Der ÖGB ist für die Jugend attraktiv: 4,2 Prozent Mitgliederzuwachs

Im ÖGB sind 1,480.016 ArbeitnehmerInnen organisiert

Wien (ÖGB). Per Stichtag 31. Dezember 1998 waren 1,480.016 ArbeitnehmerInnen (31. Dezember 1997: 1,497.584) in einer der 14 Gewerkschaften des ÖGB als Mitglieder organisiert. Besonders erfreulich sind die Zuwächse bei der Gewerkschaftsjugend, die ein Plus von 4,2 Prozent verzeichnete. Mit 51.972 Mitgliedern wurde
bei der ÖGJ die 50.000er-Grenze wieder überstiegen - eine Marke, die zuletzt im Jahre 1996 erreicht worden war. Mitgliederzuwächse verzeichneten auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und Kunst, Medien, freie Berufe (KMfB). Bei den ArbeiterInnen betrug
der Mitgliederstand 1998 insgesamt 577.501 (minus 2,0/1997: minus 2,9 Prozent), bei den weiblichen und männlichen Angestellten 314.246 (minus 1,0/1997: minus 4,2 Prozent). ++++

Der Leitende Sekretär Karl Drochter, der die ÖGB-Mitgliederstatistik 1998 bei der heutigen Sitzung des ÖGB-Bundesvorstandes präsentierte, sieht eine Trendwende: "Im Vorjahr betrug der Rückgang 17.568 Mitglieder; ein Jahr zuvor waren es
noch mehr als 37.000 gewesen; 1996 sogar mehr als 48.000." Die Reduzierung der Mitgliederrückgänge sei einerseits darauf zurückzuführen, dass sich Tausende KollegInnen bei der Mitgliederwerbeaktion engagiert haben, anderseits die BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen und Jugenvertrauensleute durch unermüdlichen Einsatz die ArbeitnehmerInnen und Lehrlinge davon überzeugen konnten, wie wichtig eine starke Interessenvertretung für die Beschäftigten ist.

Die fünf mitgliederstärksten Gewerkschaften

Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA): 298.044
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD): 229.778 Metaller-Gewerkschaft (GMBE): 205.898
Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) 176.623
Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) 166.733

471.091 Frauen sind ÖGB-Mitglieder

Im ÖGB sind 471.091 Frauen gewerkschaftlich organisiert. Der Rückgang betrug 3.535 Mitglieder oder minus 0,7 Prozent (1997:
minus 2,5 Prozent). Der Anteil weiblicher Gewerkschaftsmitglieder beträgt 31,8 Prozent am Gesamtmitgliederstand nach 31,7 Prozent im Jahre 1997 und ist damit der höchste Mitgliederanteil in der zweiten Republik.

Drochter: "Der Anteil der Frauen ist nahezu unverändert geblieben und das, obwohl gerade Frauen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen und geringfügiger Beschäftigung am stärksten betroffen sind." Für den Leitenden Sekretär ist daher mit allen gewerkschaftlichen Instrumentarien gegen das Abdrängen der Frauen, die für Drochter noch ein großes Potenzial möglicher neuer Mitglieder darstellen, in atypische Beschäftigungsverhältnisse anzukämpfen.

"Metaller" haben die meisten Jugendlichen

Der Anteil der Jugendlichen stieg in allen Bundesländern. In absoluten Zahlen verzeichnete wie schon ein Jahr zuvor das Bundesland Salzburg mit 578 (25,0 Prozent) "Neuen" den stärksten Zuwachs, gefolgt von Wien mit 441 (3,1 Prozent) und Oberösterreich mit 297 Jugendlichen (2,8 Prozent).

Innerhalb der 14 Gewerkschaften verfügt die Metaller-Gewerkschaft mit 14.437 Mitgliedern oder 27,8 Prozent gemessen an der Gesamtgewerkschaftsjugend über den höchsten Anteil an Jugendlichen. Ihr folgen die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) mit 12.685, die Gewerkschaft Bau Holz mit 11.589 sowie die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten mit 5.525 jugendlichen Mitgliedern.

Drochter: Die Beschäftigungsinitiativen greifen

Die geringen Mitgliederverluste sind auch darauf zurückzuführen, dass sich der ÖGB und seine Gewerkschaften mit ihren Forderungen
im Interesse der österreichischen ArbeitnehmerInnen durchsetzen konnten. Der ÖGB und seine Gewerkschaften haben das Thema "Arbeit" nicht nur in Österreich durch den Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung (NAP), sondern durch Präsident Fritz Verzetnitsch in seiner Funktion als EGB-Präsident auch auf europäischer Ebene zum Thema Nummer eins gemacht. Drochter: "Die
Beschäftigungsinitiativen greifen bereits. Die Beschäftigung in Österreich steigt; die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig."

Vom 12. bis 15. Oktober 1999 findet der 14. Bundeskongress unter
dem Motto "Sicherheit im Wandel" statt, bei dem der ÖGB seine Arbeit und seine Positionen für die kommenden vier Jahre festlegen wird. Der ÖGB und seine Gewerkschaften werden aber auch unvermindert vehement die Gleichstellung der Rechte der ArbeiterInnen an die ihrer angestellten KollegInnen einfordern. Drochter: "Eine jahrzehntelange Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben. Mit der Umsetzung der ‘Aktion Fairness’ sollen endlich auch 1,2 Mio. ArbeiterInnen gleiche Kündigungsfristen, gleiche Entgeltfortzahlung und gleiche Rechte wie die Angestellten haben." (Bac-)

ÖGB, 23. Juni 1999 Nr. 313

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