisches Phänomen, sondern trifft auf die Bekleidungsindustrie in ganz Europa zu", erklärte Fachverbands-Geschäftsführer Christoph Haidinger. Erfreut zeigte sich Haidinger über die Entwicklung bei den Beschäftigten: "In der Vergangenheit hatten wir teilweise Rückgänge von 6-7%. 1998 hat sich die Situation auch in diesem Bereich weitgehend stabilisiert". Derzeit beschäftigt die Branche rund 10.800 Mitarbeiter, was einem Rückgang von 1,5% gegenüber 1997 entspricht.

Bei der Steigerung der Exporte um 2,5% auf 15,7 Mrd Schilling spielt die Einführung des Euro eine nicht unbedeutende Rolle. "Es ist kein Zufall, daß wir gerade in jenen Ländern so erfolgreich sind, mit denen wir in den vergangenen Jahren enorme Schwierigkeiten aufgrund von Währungsschwankungen hatten", zeigte Vorsteher Ehrlich auf. So konnten die Exporte in die Modehochburgen Italien um 31,3% und Frankreich sogar um 40,4% gesteigert werden. "Die risikominimierende Wirkung durch den Euro und eine daraus resultierende sichere Kalkulation für die Euro-Länder ist für uns lebenswichtig geworden. Damit können wir aber auch gefahrloser in die Marktbearbeitung von ehemaligen Weichwährungsländern investieren", so Ehrlich. Die höchsten Zuwachsraten brachten Trachtenmode und Strickwaren.

Die Gesamtimporte gewebter, gewirkter und gestrickter Bekleidung stiegen 1998 um 4,0 % auf öS 33,868 Mrd öS. Da die Importe aus der EU mit + 1 % de facto stagnierten, basiert die Einfuhrsteigerung ausschließlich auf Importzuwächsen aus Billiglohnländern wie z.B. Thailand (+59%) und Bangladesch (+4,6%). Um den Vollimporten aus Asien, die vor allem zu Lasten europäischer Bekleidungsbetriebe und deren ArbeitnehmerInnen gehen, besser begegnen zu können, fordert der Fachverband eine Änderung des Präferenzzollrechts für den europäischen Raum. Während die Zahl der Bekleidungseinzelhandels-Geschäfte in den letzten 20 Jahren von ca. 9000 auf 6000 gesunken ist und der Hauptkunde der österreichischen Bekleidungsindustrie immer nachfrageschwächer wird, beschaffen sich Bekleidungsketten und Filialisten ihre Waren zu einem großen Anteil kostengünstig in Fernost. So kostet ein Hemdstoff, der in Malaysia eingekauft und in Bangladesch konfektioniert wird, bei der Einfuhr nach Österreich keinen Groschen Zoll, während der gleiche Stoff, in Bulgarien von einem österreichischen Unternehmen konfektioniert, mit 6-7% Zoll belegt ist. "Mit dieser Politik sichert die EU höchstens Arbeitsplätze in Asien. Wertschöpfung wird damit nicht nach Europa transferiert", so Ehrlich. Spätestens nach Auslaufen der Importquoten der EU 2004 sollte daher der sogenannte "einfache Tarifsprung" als Präferenzbegründung gelten.

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