AK fordert konsequentes Schadstoff-Monitoring für Lebensmittel Auch EU soll Kontrollagentur gründen

Wien (OTS) – Die AK verlangt ein konsequentes Schadstoffmonitoring auf Lebensmittel als vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Konsumenten. Kontrolliert werden sollen auch die Futtermittel. Außerdem soll der Lebensmittelbericht zu einem umfassenden Ernährungsbericht ausgebaut werden, schlagen die AK Konsumentenschützer vor. Neben den nationalen Kontrollbehörden soll eine EU-Marktüberwachungs-Agentur zur Produktkontrolle geschaffen werden. Europäische Konsumenten brauchen mehr
Sicherheit und Schutz, sagen die AK-Konsumentenschützer. ****

Ein gezieltes und kontinuierliches Monitoring auf verschiedenste Schadstoffe (wie zB chlorierte Kohlenwasserstoffe, chlorierte Dioxine, Furane und Biphenyle, Schwermetalle, Antibiotika oder Tierarzneimittel) ist notwendig, verlangen die AK-Konsumentenschützer. Wie notwendig das ist, zeigen das aktuelle Dioxinproblem in belgischen Produkten, aber auch die Diskussion um die österreichische Grundbelastung an Dioxinen in Lebens- und Futtermitteln.

Die AK-Konsumentenschützer verlangen daher die Einrichtung eines nationalen Monitoring-Programmes, mit dem die Grundbelastung an Schadstoffen laufend und stichprobenartig überwacht wird. So können frühzeitig Entwicklungen und Trends von belasteten Stoffen an Lebensmitteln festgestellt werden, mit denen – wie bei Dioxin – aufgrund der Herstellung nicht unbedingt zu rechnen ist.

EU Überwachungsagentur
Neben den nationalen Programmen soll eine europaweite Kontrolle
und Zusammenführung aller Ergebnisse erfolgen, verlangen die AK Konsumentenschützer. Nach AK-Vorstellung soll eine Agentur zur generellen Marktüberwachung auf EU-Ebene eingeführt werden. In einer derartigen Einrichtung sollen einerseits die Daten aus den nationalen Monitoring-Programmen zusammengeführt und ausgewertet werden, andererseits soll sie auch zur Unterstützung der
nationalen Lebensmittelkontrollen in direkte Kontroll- und Überprüfungsaufgaben eingebunden werden, um auf Probleme die im Binnenmarkt auftreten, schnell und wirksam zum Schutz der Verbraucher reagieren zu können. Außerdem müssen die Standards der Kontrolle europaweit angeglichen werden.

AK fordert PCB-Kontrolle
Nach Ansicht der AK müßte jetzt auch umfassende europaweit jene Produkte, bei denen eine Dioxinkontamination vermutet wird, auch nach polychlorierten Biphenylen (PCB) untersucht werden. Polychlorierte Biphenyle, die beispielsweise als Trafo- und Hydrauliköle weite Verbreitung fanden und die regelmäßig als Verunreinigungen chlorierte Dioxine enthalten, könnten eine Quelle der aktuellen Dioxinbelastung darstellen. Die mögliche Belastung von Lebensmitteln mit diesem gesundheitlich hochproblematischen Stoff wäre in diesem Fall denkbar, eine eindeutige Klärung dieser Frage ist im Interesse des Konsumentenschutzes unerlässlich.

Futtermittel kontrollieren
Notwendig hält die AK auch die ständige, vorsorgliche Überwachung von Futtermittel auf gesundheitlich relevante Stoffe. Die Skandale der letzten Zeit gehen auf problematische Futtermittel zurück,
eine präventiven Futtermittelkontolle ist daher von besonderer Bedeutung.

Die europäische Landwirtschaft ist von massiver Überproduktion gekennzeichnet. Daher muß alles unternommen werden, um nur auf gering belasteten Produktionsflächen anzubauen, um die Belastung für die Konsumenten mit derartigen Umweltschadstoffen gering zu halten. Bei Flächenstilllegungen sollen belastete Flächen (zB Flächen in der Nähe von stark befahrenen Straßen) bevorzugt werden. Das sollte im Interesse eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes passieren, und es würde auch den Konsumentenanforderungen an eine umweltgerechte, soziale und konsumentenorientierte Landwirtschaft entsprechen, wie sie durch
die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU gewährleistet
werden sollte.

Regelmäßiger Ernährungsbericht
In Deutschland wird bereits seit vielen Jahren im Vier-Jahresrhythmus ein Ernährungsbericht erstellt. Darin werden alle Probleme, die Konsumenten mit dem Lebensmittelkonsum haben, wissenschaftlich aufgearbeitet.

Der jüngst in Österreich vorgestellte erste Lebensmittelbericht ist ein erster Schritt in diese Richtung. Dieser
Lebensmittelbericht soll ausgebaut werden. Durch konsequente Aufarbeitung verschiedenster Problemlagen (Ernährungsverhalten und -fehlverhalten, Schadstoffbelastung, Aufnahme von Zusatzstoffen
etc) sollen ernährungsbedingte Probleme erkannt werden, Trends erfaßt und Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden.

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