Der Euro hat seine "Feuertaufe" sehr gut bestanden

OeNB-Präsident Wala: Euroblock blieb von dramatischen Währungsabwertungen in Ostasien, Rußland, etc. unberührt

Wien (PWK) - "Die Entscheidung, den Euro am 1. Jänner 1999 einzuführen, war eindeutig ein richtiger Schritt. Der Euro hat seine 'Feuertaufe' sehr gut bestanden und er ist eine stabile Währung", zog Adolf Wala, Präsident der Oesterreichischen Nationalbank, gestern abend beim "Club Euro" in der Wirtschaftskammer Österreich erste Euro-Bilanz. Am deutlichsten zeigt sich die Bewährung der gemeinsamen Europa-Währung darin, daß ihr die dramatischen Abwertungen der Währungen in Ostasien, Rußland und Lateinamerika in Verbindung mit massiven Börseneinbrüchen nichts anhaben konnten. ****

"Die Finanzmärkte wurden weltweit in Alarmbereitschaft versetzt, der Euroblock blieb jedoch unberührt und seine in weiser Voraussicht schon im Mai 1998 fixierten Wechselkurse bestanden diesen Härtetest", erklärte Wala. Auch ehemalige Währungen, die des öfteren zur Schwäche neigten, wie die italienische Lira oder die spanische Peseta, erwiesen sich als "Hort der Stabilität". Nicht-Euro-Währungen gerieten jedoch massiv unter Druck, wie etwa die Schwedenkrone oder die griechische Drachme. Auch die norwegische Krone spürte die Turbulenzen deutlich und konnte selbst mit Zinserhöhungen der Zentralbank nicht gestützt werden, erinnerte Wala.

Massiv litten auch einige nicht-europäische Währungen unter den Krisenherden wie der australische und der kanadische Dollar, der japanische Yen, "und schließlich geriet auch der US-Dollar selbst in eine vorübergehende Schwächephase", so der OeNB-Präsident.

Diese Dollar-Schwächephase fiel übrigens genau mit dem "starken Start des Euro" zusammen, der daher als permanenter Referenzwert nicht repräsentativ ist. "Als sich der Dollar wieder erholte, schien es nur so als ob der Euro schwächer würde, in Wirklichkeit kehrte der Dollar schlichtweg zu seinem ursprünglichen Stand von 1998 zurück", stellte Wala klar. Die robuste amerikanische Wirtschaft und zum Teil auch das höhere Zinsniveau in den USA rechtfertigen diese Entwicklung.

Dieser äußere Wert des Euro habe allerdings nichts mit der Stabilität des Euro, dem inneren Wert, dem klare Priorität zukommt, zu tun, bemerkte Wala. "Im Euro-Land haben wir ausgezeichnete Preisstabilität, ein niedriges Zinsniveau und - im Gegensatz zu den USA - einen Leistungsbilanzüberschuß. Der Euro-Start ist also eindeutig gelungen."

Nun beginne die Herausforderung vor allem auf drei Gebieten, zählte Wala auf: "Erstens, die Stabilitätserfolge im verstärkten internationalen Wettbewerb nachhaltig abzusichern; zweitens, das wirtschaftliche Potential des Euro-Wirtschaftsraumes voll zu nützen und drittens, den Euro zu einer bedeutenden, weltweit anerkannten und akzeptierten Währung zu entwickeln."

Auf längere Sicht werde das heute weitgehend vom US-Dollar getragene internationale Währungssystem durch ein neues abgelöst werden, zeigte sich Wala überzeugt. "In dem neuen Währungssystem wird der Euro neben dem US-Dollar eine bedeutende Rolle als internationale Reserve-, Anlage- und Handelswährung spielen." Entscheidend auf diesem Weg dorthin sei es, eine dauerhafte Preisstabilität in der Eurozone zu erhalten, damit der Euro auf den Finanzmärkten als Reserve- und Anlagewährung interessant ist.

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