Kritik an EU-Chemikalienrecht nicht gerechtfertigt

Fachverband Chemische Industrie Österreichs stellt richtig: EU stuft gefährliche Stoffe und Zubereitungen seit langem ein

Wien (PWK) - "Es ist bedauerlich, daß Dr. Belazzi das EU-Chemikalienrecht umfassend kritisiert, obwohl er es offenkundig nur teilweise kennt", erklärt Erwin Tomschik vom Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs. Thomas Belazzi, Greenpeace-Chemieexperte, sprach sich anläßlich des derzeit in Luxemburg stattfindenden Umweltministerrates in einer Presseaussendung für rasche Verbote verschiedenster Chemikalien aus. Wissenschaftliche Bewertungen würden zum Teil nicht stattfinden oder zu lange dauern, die EU-Chemikalienpolitik sei umweltschädlich. ****

Tomschik, Experte vom Chemie-Fachverband, widerspricht den Aussagen Belazzis und schließt offensichtliche Wissenslücken des Greenpeace-"Experten". "Eigentlich hätte ihm bekannt sein müssen, daß die EU seit vielen Jahren gefährliche Stoffe und Zubereitungen einstuft und die Einstufungen der wichtigen Stoffe laufend überarbeitet und veröffentlicht", so Tomschiks erste Richtigstellung.

Zweitens sollte Dr. Belazzi wissen, daß der Arbeitnehmerschutz für gefährliche Stoffe und Zubereitungen umfangreiche Vorschriften inklusive Arbeitsplatzevaluierung vorsieht. Und drittens sieht die EU für krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe und Zubereitungen Verbote für die Verwendung durch Privatpersonen gemäß der Verbotsrichtlinie sehr wohl vor. Die angesprochenen 100.000 Altstoffe können gefährlich oder ungefährlich sein.

"Darüber hinaus sind in der EU nicht nur die Altstoffe erfaßt", erklärt Tomschik weiter. "Für mehrere tausend Neustoffe existieren umfassende Dossiers aufgrund von durchgeführten Prüfungen." Diese Aufwände für Neustoffe sind zwischenzeitlich so hoch, daß die Forschung für Neustoffe bevorzugt in Übersee abgewandert ist, wodurch verschiedentlich bei Chemiefirmen wichtig innovative umweltverträgliche Stoffentwicklungen unterbleiben.

Was die Altstoffe, also bekannte Stoffe, selbst betrifft, ist die Chemiewirtschaft international bemüht, bis 2004 auf freiwilliger Basis Stoffdossiers über jene Stoffe bereitzustellen, die in großen Mengen erzeugt werden und nach ihrer Verwendung als Publikumsprodukte in geringen Konzentrationen in die Umwelt gelangen können, weiß Tomschik. "Hier setzen auch umfangreiche Maßnahmen zum Umweltschutz in den einzelnen Mitgliedstaaten ein."

Darüber hinaus laufen - ebenfalls auf freiwilliger Basis - in Deutschland umfangreiche Maßnahmen für rund 25.000 bis 30.000 Stoffe, die in Deutschland in Mengen über 1 t gehandhabt werden, indem Stoffdossiers bereitgestellt werden. Offenkundig werden etwa 70.000 Stoffe in so kleinen Mengen in Verkehr gesetzt, daß sie keine Gefahr für die Umwelt darstellen. Ein guter Teil davon ist ungefährlich. In jedem Fall sind die Firmen, die diese Stoffe in Verkehr setzen, verpflichtet zu prüfen, ob diese gefährlich oder ungefährlich sind.

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