Initiative Arznei&Vernunft bewirkt gezielteren Einsatz von Medikamenten

Anläßlich der Präsentation der aktualisierten Fassung der Therapie-Empfehlung "Blutfette" hat Dr. Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, die Ergebnisse einer Evaluation des Disease Management Plans (DMP) "Lipidsenker" vorgestellt. Der 1996 herausgegebene DMP hat positive Wirkung in vielerlei Hinsicht gezeigt: "Die Medikamentengruppe der Lipidsenker kommt gezielter zum Einsatz, die Behandlungsqualität für die Menschen ist gestiegen", betonte Probst. Die Ärzte nehmen die von namhaften Experten erarbeitete Information in der Verschreibepraxis tatsächlich als Orientierungshilfe an und wenden diese - zum Vorteil der Menschen - auf ihre Patienten an.

Probst hält den zielgenauen Einsatz der Lipidsenker gesundheitspolitisch für äußerst erfreulich. Dieser habe auch dazu geführt, daß es keine unkontrollierte Steigerung der Verschreibungen dieser Medikamentengruppe gegeben hat. Angesichts der weltweit explodierenden Kosten für die Lipidsenker ist dies ein internationaler Erfolg. "Der volkswirtschaftliche Effekt ist ebenfalls ein positiver", so Probst. Der gezielte Einsatz von Medikamenten erhöht den Wert pro ausgegebenem Schilling. Weitere positive Effekte würden durch die Einbindung der Pharmawirtschaft, die seriöse Werbung betrieben hat, erreicht.

Dem Ziel, bei Patienten mit geringem Herzinfarktrisiko, eine Lebensstiländerung vor die Einnahme von Medikamenten zu stellen, ist die Versichertengemeinschaft durch die Initiative Arznei&Vernunft ebenfalls einen kleinen Schritt nähergekommen.

Das ungünstige Szenario, daß Lipidsenker zu ungezielt zum Einsatz kommen ist - und das zeigt die Evaluation des Disease Management Plans Lipidsenker - fürs Erste nicht eingetroffen. "Diese positiven Ergebnisse einer ersten Evaluierung dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Verordnungsziffern aller Voraussicht nach auch in Zukunft ansteigen werden" bleibt Probst realistisch. "Der überarbeitete Therapieplan wird - indem die Ergebnisse der Evaluation eingebracht wurden - helfen, die Qualität der Verordnungen noch weiter zu verbessern, um die notwendigen Aufwendungen auch tatsächlich jenen Patienten zugute kommen zu lassen, welche von einer medikamentösen Lipidsenkung den größten Nutzen haben", ist Probst überzeugt.

Über eine Verringerung von Ereignissen aufgrund atherosklerotischer Gefäßerkrankungen (z.B. Herzinfarkt), die letztlich die eindrucksvollste Auswirkung des DMP wäre, konnte 1998 noch keine Aussage gemacht werden. Dies liegt einerseits daran, daß sich die Auswirkungen einer lipidsenkenden Medikation auch unter kontrollierten Bedingungen frühestens 1-2 Jahre nach Therapiebeginn zeigen. "Andererseits werden Ereignisse beim Individuum auch von anderen Faktoren (z.B. Bewußtseinsänderung betreffend Ernährung, Lebensstil und Fitness) beeinflußt, so daß der Einfluß eines einzigen Faktors wie des DMPs auf den Erkrankungsverlauf mit den derzeit zur Verfügung stehenden Methoden kaum quantifizierbar ist", so Probst.

"Die Österreichische Sozialversicherung, die Pharmig (Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen) sowie alle anderen beteiligten Partner des Projektes werden den erfolgreichen Weg von Arznei&Vernunft weitergehen" versichert Probst. Eine Therapiempfehlung zum Thema Osteoporose ist in Vorbereitung und wird im Herbst 99 vorliegen. Eine Umfrage unter britischen Ärzten bestärkt die Partner des Projektes auf dem eingeschlagenen Weg: Empfehlungen von Experten, die den ÄrztInnen bekannt sind, werden viel eher akzeptiert als solche von übergeordneten Gremien. "Ärzte nehmen jene Information am liebsten an, die von medizinischen Spezialisten - und nicht von externen Lobbyisten - erstellt wurde", so Probst abschließend.

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