Brauner: Gleichstellung als erklärtes Ziel

Bericht zur Frauenförderung in der Gemeinde Wien 1998

Wien, (OTS) Anläßlich der Diskussion der erstmaligen Vorlage der zweijährigen Berichte aller StadträtInnen und des Magistratsdirektors über den Stand der Verwirklichung der Gleichbehandlung und Frauenförderung in der Sitzung des Wiener Gemeinderats am 23. Juni resümierte Frauen- und Personalstadträtin Mag. Renate Brauner über die Entwicklung in diesem Bereich im Jahr 1998. "Insgesamt ist die Gemeinde Wien österreichweit die größte Dienstgeberin von Frauen - von den mehr als 75.000 Beschäftigten sind fast 39.000, also mehr als 52 Prozent, Frauen," stellte
Brauner einleitend fest.

Frauen in Führungspositionen

Zum Stichtag 31.12.1998 gab es im Magistrat (ohne Krankenanstaltenverbund und Stadtwerke) 2.878 höherbewertete Dienstposten, von denen 901 mit weiblichen Mitarbeiterinnen
besetzt waren. Im Krankenanstaltenverbund waren von 505 höherbewerteten Dienstposten 166 mit Mitarbeiterinnen besetzt, bei den Wiener Stadtwerken standen 1.735 männliche 359 weiblichen Beschäftigten in den höherwertigen Funktionen gegenüber.

Im gesamten Bereich der Gemeinde Wien gelang einigen Frauen
der Schritt in höhere Dienstklassen und Führungspositionen. "Ohne eine klare gesetzliche Grundlage, wie das Wiener Gleichbehandlungsgesetz sie darstellt, wäre dies schwierig gewesen," betonte Brauner. Insgesamt war im Jahr 1998 jedoch immer noch weniger als ein Drittel der höherbewerteten Dienstposten im Magistrat mit Frauen besetzt, aber bereits etwa ein Drittel der Postenaufwertungen 1998 erfolgten zugunsten von weiblichen Bediensteten (92 von 245).

Frauenförderungspläne als wichtiges, aber nicht alleiniges Instrument

Die Frauenförderungspläne seien ein wichtiges, aber nicht das einzige Instrument der Gleichstellungspolitik der Stadt Wien, so Brauner, "Frauen, die sich etwa für eine technische Laufbahn entschieden haben, können mit Hilfe der Frauenförderungspläne ihre Chancen erhöhen." Durch die Zunahme von Mädchen in traditionell männlichen Lehrberufen könne aber in den kommenden Jahren eine gleichmäßigere Verteilung der Jobs in der Gemeinde Wien erreicht werden.

Weitere wichtige Aspekte der Gleichbehandlung bei der
Gemeinde Wien sind neue flexible Arbeitszeitmodelle, flexible Kinderbetreuung, sprachliche Gleichbehandlung sowie Vorgangsweisen bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Die baulichen Vorbereitungen als Rahmenbedingungen für mehr Frauen in traditionellen Männerberufen sind oder werden im Bereich der Gemeinde Wien kontinuierlich getroffen (z.B. Umkleideräume, Duschen, Toiletten).

Frauen in männerdominierten Berufsgruppen

Im Jahr 1998, dem zweiten Jahr seit Einführung des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes, gab es im Bereich der Gemeinde Wien die erste Feuerwehrfrau und eine zweite Försterin. Bei den Wiener Stadtwerken wurden die erste Tischlerin und eine zweite Zeremonienleiterin aufgenommen. Weiters bilden die Wiener
Stadtwerke eine Gas- und Wasserinstallateurin sowie vier KFZ-Mechanikerinnen aus.

Geschlechterparität bei Personalentscheidungen

Die Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen fordert in
ihrem Bericht über das Jahr 1998 eine stärkere Berücksichtigung von Frauen im Bereich höherwertiger Verwendungen, aber auch bei Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, die für höherwertige Positionen qualifizieren. Auch in (personal-)entscheidende Kommissionen bzw. Gremien sollen mehr Frauen aufgenommen werden, damit sich eine Parität von Frauen und Männern im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes entwickeln kann. "Gerade auch in den Gremien, in denen die personellen Entscheidungen fallen, ist es wichtig, einen Parität der Geschlechter zu erzielen," betonte Brauner. (Schluß) mk

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