Telekomliberalisierung hat Industriestandort deutlich verbessert

Studie der Bundessektion Industrie zeigt Einsparungs- potentiale in Milliardenhöhe auf

PWK - Die Infrastrukturkosten zählen in Österreich nach wie vor zu den wichtigsten Standortnachteilen für Industrieansiedlungen. An prominenter Stelle wurden dabei bislang auch die Kosten für Telekomdienstleistungen genannt. Die Bundessektion Industrie hat nun gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Arthur D. Little bei 5.200 Industrieunternehmen erhoben, wie sich die Liberalisierung des Telekomfestnetzmarkts und der neue Wettbewerb auf die Kosten der Industrieunternehmen ausgewirkt hat. Die Ergebnisse dieser Erhebung wurden heute im Rahmen eines 'Industrieforum Telekom' in der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert. ****

Der neue Wettbewerb der Telekommunikationsanbieter hat zu einer massiven Verbilligung der Telefonkosten in der österreichischen Industrie geführt. Mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen telefoniert mit alternativen Anbietern, die Einsparungen betragen überwiegend rund 30 Prozent der bisherigen Telefonkosten. Das gesamte Einsparungspotential der Industrie beläuft sich auf 1,2 Mrd. S jährlich, wurde aber von der Industrie erst etwa zur Hälfte genützt. Große Unternehmen nützen die Angebotsvielfalt stärker als Klein- und Mittelbetriebe.

Die Marktliberalisierung läßt jedoch auch große Wünsche offen und hat neue Probleme geschaffen, vor allem was die Informationstransparenz betrifft. 70 % der Unternehmen, die bereit wären, ihren Telekomversorger aus Kosten- oder Qualitätsgründen zu wechseln, beklagen die mangelnde Vergleichbarkeit der Angebote und kritisieren damit die von Kundenseite geargwöhnte Vernebelungspolitik der Betreiber und den bestehenden Tarif-Wirrwarr. Dennoch könnten sich 92 % der befragten Unternehmen einen Wechsel zu alternativen Telekomanbietern vorstellen, obwohl sie die Angebote als verwirrend empfinden.

Die Industrie ist damit ein Vorreiter bei der Liberalisierung und eine treibende Kraft für die Marktbewegungen, da sie selbst dem Druck ausgesetzt ist, ständig die Kosten zu überprüfen und optimal zu disponieren. Es gibt auch eine enge Korrelation zu den Un-ternehmensgrößen, da eher die Großunternehmen bereit und flexibel genug sind, die Möglichkeiten zur Nutzung alternativer Telekomnetzbetreiber aufzugreifen.

Der Obmann der Bundessektion Industrie, Dr. Heinz Kessler, stellte anläßlich der Präsentation dieser von der Bundessektion Industrie gemeinsam mit dem internationalen Unternehmensberater Arthur D. Little erarbeiteten Studie fest, daß der Einsparungseffekt in Milliardenhöhe vor allem darauf zurückzuführen ist, daß Österreich sich seinerzeit entschlossen hat, der EU beizutreten und damit verpflichtet hat, deren Marktliberalisierungsschritte mitzuvollziehen.

"Der massive Einsatz der Bundessektion Industrie für den Beitritt zur EU hat sich somit auch in diesem Teilbereich gelohnt und die Hoffnungen erfüllt", stellte Kessler fest. Er erwarte auch in anderen Infrastrukturbereichen, wie z.B. bei der Energieversorgung, wo erste Effekte schon zu erkennen sind oder auch im Schienenverkehr positive Auswirkungen der Umsetzung des Binnenmarktkonzepts. Wettbewerb belebe die Sinne und die unternehmerische Tatkraft.

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