Zum "Status quo" der Flüchtlingsbetreuung in Wien

Wien, (OTS) Im Rahmen einer Pressekonferenz des Österreichischen Roten Kreuzes zum Thema "vertriebene aus dem Kosovo: Zwischenbilanz, informierte Donnerstag die Bereichsleitung für Integration der Stadt Wien über den "Status quo" der koordinierten Flüchtlingsbetreuung in den Wiener Großquartieren.

Mit Stand 23. Juni sind 633 Flüchtlinge aus dem Kosovo durch die Stadt Wien betreut, davon 508 in Großquartieren. Im Mautner Markhof Kinderspital befinden sich 183 Personen. Auf der
Baumgartner Höhe sind 70 Flüchtlinge untergebracht, im Charlotte Bühler Heim 82 und in der Triester Straße 86. Weitere 87 Personen befinden sich in Pfarrquartieren. Die restlichen Flüchtlinge sind bei Familienangehörigen untergebracht.

Für die gesamte logistische Arbeit der Flüchtlingsbetreuung war und ist die Magistratsdirektion Hilfsmaßnahmen zuständig. Die Deckung der Grundbedürfnisse der Flüchtlinge fällt in den Aufgabenbereich der MA 12-Sozialamt der Stadt Wien.

Psychologische und ärztliche Versorgung stehen weiterhin an erster Stelle - selbstverständlich ist auch für alle Krankentransporte gesorgt

Um eine permanente, optimale medizinische Versorgung für die Flüchtlinge sicherstellen zu können, wurde von der Landessanitätsdirektion in jedem Heim ein praktischer Arzt fix eingesetzt. Sämtliche Flüchtlinge sind bei der Wiener Gebietskrankenkasse angemeldet. Ebenso ist für alle Krankentransporte gesorgt. Weiters werden die Frauen von der Frauengesundheitsbeauftragten der Stadt Wien, Prof. Beate Wimmer-Puchinger, und ihrem Team intensiv betreut. Das reicht von der Schwangerenbetreuung bis hin zur frauenspezifischen Gesundheitsberatung. Außerdem können alle Ambulanzen, sofern notwendig, nach Terminvereinbarung, in Anspruch genommen werden. Selbstverständlich werden auch gynäkologische Untersuchungen in den erforderlichen Abständen durchgeführt.

Für die richtige psychologische Betreuung wurde in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband österreichischer PsychologInnen ein eigens auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge abgestimmtes Betreuungskonzept erarbeitet. Dieses Konzept zur "Betreuung vor Ort", beinhaltet unter anderem Kinderbetreuung, ein Frauenprogramm, sowie spezielle Programme für StudentInnen und männliche Jugendliche. Spezifische Kinderaktivitäten, mit deren Hilfe man auch an schwer traumatisierte Kinder herankommen will, bieten die Wiener Kinderfreunde in Zusammenarbeit mit den PsychologInnen an. Insgesamt erhielten die Flüchtlinge bis jetzt über 300 Stunden qualifizierte, muttersprachliche psychologische Betreuung.

Optimale Betreuung der Kinder und Jugendlichen durch Integration in Kindergarten und Schule

Für 15 Kleinkinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren konnte schon vor Wochen ein Montessorikindergarten gefunden
werden. Bis dato konnten auch alle schulpflichtigen Kinder des MMK in den regulären Schulbetrieb integriert werden. Sie besuchen die nahegelegene Volks- und Hauptschule. Die Kinder werden von
albanisch sprechenden LehrerInnen betreut. Die älteren SchülerInnen im MMK besuchen den polytechnischen Lehrgang im 10. Bezirk. Auch für die vier Gymnasiasten konnte in einem Oberstufenrealgymnasium Platz gefunden werden. Die Kinder in den anderen Großquartieren konnten aufgrund ihrer späteren Ankunft und des bereits zu Ende gehenden Schuljahres nicht mehr eingeschult werden.

Für die StudentInnen wurde der Kontakt zur Österreichischen Hochschülerschaft hergestellt, die Schnupperstunden in einzelnen Universitätsinstituten organisiert hat.

