Bilanz Wiener Festwochen 7. Mai - 20. Juni 1999 (Stand 21. Juni)

Die großen Klassiker, genauso wie gegenwärtiges Musiktheater, Theaterwerkstätten und neue Formen der Präsentation fanden bei den Wiener Festwochen 1999 ihr begeistertes Publikum. Die Wiener Festwochen ziehen eine erfolgreiche Bilanz

Wien (OTS) - Ein kurzes Resümee der drei Programmdirektoren Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers zu ihrem zweiten gemeinsamen Programm:

Es gab viele Theateraufführungen dieses Jahr, bei jeder hatten wir es mit einer Art Risiko zu tun: Wer ahnte, daß Zadeks weiblicher Hamlet so enthusiastische Reaktionen verursachen würde, alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Die spröd-poetische und aggressive Neudeutung von Castorfs "Dämonen" wurde vom Publikum akzeptiert, es wurde heiß diskutiert - das ist ja der Sinn einer solchen Veranstaltung - und war sehr gut besucht. Während die Werkstätte "Lotphantasie" den Rahmen einer Werkstatt nicht sprengte, ist es erstaunlich wie sehr die fremdsprachige Aufführung von "En attendant Godot" vom selben Regisseur umjubelt und gestürmt wurde.

Die Ostermeier-Retrospektive hat das Festwochen-Publikum sehr genossen, der in Deutschland so kontroversiell aufgenommene, seltsame "Blaue Vogel" wurde vom Wiener Publikum gefeiert, "Shoppen & Ficken" wie auch "Messer in Hennen" waren ausverkauft. Bestens besucht und heiß diskutiert wurde Zadeks Inszenierung von "Gesäubert", "Kohelet II" fand wieder sein begeistertes Publikum. Die Arbeiten der Regiewettbewerbsgewinner Jan Bosse und Ute Rauwald "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" und "killed by P." wurden ihrer Relation entsprechend gesehen und bewertet, es sind frühe Nachwuchsarbeiten, die sich die Wiener Festwochen zur Pflicht machen.

Das Musiktheaterprogramm war in diesem Jahr nicht nur an- sondern vor allem aufregend. Die bekannten Stücke "Die Fledermaus" und "Don Giovanni" wurden mit mehr oder weniger Glück neu interpretiert. Beide erwiesen sich als Publikumsrenner. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern hat das Publikum auf Wolfgang Staribachers "König des Glücks" enthusiastisch reagiert und das "Glück", das wir ihm bereiten wollten, in vollen Zügen genossen. "Curlew River" ist bei Publikum und Presse sehr gut angekommen. Olga Neuwirths "Bählamms Fest" zeigt, welch intensive Gegenwart das Musiktheater haben kann. Auch hier haben die Wiener Festwochen ihre Bedeutung für das Wiener Kulturleben bewiesen.

Das Erarbeiten von neuen Präsentationsformen, dem Publikum Positionen zeitgenössischer Künstler der unterschiedlichsten Sparten zu zeigen, hat sich als sehr positiv erwiesen. Ein völlig neues Festwochen-Publikum wurde angesprochen und gewonnen, die "Wahlverwandtschaften" wie auch Meg Stuarts "appetite" waren bestens besucht. Das konzeptionelle Ineinandergreifen der Produktionen der Choreographen Jérôme Bel, Benoît Lachambre und Xavier Le Roy mit Ulrike Grossarths Aktion "Subject of Study" und Ausstellung "rot/grün, grau" sowie den "Wahlverwandtschaften" wurde von Publikum wie Presse einhellig begrüßt. Diese experimentelle Vorgehensweise wird im kommenden Jahr fortgesetzt, genauso wie die Zusammenarbeit mit William Forsythes "Ballett Frankfurt" und Meg Stuarts "Damaged Goods".

Insgesamt haben die Wiener Festwochen 1999 56.286 Karten aufgelegt (ohne Insektarium).

Insgesamt gab es 27 Produktionen/Projekte mit 127 Vorstellungen (mit 5 x Insektarium).

Bei 3 Vorstellungen "Insektarium" im Volkstheater wurden über 2.000 Karten verkauft.

1998: 24 Produktionen mit 111 Vorstellungen, 62.585 Karten
1997: 24 Produktionen mit 165 Vorstellungen, 77.668 Karten

Von den 56.286 aufgelegten Karten bei den Wiener Festwochen 1999 wurden bisher (Stand 21. Juni) 47.915 verkauft. Die Gesamt-Besucherauslastung beträgt 85,13 Prozent.

1998: 83,67%, 1997: 90,79%, 1996: 82,53%, 1995: 83%, 1994: 81,4%, 1993: 84,8%
1998 wurden von 62.585 Karten 52.365 verkauft.
1997 wurden von 77.668 Karten 70.517 verkauft.
1996 wurden von 77.847 Karten 64.250 verkauft.
1995 waren es 51.687 von 62.288.

