Reich und Grün. Regiovision Energie und Wirtschaft

Wien (OTS) - Am 22. Juni 1999 (15.00 Uhr) findet im Rahmen des vom Büro für die Organisation angewandter Sozialforschung (BOAS) initiierten Regionalprojektes REICH UND GRÜN. REGIOVISION ein Symposium zum Thema ENERGIE UND WIRTSCHAFT statt, Ort ist das EVN FORUM (Maria Enzersdorf)

Ca. 70 Teilnehmer (Skyba - Wr. Stadtwerke, Gruber - EVN, Novy -VOR, Fremuth - CA, Ökosoziales Forum - Scheiber, Öst. Energiekonsumenten-Verband, Industriellenvereinigung u.a.) diskutieren effizientes Energiemanagement der Wirtschaft, ihren möglichen Beitrag zur Förderung von allgemeinem Energiebewußtsein und stellen strategische Energiekonzepte der Zukunft vor.

Ziel des Gesamtprojektes - eine Initiative von Ernst Gehmacher -ist die Entwicklung und gezielte Strukturierung der Ostregion, des Großraums um und mit Wien. Durch Workshops, Expertengespräche sowie gezielte Aktionen wird eine realistisch-optimistische Zukunftssicht über einen Zeitraum von etwa 30-50 Jahren vermittelt.

Die Kernaussagen der Referenten:

Generaldirektor Dr. Karl Skyba, WIENER STADTWERKE:

"Ein allgemeingültiges Eriergiebewußtsein zu fördern ist kaum möglich".

Die Gründe für Energiebewußtsein sind zielgruppenbedingt unterschiedlich:

Wirtschaftstreibende: stehen die Kosten für Energie und Umweltschutz im Vordergrund. Stichwort Ökoeffizienz: für das gleiche Geld mehr Werte schaffen, dabei weniger Ressourcen verbrauchen und die Umwelt weniger belasten. Wettbewerb schafft und fördert Energiebewußtsein!

Private: Energiepreise derzeit sehr niedrig, werden nur bei Einmalzahlung relevant (wer kennt schon seinen Stromverbrauch bzw. seine Stromrechnung). Energiebewußtsein kann nur über Umwelt- u. Klimaschutz gefördert werden.

Längerfristig zielführend ist nur positives, freiwilliges Energiebewußtsein.

- Energiebewußtsein muß vom "Hirnthema" zum "Bauchthema" und damit nahezu automatisiert werden (Mülltrennung, Nichtraucher in U-Bahnen)

- Energiebewußtsein muß ein Anreiz- und Vorzeigethema werden.

Wr. Stadtwerke setzen einen Schwerpunkt auf die Schaffung eines Energiebewußtseins bei Schülern - Wirkung auf deren Familien -Einfluß auf das Lehrpersonal.

Entwicklung von altersspezifischen Pakten für Schüler

Prof. DI Ernst Gehmacher, BOAS:

"Mehr Rationalität macht Energieverbrauch effizienter."

Das Optimum an Rationalität muß für die Wirtschaft anders aussehen als für die Haushalte.

Energiebewußtsein bedeutet in diesem Kontext die deutliche Bewußtheit von Zielen eines effizienten Verbrauchs. Rationales Energiebewußtsein soll durch intensive Kommunikation entwickelt werden.

- In Schulen wird "Energie" gelehrt - Biologie, Physik, Chemie, Geographie, Gesellschaftslehre - und disziplinübergreifend

- Rationaler Energiewettbewerb über Energiewissen wird im Fernsehen ausgestrahlt

- Vereine, Clubs, Selbsthilfegruppen erhalten kostenlose Energieberatung

- Regelmäßige Erhebung des Energiebewußtseins mittels Umfragen und anschließende Publikation

- Wissenschaft befaßt sich mit dem Zusammenhang zwischen Werten und Energiebewußtsein und der Rentabilität von Energieverbrauchs-Reduktionen

- Einheitliches, möglichst faßbares Energiemaß wird popularisiert und in alltagsnahen Vergleichen dargestellt

- Jeder Haushalt hat ein Energieverbrauchs-Meß-System

DI Manfred Strubegger, Temaplan, IIASA:

"Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch tritt immer nur als kurzfristiges Phänomen auf."

Die Wirtschaftstätigkeit in modernen Industriestaaten wie Österreich ist eng mit Energieverbrauch verbunden. Steigendes Wirtschaftswachstum war lange mit einem in etwa gleich stark steigenden Energiekonsum gekoppelt. Seit den Erdölpreisschocks und zunehmendem Umweltbewußtsein wird eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch postuliert und auch für zahlreiche Abschätzungen des zukünftigen Energieverbrauchs als Hypothese unterlegt.

Eine detailliertere Betrachtung der Zusammenhänge zeigt jedoch eine der allgemeinen Ansicht widersprechende Entwicklung, nämlich daß Entkoppelung immer nur als kurzfristiges Phänomen auftritt und als Basis einer längerfristigen Abschätzung des zukünftigen Energieverbrauchs nicht geeignet ist.

Direktor DI Dr. Peter Layr, EVN:

"Durch intelligente Kombination neuer Technologien sind energetisch saubere und für den Kunden kostengünstige Lösungen erzielbar."

Ausgehend von positiven Erfahrungen in der Vergangenheit bietet die EVN in NÖ, aber auch darüber hinaus, die Erstellung von integrierten Energiekonzepten an. An Hand dreier Beispiele (Industriebetrieb, Gewerbe und Gemeinde) wird der Weg von realisierbaren Ansätzen hin zu intelligent und sinnvoll kombinierten Energielösungen skizziert. Im Vordergrund stehen dabei die Energieausnutzungskennzahlen (Wirkungsgrad etc.), die Schaffung möglichst geschlossener Energiekreisläufe sowie die Einbindung von Umweltbelangen.

DI Sven Kaiser, Öst. Energiekonsumentenverband:

"Effizientes Energiemanagement bedeutet Minimierung der Kosten bei einem Maximum an Flexibitität und Verfügbarkeit."

Der Energiefluß im Unternehmen gliedert sich im wesentlichen in die Bereiche Energiebezug, Energieverteilung, Energieverwendung sowie unter Umständen Energierückgewinnung. Aufbauend auf diese Gegebenheiten leiten sich die wesentlichen Ziele des Energiemanagements, die in den letzten Jahren einem erkennbaren Wandel unterworfen waren, ab.

Aus diesem Zielsystem resultieren als Aufgaben die Erarbeitung und Umsetzung von organisatorischen und technischen Maßnahmen. Dazu lassen sich Merkmale definieren, die die Effizienz von Energiemanagement kennzeichnen. Wesentlichster Gesichtspunkt hierbei ist, daß die Kontinuität des Ablaufes gewährleistet sein muß.

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