Wegweisende Kooperation von Bayer mit jungem deutschen Biotechnologie-Unternehmen/ 100-Millionen-Dollar-Forschungsabkommen im Bereich Life Science/

Leverkusen/Heidelberg (ots) - Neuartige Informationstechnologie beschleunigt Forschung entscheidend

Die Bayer AG hat mit dem 1997 gegründeten Heidelberger Unternehmen LION Bioscience AG ein fünfjähriges Forschungsabkommen für die Life-Science-Bereiche Pharma und Diagnostics mit einem erfolgsabhängigen Gesamtwert von bis zu 100 Millionen Dollar abgeschlossen. Ziel der Kooperation ist es, moderne Genomics- und Informationstechnologien zur Suche und Entwicklung innovativer Arzneimittel und diagnostischer Marker noch effizienter einsetzen zu können. Damit soll eine deutliche Beschleunigung der Forschung und damit auch der Produktentwicklung erreicht werden.

Während der Zusammenarbeit wird LION in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) ein Zentrum für Bioinformatik (LION Bioscience Research Inc., LBRI) aufbauen, das von Bayer nach Ende der Vertragslaufzeit im Zuge eines "spin-in" übernommen werden kann. Es wird ein spezielles Bioinformatik-Konzept (Bayer SCOUT) entwickelt, mit dessen Hilfe Einzelinformationen aus den unterschiedlichsten, weltweit zugänglichen Datenbanken abgerufen, analysiert und effizient zur Targetsuche eingesetzt werden können. Mittels dieser integrierten Soft- und Hardware-Lösung wird LION Inc. mindestens 500 neue, krankheitsassoziierte Gene (Target-Kandidaten) identifizieren, die u.a. als Ansatzpunkte für eine Arzneimitteltherapie geeignet sein könnten. Außerdem wird LBRI für Bayer genetische diagnostische Marker zur Krankheitsfrüherkennung aufspüren und zur Verfügung stellen.

"Ein beträchtlicher Teil der Innovationen im Life-Science-Bereich stammt von Spezialfirmen, meist mit Sitz in den USA. Daß wir erstmals einen kompetenten Partner in Deutschland gefunden haben, freut mich ganz besonders. Es ist ein weiterer Beleg dafür, daß auch unser Land ein fruchtbarer Biotechnologie-Standort sein kann. Dennoch sind die USA in diesem Bereich noch immer an der Spitze, weshalb die LBRI ihren Sitz in Cambridge (Mass.) in direkter Nachbarschaft zu weltweit führenden Forschergruppen haben wird. Die Strategie, externe Intelligenz für unser Unternehmen zu erschließen und dieses Wissen effektiv für Life Science zu nutzen, soll Bayer einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen", sagte Dr. Manfred Schneider, Vorsitzender des Vorstandes der Bayer AG.

Für die Entwicklung innovativer Arzneimittel spielt die Biotechnologie bei Bayer eine entscheidende Rolle. Genomics und Bioinformatik sind hochmoderne Technologien, die die Wirkstoff-Findung revolutionieren. Sie beginnt mit der Analyse des menschlichen Erbguts (Genom) und der Suche nach Genen bzw. den von ihnen produzierten Proteinen (Eiweiße), die ursächlich zu der Entstehung von Krankheiten beitragen. Diese als Arzneimittelangriffspunkte (Targets) identifizierten Proteine werden mittels Roboter-Screening-Technologie gegen Substanzen aus dem Bayer-Substanzlager (1,5 Millionen) getestet. Kommt es dabei zu einer Reaktion, ist ein potentieller Wirkstoff für die sich anschließende Arzneimittelentwicklung gefunden.

"Die Bioinformatik, eine interdisziplinäre Wissenschaft aus Molekularbiologie und Informatik, hilft dabei, die ungeheure Datenflut zu analysieren und Verbindungen zwischen normalen und krankhaft veränderten Gensequenzen herzustellen. Die Zusammenarbeit mit der LION Bioscience AG wird hier entscheidende Fortschritte bringen", erläuterte Dr. Wolfgang Hartwig, Leiter Forschung im Geschäftsbereich Pharma der Bayer AG. Er verwies darauf, daß Bayer mit einer Vielzahl anderer Industrieunternehmen kooperiert. So wurde im September 1998 mit dem amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen Millennium Pharmaceuticals Inc. das in der Genforschung bisher weltweit umfangreichste Kooperationsabkommen abgeschlossen.

"Wir freuen uns, mit der Bayer AG in diese richtungsweisende und herausfordernde Kooperation eintreten zu können. Dies ist der bisher bedeutendste Entwicklungsschritt in der Geschichte von LION. Gemeinsam werden wir den Einsatz der Informationstechnologie zur Entwicklung neuer Wirksubstanzen und Konzepte revolutionieren", sagte Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach, Vorsitzender des Vorstandes der LION Bioscience AG, Heidelberg.

Die LION Bioscience AG , 1997 gegründet, hat mehr als 150 Mitarbeiter und ist ein führender Anbieter auf dem Gebiet der Life-Science-Informatik-Systeme.

ots Originaltext: Bayer AG
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