Forum Biotechnologie 1: Für seriöse Überprüfung neuer Lebensmittel

Experte Prof. Heberle-Bors: Umstrittene Forschungsergebnisse nicht gesichert

Wien (OTS) - Die Überprüfung von neuen Lebensmitteln und die konsequente Weiterentwicklung neuer Untersuchungsmethoden sei von herausragender Bedeutung, ebenso wie die ständige Kontrolle, bestätigt das Forum Biotechnologie, jedoch müsse dabei die wissenschaftliche Seriosität gewahrt bleiben. Bezugnehmend auf die am Montag in Wien getroffenen Aussagen des Wissenschafters Dr. Arpad Pusztai erneuerte das Forum Biotechnologie die Zweifel an dessen Methoden und Ergebnissen. So habe eine Arbeitsgruppe der Royal Society, die mit der Überprüfung der von Dr. Pusztai veröffentlichten Forschungsergebnisse beauftragt worden war, bereits am 27. Mai 1999 festgestellt, daß "die Versuchsreihe mit Blick auf Aufbau, Durchführbarkeit und Bewertung fehlerhaft sei" und deshalb "Schlußfolgerungen aus ihr nicht gezogen werden sollten". Dies betreffe sowohl die von Dr. Pusztai behaupteten Auswirkungen auf Ratten als auch die daraus gezogenen Rückschlüsse auf mögliche Auswirkungen gentechnisch veränderter Lebensmittel für die menschliche Gesundheit, so die Royal Society nach der Bewertung durch sechs unabhängige Rezensenten.

Univ. Prof. Dr. Erwin Heberle-Bors vom Institut für Mikrobiologie & Genetik an der Universität Wien und Mitglied der österreichischen Gentechnikkomission sieht in Pusztais Vorgangsweise mehr Schaden als Nutzen für Forschung und Entwicklung: "Die Entwicklung von Methoden zur Untersuchung von Novel Food Produkten ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Daten jedoch, die Pusztai zur Verfügung gestellt hat, lassen nach wissenschaftlichen Kriterien keine Aussage und keine Rückschlüsse auf die Gefährlichkeit von transgenen Kartoffeln zu. Pusztai muss sich vorwerfen lassen, dass er an die Öffentlichkeit geht mit Daten, die nicht abgesichert sind - eine für einen Wissenschafter unzulässige und unethische Vorgehensweise, die zu Pusztais Suspendierung geführt hat. Dennoch stellt Pusztai seine Rückschlüsse in der Öffentlichkeit so dar, als wären sie nach wissenschaftlichen Kriterien gültig und findet bedauerlicherweise in nicht-wissenschaftlichen Kreisen und in den Medien dankbare Abnehmer". (pp/Schluss)

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