Deutschkurse des Wiener Integrationsfonds voll im Laufen -demnächst sollen auch Englischkurse folgen

Voll im Laufen sind auch die vom Wiener Integrationsfonds organisierten Deutschkurse. In den Großquartieren Baumgartner Höhe und Charlotte Bühler Heim finden bereits dreimal wöchentlich je zwei Deutschkurse statt. Im MMK läuft derzeit dreimal wöchentlich ein Kurs. Bei jenen Flüchtlingen, die in Pfarren oder privat untergebracht sind, wird zur Zeit der Bedarf an Deutsch- und auch Englischkursen abgecheckt. Diese Kurse sollen in Zusammenarbeit
mit dem Verband der Wiener Volksbildung angeboten werden. Für die PflichtschülerInnen ist übrigens im Sommer ein Deutschkurs vorgesehen. Die Sprachkurse sind jedenfalls ein wichtiger Beitrag, um das "Warten auf die Rückkehr" sinnvoll zu nutzen.

Freizeitprogramm gegen den "Lagerkoller"

Um den "Lagerkoller" zu verhindern, wurde den Flüchtlingen auch von Beginn an ein abwechslungsreiches Freizeitangebot angeboten. Die Auswahl der einzelnen Projekte erfolgt allerdings
in enger Abstimmung mit den Psychologen. Denn nicht alle Vertriebenen sind in der Lage, sich schon nach außen zu öffnen.

Die Angebotspalette ist jedenfalls breit genug, um für alle etwas zu bieten. Neben bereits mehrmals genannten Aktivitäten, wie Praterbesuch, Wienbesichtigungen und einem Radausflug, standen
bzw. stehen u.a. noch ein Museums- und Kinobesuch sowie Grillen
auf der Donauinsel auf dem Programm. Jugendliche haben im MMK
zudem eine eigene Rückzugsmöglichkeit für Musik etc. Demnächst werden sie auch die Jugendzentren der Stadt Wien mitbenützen können.

Den Flüchtlingen wurde vom WAT auch ein eigener Sportplatz
zur Verfügung gestellt. Weiters hat das Kindertheater Lilarum Kinder aus dem Kosovo zu einem nonverbalen Theaterstück
eingeladen. Alle Kinder werden außerdem beim Wiener Ferienspiel mitmachen können. Übrigens haben die Flüchtlinge auch freien Eintritt in alle Wiener Schwimmbäder.

Weitere Serviceleistungen - 100 zusätzliche übertragbare Monatskarten für die Flüchtlinge und zusätzliche Dolmetscher

In jedem Quartier gibt es ein Kontingent an übertragbaren Monatskarten, damit die Flüchtlinge in Wien die notwendigen Wege selbständig erledigen könne. Jetzt werden den Flüchtlingen zusätzlich 100 solcher Monatskarten zur Verfügung gestellt. Um den Kontakt mit den Angehörigen sicherzustellen, wurden Telefonwertkarten gespendet. Jedes Quartier ist zudem telefonisch erreichbar.

Außerdem werden ab sofort zusätzliche Dolmetscher eingesetzt, damit die Kommunikation noch besser als bisher funktioniert. Dank des Angebotes des freien Wirtschaftsverbandes konnten folgende persönliche Dienstleistungen organisiert werden: Friseure, Fußpflege, Optiker, Zahntechniker, Schuhmacher, Uhrmacher, Bustransporte etc. Von der Taxiinnung wurden Taxigutscheine zur Verfügung gestellt. Die Wirtschaftskammer Wien sorgt für regelmäßige Obst- und Gemüsetransporte.

Auch Patenschaften für Flüchtlingsfamilien sind bereits in Vorbereitung. Last but not least haben auch die MitarbeiterInnen
des Magistrats eifrig gespendet. Die Palette reicht von Kleidung
und Spielzeug bis hin zu Zigaretten.

Vorbereitung für die Rückkehr sind angelaufen

Seit Beendigung des Krieges werden auch erste Vorkehrungen
für die Rückkehr der Flüchtlinge getroffen, denn viele von ihnen wollen, so rasch es geht, in den Kosovo. Für die Gesamtabwicklung der Rückkehr der Kosovo Flüchtlinge ist das Bundesministerium für Inneres zuständig. An den Vorbereitungen für eine geordnete, freiwillige Rückkehr arbeiten aber selbstverständlich auch die Stadt Wien mit. Als erster Schritt wird derzeit in den einzelnen Großquartieren erhoben, wer so rasch als möglich in die Heimat zurückkehren möcht. (Schluß) gph/bs

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