Die Einnahmen der Wiener Festwochen 1999 aus dem Kartenverkauf belaufen sich auf 19,8 Millionen. (1998 19,8 Millionen, 1997 27,2 Millionen, 1996 18,6 Millionen)

Wiener Festwochen 1999

Am besten besuchte Produktionen
Hamlet 100%
Shoppen & Ficken 100%
Messer in Hennen100%
Don Giovanni100%
Die Fledermaus 99%
Curlew River 99%
En attendant Godot 96%
Gesäubert 94%
Dämonen 92%
appetite 92%
Wahlverwandtschaften 91%

Wiener Festwochen 1999

Erwartete Besucher insgesamtca. 153.969
Eröffnung 27.000
"Die Fledermaus"-Übertragung
auf dem Rathausplatz2.000
Festwochen-Karten
(Theater, Tanz, Musiktheater) 47.915
Insektarium (Volkstheater) ca. 4.000
Musikfest (Konzerthaus) 53.054
Ausstellung
Rodney Graham
(Kunsthalle Wien) ca. 20.000 (bisher 7.000 Besucher,
bis 12. September 1999)

Die Wiener Festwochen waren bei 14 von insgesamt 27 Produktionen Koproduktionspartner: "Die Fledermaus", "König des Glücks", "Bählamms Fest", "Don Giovanni", "appetite", "Dämonen", "Hamlet", "Gesäubert", "En attendant Godot", "Lotphantasie", "Dr. Jekyll & Mr. Hyde", "killed by P.", "Kohelet", "Insektarium".

2 Eigenproduktionen standen auf dem Programm - Eröffnung "Ein Fest für drei Sträusse" und "Wahlverwandtschaften" - insgesamt wurden 11 Gastspiele gezeigt: "Curlew River", "ALIE/N A(C)TION", "The last performance", "Jérôme Bel", "délire défait", "Self Unfinished", "Product of Circumstances", "Subject of Study", "Der Blaue Vogel", "Shoppen & Ficken", "Messer in Hennen".

Im Rahmen der Wiener Festwochen fanden 6 Uraufführungen statt:
"König des Glücks", "Bählamms Fest", "Lotphantasie", "Dr. Jekyll & Mr. Hyde", "killed by P.", "Insektarium".

Die 4 Neuinszenierungen von "Die Fledermaus", "Don Giovanni", "Dämonen", "Hamlet" wurden bei den Wiener Festwochen zum ersten Mal gezeigt. Die Wiener Festwochen haben 2 Auftragswerke vergeben:
"Bählamms Fest" und "Kohelet".

Wiener Festwochen-Gemeinschaftsproduktionen werden nach Wien bei Festivals und Theatern in folgenden Städten gezeigt:
"DieFledermaus": Zürich Jänner 2000
"König des Glücks": München Juli 1999 (Rom und Recklinghausen
im Gespräch)
"Bählamms Fest": Straßburg und Mühlhausen November 1999
"Don Giovanni": Ravenna Juli 1999, Tokio Jänner 2000
"Hamlet": Zürich Juli 1999, Berlin September, Oktober,
November 1999, Hamburg Jänner 2000, Hannover Juni 2000
"En attendant Godot": Berlin, Tübingen, Luxemburg
Juni 1999, Frankfurt Juli 1999, Basel August 1999,
Lausanne September 1999, Paris September und Oktober 1999, Frankfurt, Toulouse November 1999, Lyon/Villeurbanne
November und Dezember 1999, Amiens, Brest Dezember 1999, Bern Juni 2000
"Lotphantasie": Lausanne Februar 2000, Zürich Mai 2000 (Bochum
im Gespräch)
"killed by P.": Kampnagel Hamburg Oktober 1999
"Dämonen": Berlin Mai, Juni 1999, Hamburg Juni 1999, Volksbühne Berlin Spielzeit 1999/2000
"appetite": Berlin, Edinburgh, Bern August
1999, Rotterdam September 1999, Douai Oktober 1999, London, Tongerin, Rouen, Brüssel, Graz, Brügge November 1999

Wiener Festwochen im Internet

Insgesamt 179.060 Zugriffe seit Jänner 1999 (insgesamt 83% mehr als 1998)
Jänner: 18.375 (40% mehr Zugriffe als 1998)
Februar: 19.949 (67% mehr Zugriffe als 1998)
März: 28.499 (79% mehr Zugriffe als 1998)
April: 37.211 (91% mehr Zugriffe als 1998)
Mai: 56.553 (22% mehr Zugriffe als 1998)
Juni bisher: 18.473 (58% mehr Zugriffe als 1998)

Am meisten wurde aus Österreich zugegriffen: 52.509, 29.32%,
USA 29.253, 17.47%, Deutschland 23.165 Zugriffe, 12.93%.

Am meisten wurde die Einstiegsseite der Wiener Festwochen besucht. Beliebteste Produktionen im Internet waren
"Die Fledermaus", "ALIE/N A(C)TION", "Don Giovanni", "Hamlet".

Es gab 345 Einzelbestellungen (22% mehr als
im Vorjahr, 242 Bestellungen) und insgesamt wurden 1.149 Karten verkauft (38% Prozent mehr als im Vorjahr, 831 Karten).

Großes Medienecho im In- und Ausland für die Wiener Festwochen 1999: Durch Pressekonferenzen in Deutschland, Zürich, Paris, Prag, Warschau und Krakau im Vorfeld gab es eine umfangreiche Vorberichterstattung zu den Wiener Festwochen 1999. Insgesamt waren rund 500 Journalisten akkreditiert (322 Inland, 162 Ausland). Medienberichte über die Wiener Festwochen 1999 konnten insgesamt bisher ca. 2.000 gezählt werden. Berichte erschienen bzw. wurden gesendet in folgenden 26 Ländern: Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Holland, Iran, Italien, Japan, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, Rußland, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Tschechische Republik, United Kingdom, Ungarn, USA.

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