Bedeutung der industrienahen Dienstleistungen steigt rasant

Enquete in der WKÖ zeigte Chancen der österreichischen Wirtschaft durch industrienahe Dienstleistungen auf

PWK - Die Chancen, die sich der österreichischen Wirtschaft durch industrienahe Dienstleistungen bieten, standen im Mittelpunkt einer Enquete, die vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der WKÖ-Bundessektion Industrie und der Industriellenvereinigung am Dienstag in der Wirtschaftskammer Österrreich veranstaltet wurde. ****

Wirtschaftsminister Farnleitner bezeichnete die industrienahen Dienstleistungen (IDL) als verbindendes Element einer immer komplexer werdenden Wirtschaftsstruktur und als 'Pfadfinder im Weltmarkt'.

"Wer jedoch IDL als Wachstumsfaktor haben will, muß zunächst für die Industrie optimale Rahmenbedingungen herstellen, damit sie sich das auch leisten kann." Eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) bestätigt, daß industrienahe Dienstleistungen einer der wachstumsintensivsten Bereiche der österreichischen Wirtschaft sind. In 26.000 Betrieben werden bereits 164.000 Unselbständige beschäftigt. Die jährliche Steigerungsrate liegt bei 32%. Was die Wertschöpfung betrifft, so hat sich der Anteil in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt und liegt derzeit mit 126 Mrd Schilling bei 5,2% vom BIP. Globalisierung, Spezialisierung und die neuen Medien wie das Internet werden das Wachstum von IDL noch beschleunigen. IWI-Institutsleiter Werner Clement rechnet mit 80.000 neuen Jobs in den nächsten 10 Jahren, "vorausgesetzt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stimmen". Denn tatsächlich befindet sich Österreich mit seinem Anteil von 6,5 % (IDL+Realitätenwesen) nur im europäischen Mittelfeld. Damit IDL auch weiterhin ihre Motorfunktion für Beschäftigung übernehmen können, sprach sich Clement für ein Aktionsprogramm mit konkreten Maßnahmenfeldern aus, das in Österreich, so wie in andern Ländern bereits geschehen, möglichst rasch umgestetzt werden muß. Unter anderem verlangte Clement neue Serviceleistungen für IDL-Unternehmensgründer, Programme zur Stimulierung von innovativen Dienstleistungen und eine Optimierung der Forschungsförderung und eine deutliche Verbesserung der Ausbildung in diesem Bereich.

In diese Kerbe schlug auch Hannes Androsch, EX-Finanzminister, erfolgreicher Unternehmer und Consulter (Androsch International Consulting), der vor allem die Qualifikation von Hochschulabgängern bemängelte, die kaum in der Lage seien, den Anforderungen der Industrieunternehmen an hochspezialisierte Dienstleistungen gerecht zu werden. Daher müsse man vor allem im Wirtschafts- und Finanzberatungsbereich verstärkt auf internationale Spezialisten zurückgreifen. Androsch wies darauf hin, daß die zunehmende Konzentration der Unternehmen auf ihre Kernkompetenz dazu geführt hat, daß Unternehmen immer differenziertere Dienstleistungen benötigen, die sie selbst entweder gar nicht mehr oder nur zu extrem hohen Kosten erbringen können. "Daher müssen wir unsere ganze Aufmerksamkeit darauf fokussieren, die notwendige Qualifikation für industrienahe Dienstleistungen zu schaffen, damit unsere Betriebe international wettbewerbsfähig bleiben."

Den "Siegeszug" der IDL führt Joachim Lamel, Syndikus der Bundessektion Industrie, auf einen zweifachen Strukturwandel innerhalb der Wirtschaft zurück. Einerseit verlieren die "harten" Faktoren der industriellen Vorleistungen gegenüber den "weichen" Inputs immer mehr an Bedeutung. Dies spiegelt sich auch im Angebot der Industrie wider: immaterielle Leistungen wie z.B Softwareentwicklung und Engineering spielen eine immer größere Rolle und werden nicht selten im "Kombi-Pack" mit traditioneller Hardware angeboten. Parallel dazu steigt der Anteil der Dienstleistungsberufe in der Industrie rasant an.

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