Rechnungshof zu CA-Verkauf: Lob für Bank Austria, Tadel für Ex-Minister Lacina und Banker Schmidt-Chiari

Investmentbank J. P. Morgan streifte beim CA-Verkauf 73,5 Millionen an Honoraren an

Wien (OTS) - Der Rechnungshof würdigt in einem aktuellen Bericht den 1997 erfolgten Verkauf des Creditanstalt-Bundesanteils an die Bank Austria. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Demnach habe der Kaufpreis von 17,16 Milliarden mehr als deutlich über den Anboten der einstigen Mitbieter Karl Wlaschek Privatstiftung und Erste-Generali-Konsortium gelegen.

FORMAT zitiert aus dem Bericht: "Die Verkaufsentscheidung zugunsten der Bank Austria entsprach den gesetzlichen Vorgaben. Auch der Verkaufserlös war im Vergleich zu den anderen Anboten der höchste und stand in einem annehmbaren Verhältnis zum tatsächlichen Wert der CA-BV."

Laut RH hatte die Wlaschek-Stiftung für den knapp 49prozentigen Bundesanteil nur elf Milliarden geboten, das Angebot des Konsortiums hätte höchstens 14,51 Milliarden in die Kassen des Finanzministeriums gespült. Zitat aus dem Bericht: "Das 'Anbot' ließ einige Fragen offen "Weiters sah das Beteiligungsmodell noch eine temporäre Mitwirkung des Bundes als Aktionär" vor. Unberücksichtigt blieb dabei, daß aufgrund der Ausschreibungsbedingungen das gesamte Aktienpaket des Bundes zu übernehmen war."

Kritik übt der Rechnungshof hingegen laut FORMAT am früheren SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina und Ex-CA-Generaldirektor Guido Nikolaus Schmidt-Chiari. Lacina, so der RH, sei zwar ermächtigt gewesen, "die Bedingungen für den Verkauf der CA 'zu bestimmen. Von diesem Recht hat er aber kaum Gebrauch gemacht, sondern vielmehr den Vorstand der CA-BV eingeladen, ein Konzept für einen bestmöglichen Verkauf auszuarbeiten." Weiters schreibt der RH: "Mangels gezielter Vorgaben vor allem des damaligen Bundesministers für Finanzen, war dem Vorstand, der übrigens nicht einheitlich den Standpunkt seines Vorsitzenden teilte, mit Duldung des Aufsichtsrates ein weiter Spielraum eingeräumt. So lehnte es beispielsweise der Vorstand ab, einer internationalen Consultingfirma Auskünfte und Einsichten betreffend Ertragslage und Ertragsaussichten der Gesamtbank "zu erteilen."

Auch an der Höhe der Honorare der mit der CA-Privatisierung beauftragten Investmentbank J. P. Morgan läßt der RH laut FORMAT kein gutes Haar. Zitat aus dem Bericht: "Die Abrechnung erfolgte im März 1995 über ein Gesamthonorar von 73,5 Millionen Schilling. Da J. P. Morgan bei der Findung der Interessenten nicht mitgewirkt hatte, und da die hohe Differenz der Anbote keine aufwendige Bewertung erforderte "erschien die Höhe des Gesamthonorars sehr großzügig."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

FORMAT
M. Nikbakhsh 0664 301 46 16

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS