WWF und Landwirtschaft: Fast einer Meinung bei Natura 2000

Wien (OTS) - Erfreut reagiert der WWF auf die Gründung der Plattform "Natur zum Leben", die sich mehr Kooperation bei der Ausweisung und Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 zum Ziel gesetzt hat. "Wir suchen schon seit langem den Dialog mit den Nutzern in Natura 2000 Gebieten und fordern die Behörden zu einer verstärkten Informationstätigkeit auf. Die Gründung dieser Plattform ist ein wichtiger Schritt zu mehr Offenheit im Natura 2000-Prozeß!" freut sich Mag. Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF, über den Zusammenschluß von 14 Organisationen, darunter die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, die Bundesforste und die Landesjagdverbände.

Als seriöse Grundlage für eine weitere Diskussion begrüßt der WWF besonders das Positionspapier zum europäischen Schutzgebiets-Netzwerk Natura 2000 der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern (Präko). Daß Naturschützer und Landwirtschaft in ihren Positionen gar nicht so weit auseinanderliegen, zeigt die erste Reaktion von WWF-Landwirtschaftsexpertin Mag. Simone Lughofer: "Der WWF kann die Haltung der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern zu 95% unterschreiben!" Besonders unterstützt die Naturschutzorganisation die Forderung der "Präko" nach rascher Rechtssicherheit für die Grundeigentümer und nach ausreichenden Geldmitteln für die notwendigen Schutzmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten.

Der Forderung nach Reduktion der für Natura 2000 gemeldeten Flächen in Niederösterreich kann der WWF allerdings nicht zustimmen. "Die Anzahl der gemeldeten Natura 2000-Gebiete ist ausschließlich von naturschutzfachlichen Kriterien abhängig, da lassen die EU-Naturschutzrichtlinien keinen Zweifel: Die geeignetsten Flächen für die Erhaltung der seltensten Tier- und Pflanzenarten sind zu nennen. Um unsere Artenvielfalt zumindest zu einem Teil zu erhalten, sind derzeit nicht zu viele, sondern eher zu wenig Gebiete ausgewiesen!" erklärt Mag. Christoph Walder, Natura 2000 Experte des WWF. Mag. Simone Lughofer sieht in den großflächige Gebiets-Ausweisungen einiger Bundesländer eine Unterstützung für den neuen regional-wirtschaftlichen Ansatz in der Landwirtschaft: "Es liegt in unser aller Interesse, die Zukunft der Landwirtschaft langfristig abzusichern. Dazu gehört auch die Sicherung der Gelder für die Landwirtschaft über Naturschutzleistungen. Wirtschaften mit der Natur muß sich auszahlen!"

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

WWF Österreich
Corinna Milborn
Tel.: (01) 488 17 / 280

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WWF/OTS