BMAGS: Wieder kräftiger Rückgang der Arbeitslosigkeit: -16.000-

Neueste Daten zeigen andauernde gute Entwicklung

Wien, 21. Juni 1999 (BMAGS)-. Zwischen dem Bundesministerium
für wirtschaftliche Angelegenheiten und dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales wurde das Auffangnetz für Lehrlinge für den heurigen Herbst gesichert und vereinbart. Hinsichtlich der Aktivierung des Auffangnetzes (Stiftungen, Lehrgänge) wird auch heuer wieder ein Termin im November angepeilt. Vorher werden alle Anstrengungen unternommen, um nach Möglichkeit den Großteil der Ende Juli zu erwartenden Schulabgänger auf Lehrstellen in Unternehmen zu vermitteln. Da gegenüber dem Vorjahr mit keinen nennenswerten demografischen Veränderungen zu rechnen ist, werden auch heuer wieder etwa 9.000 Schulabgänger eine Lehrstelle suchen.

Mitte Juni lag die Zahl der Lehrstellensuchenden bei 2.209 und
damit nach wie vor unter dem Vorjahreswert (-459). Dem gegenüber standen 2.169 offene Lehrstellen.

Stellenangebot um 31 Prozent gestiegen

Auch die Arbeitslosigkeit insgesamt lag Mitte Juni mit 190.873
um 16.439 (-7,9%) nach wie vor deutlich unter dem Vorjahreswert.
Die Abnahme der Arbeitslosigkeit fiel bei Männern (-8.615) und Frauen (-7.824) annähernd gleich hoch aus.

Auch im Detail betrachtet, zeigte die Entwicklung eine gute
und breite Basis: Die Entwicklung im Bau verlief weiterhin tendenziell günstig (Bauberufe: -1.582). In allen neun Bundesländern war die Arbeitslosigkeit rückläufig. Die Jugendarbeitslosigkeit sank weiter um 4.287 auf 26.396. Auch das Stellenangebot (Bestand) expandierte mit rund +8.100 oder +31 Prozent auf 34.100 weiterhin beachtlich.

16.000 Arbeitslose weniger - 6.000 Schulungsteilnehmer mehr

Das Argument, der Rückgang der Arbeitslosigkeit werde nur
durch Zuwachs an Schulungen erreicht, ist nicht stichhaltig, da Mitte Juni nach vorläufigen Schätzungen bei einem Rückgang um mehr als 16.000 Arbeitslose nur etwa 6.000 Schulungsteilnehmer mehr als im Vorjahr zu verzeichnen waren.

In diesem Zusammenhang weist das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales darauf hin, dass SchulungsteilnehmerInnen wie auch KarenzgeldbezieherInnen oder Präsenzdiener weder in Österreich noch in irgend einem anderen EU-Staat als arbeitslos gezählt werden, da sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, eine Ausbildung absolvieren, ihr Kind daheim betreuen oder eben ihren Wehrdienst ableisten und deshalb keine Möglichkeit haben, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben.

Kriterien des Nationalen Aktionsplans für Beschäftigung

Ausdrücklich ist festzuhalten, dass die österreichische Bundesregierung sich mit dem Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung, der ein fünfjähriges Arbeitsprogramm darstellt, folgende quantifizierbare Ziele gesetzt hat:

1. Schaffung von 100.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen
2. Reduktion der Arbeitslosigkeit von 4,5 auf 3,5 nach

Eurostat-Methode
3. Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit
4. Halbierung der Langzeitarbeitslosigkeit
5. Verdoppelung des Anteiles von arbeitslosen Personen in

aktive Maßnahmen

Bisher waren ca. 10 % der Arbeitslosen in aktiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Wegen dieses geringen Anteiles wurde Österreich von den Medien stark kritisiert. Bei der Erstellung des Nationalen Aktionsplanes und der Überlegung, welche konkreten quantifizierbaren Ziele sich die österreichische Bundesregierung setzen solle - bei einer an sich sehr guten Arbeitsmarktperformance - wurde daher dieser "Mangel" der geringen Schulungsquote berücksichtigt.

Es ist also erklärtes Ziel, den Anteil der Arbeitslosen in
aktiven Maßnahmen zu verdoppeln. Dass aus diesem Anliegen, das die Bundesregierung verfolgt, eine Taktik zur Verschönerung der Statistik abgeleitet wird, ist zurückzuweisen. Vielmehr geht es darum, die Vermittlungschancen der Arbeitsuchenden zu erhöhen und der raschen Änderung der Qualifikationsansprüche Rechnung zu tragen.

Registerquote und Eurostat-Methode

Die österreichische "Registermethode" basiert auf den beim AMS registrierten Daten der arbeitslos gemeldeten Personen, die nicht
in Beschäftigung oder Ausbildung stehen, eine Arbeit suchen, der Arbeitsvermittlung unmittelbar zur Verfügung stehen, sowie arbeitsfähig und arbeitswillig sind, unabhängig davon, ob ein Leistungsanspruch nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz vorliegt oder nicht. Diese Daten über vorgemerkte Arbeitslosigkeit gibt es seit 1946.

Für internationale Vergleiche der Arbeitslosigkeit sehen die internationalen Organisationen (ILO, OECD, Eurostat) eine einheitliche Methodik der Erfassung vor: Die Ermittlung der Arbeitslosen geschieht durch Umfragen, Arbeitslosigkeit definiert sich nach den Kriterien "ohne Arbeit", "aktive Arbeitsuche in den letzten vier Wochen" und "sofortige Verfügbarkeit für die Arbeitsaufnahme binnen zwei Wochen". Die Berechnung der Quote geschieht auf Basis aller Erwerbspersonen (selbständig und unselbständig), wobei eine Person, die in der letzten Woche vor der Befragung mindestens eine Stunde gegen Bezahlung gearbeitet hat, sowie mithelfende Familienangehörige als Beschäftigte zu zählen sind (=Labour Force Konzept).

Vorteile der nationalen Registerquote sind somit in erster
Linie die genaue Zählweise und die sofortige Verfügbarkeit.

(schluss)

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