Wiener Gemeinderat (8)

Kultur

Wien, (OTS) Als positive Beispiele der derzeitigen Kulturpolitik hob GR Mag. Gabriele Hecht (LIF) das Mahnmal am Judenplatz, das Link-Frauenzentrum und die Diskussion um das Tanzhaus und das Kinderkreativzentrum hervor. Im Rahmen der Aufstockung der Filmförderung sollte mehr Geld für Marketing zur Verfügung stehen und die Zusammenarbeit mit dem ORF verstärkt werden. Hecht forderte einen Theaterstrukturplan ein. Das Ziel, private Geldgeber durch steuerliche Anreize zu Kulturinvestitionen zu veranlassen, sei nicht erreicht worden. Kritik übte Hecht an
der mangelnden Transparenz bei der Förderungsvergabe und am Kinosterben. Der Umstrukturierung der Wiener Festwochen werde das LIF nur dann zustimmen, wenn zur Kontrolle ein Beirat eingesetzt wird, in dem alle Parteien vertreten sind.

Über die Beziehung zwischen Kultur und Politik sprach StR Dr. Friedrun Huemer (G). Unter Kunst verstehe sie auch Hilfestellung für den Einzelnen im Alltag, besonders wichtig sei ihrer Partei
die Freiheit der Kunst. Zu bedauern sei das hohe Leistungsbilanzdefizit im Kulturbereich. Dazu sei eine Analyse notwendig. Musik könnte beispielsweise ein Wirtschaftsfaktor sein, wenn die Ausbildung in den Musikschulen verbessert würde und nicht nur klassisch orientiert sei. Kulturpolitik müsse auf Veränderungen von Kunst und Kultur in der Gesellschaft reagieren. Ein Beispiel seien die "Events", durch die sich zahlreiche
Menschen in verschiedenen Schichten angesprochen fühlen. Huemer kritisierte, daß nur die von Parteien unterstützten Events subventioniert würden und daß die Bezirkskultur fest in der Hand von Parteivereinen läge.

Kultur sei ein Ideologieressort, stellte GR Dr. Rüdiger Stix (ohne Klubzugehörigkeit) fest. Wie wichtig der erzieherische
Faktor in Kultur und Kunst ist, zeige ein kürzlich durchgeführtes Experiment in Wien, bei dem Menschen bereit waren, aufgrund einer Scheinautorität Anderen Qualen zuzufügen. (Forts.) eb/sp

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