Atomgipfel trotz massiver Differenzen fuer morgen, Mittwoch, fixiert.

Greenpeace, GLOBAL 2000: "Regierung will nicht auf Schliessung von Bohunice bis 2000 beharren". Aktuelle Umfrage: Fast 70 Prozent mit Engagement der Regierung gegen grenznahe AKW unzufrieden.

Wien (OTS) - Der von Kanzler Klima zugesagte zweite Atomgipfel zwischen Regierung, Landeshauptleuten und Umweltorganisationen wird nun doch stattfinden. Ein entsprechender Termin wurde fuer morgen, Mittwoch 12 Uhr 30, im Bundeskanzleramt in Wien vereinbart. Dies gaben GLOBAL 2000 und Greenpeace in einer Aussendung bekannt. "Die Regierung hat in letzter Minute eingelenkt und trotz massiver Differenzen ueber die weitere Anti-Atom-Linie zumindest ihr Versprechen eingeloest, einen zweiten Atomgipfel abzuhalten", so GLOBAL 2000-Sprecher Lothar Lockl. "Inhaltlich liegen die Positionen der Regierung einerseits und die Positionen der Landeshauptleute und der Umweltorganisationen andererseits aber weiter auseinander denn je. Bei Temelin versucht die Regierung, die klaren Zusagen von Kanzler Klima und Umweltminister Bartenstein beim ersten Gipfel, wonach die Frage der Inbetriebnahme des AKW mit einem EU-Beitritt Tschechiens junktimiert werden soll, wieder in Frage zu stellen. Hier steht das Wort des Kanzlers auf dem Pruefstand." Greenpeace-Sprecher Alexander Egit: "In der Bohunice-Frage ist die Regierung nicht bereit, auf der selbst von der EU-Kommission geforderten Schliessung des slowakischen AKW im Jahr 2000 zu beharren. Es waere absolut inakzeptabel, wenn die Regierung weiterhin versucht, sich von einem eigenstaendigen oesterreichischen Kurs zu verabschieden und sich hinter der EU zu verstecken. Die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen der EU und der Slowakei zielen auf einer Abschaltung Bohunices zwischen 2008 und 2012 ab." Die Umweltschuetzer veroeffentlichten heute eine von ihnen beim Meinungsforschungsinstitut ISMA in Auftrag gegebene repraesentative, oesterreichweite Umfrage, wonach fast 70 Prozent der Bevoelkerung mit dem Regierungsengagement gegen grenznahe AKW unzufrieden sind.

Konkret antworteten auf die Frage, "Hat ihrer Ansicht nach die oesterreichische Bundesregierung im Kampf gegen diese grenznahen AKWs bisher ausreichend viel unternommen?", 69% der Befragten mit "zuwenig", 22% mit "genuegend", 10% machten keine Angaben. ISMA hatte im Befragungszeitraum Anfang Juni 503 Oesterreicher ueber 18 Jahre telefonisch befragt. Laut Greenpeace und GLOBAL 2000 liege es nun an der Regierung, dieses "katastrophale Bild" beim morgigen Atomgipfel zu korrigieren. Neben dem Bundeskanzler und den zustaendigen Ministern soll von Regierungsseite daran auch Vizekanzler Schuessel teilnehmen. Die Ergebnisse des zweiten Gipfels sollen kommenden Freitag in einen Regierungsbeschluss muenden.

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