110 Millionen für Filmfinanzierung

Häupl und Marboe stellen "WFF Neu" vor

Wien, (OTS) 110 Millionen Schilling wird in Zukunft das Ordinarium des "Wiener Film Fonds" betragen. Die Förderungsmittel der Stadt Wien zur Filmfinanzierung werden damit um mehr als das Doppelte erhöht. Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe, die am Dienstag in einem Pressegespräch den "WFF Neu" präsentierten, betonten die Bedeutung des Films sowohl für die Kultur als auch für den Wirtschaftsstandort Wien. Häupl verwies auf die
Konkurrenzsituation auch in diesem Bereich in Europa. Mit dem
neuen Modell der Filmfinanzierung solle erreicht werden, daß
dieser Wirtschaftszweig gute Möglichkeiten zur Weiterentwicklung erhalte. In diesem Zusammenhang richtete Häupl auch an den Bund und an den ORF die Einladung zur engen Kooperation in diesem Bereich. Stadtrat Marboe betonte, Wien komme mit dieser Reform der Filmfinanzierung dem Ziel einer Filmstadt Wien - nach der Dreijahresförderung für die Viennale und der Kinoförderung -abermals einen wichtigen Schritt näher. Die gesamte Branche habe
an der Reform der Filmfinanzierung Anteil, mit der Filmenquete
1997 und der Studie von Arthur D. Little seien wichtige vorbereitende Schritte erfolgt. Als wesentliche Eckdaten der
Reform nannte Marboe die Erhöhung des Ordinariums auf 110
Millionen Schilling bei Abschaffung der Sondermittelvergabe, das neue Statut für die Filmfinanzierung, die bereits laufende Ausschreibung der neuen Geschäftsführung, die Einrichtung der unabhängigen Jury für Förderentscheidungen und die strenge Unvereinbarkeitsklausel für Antragsteller.

Wesentliche Grundlagen der Reform

1. Neues Leitbild

o Aufwertung des Film- und Medienstandortes Wien
o Anhebung der Marktanteile des österreichischen Films
o Steigerung der kulturellen und filmwirtschaftlichen

Wertschöpfung am Standort Wien

2. Neue Organisationsstruktur

o Neuer Name: Wiener Film Fonds
o Einführung einer Jury, 4 Experten sowie Geschäftsführer mit

Dirimierungsrecht
o Neues, (film)wirtschaftlich orientiertes Anforderungsprofil des

Geschäftsführers
o Klare Kompetenzabgrenzung zwischen den Organen des Fonds,

Kuratorium, Jury und Geschäftsführung
o Deutliche Trennung zwischen den Aufgaben der Jury

(Funktionsperiode 3 Jahre), dem Kuratorium (Funktionsperiode 3 Jahre, mind. 5, höchst. 7 Mitglieder) als Aufsichtsorgan sowie dem Geschäftsführer (Funktionsperiode 4 Jahre).

3. Einführung einer strengen Unvereinbarkeitsklausel

Jurymitglieder können auf Dauer Ihrer Bestellung keine Finanzierungsanträge einreichen.

4. Entwicklung neuer Finanzierungsrichtlinien

o Wiener Filmbrancheneffekt

Dieser sollte 100% der WFF-Mittel betragen, die
branchenspezifisch ausgegeben werden; Projekte, die mehr erreichen, werden bevorzugt.
o Klare Gliederung und Einschränkung der Finanzierungsbereiche

Projektentwicklung (reine Drehbuch- und Strukturfinanzierung entfallen), Produktion, Verwertung
o Vergabe von Zuschüssen sowie erfolgsbedingt rückzahlbaren

Zuschüssen statt Darlehen

Minimierung des Verwaltungsaufwandes und der
Verwaltungskosten durch Einsparung der Gestionsspesen, die durch
die Kreditabwicklung bei einem Bankinstitut notwendig waren.

5. Möglichkeit der Gründung einer operativen GmbH.

WFF als Plattform bestehender Institutionen,
Imageverbesserung des österreichischen Films, Erbringung von Leistungen für Dritte (Veranstaltungen), Location Management und Marketing.

6. Internationalisierung durch Erweiterung des Kreises der Antragsberechtigten, Schwerpunktsetzung auf Spitzenfinanzierung
und Koproduktion.

7. Harmonisierung mit dem Österreichischen Filminstitut hinsichtlich der Administration (Fristen, Formulare, Kalkulationsschema, Zusammenarbeit bei der Vertragserstellung
etc.) und damit verbunden Abwicklungserleichterung für die Antragsteller. (Schluß) gab/bs

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