FORMAT: Gaddafi-Geld soll russische Flugzeugfabrik in Österreich finanzieren

Bau des Zivilfliegers Gesprächsgegenstand bei Österreich-Besuch der russischen Vize-Ministerpräsidentin am Montag in Wien

Wien (OTS) - Beim Österreich-Besuch der stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Valentina Matwijenko am Montag in Wien kommen einige hochbrisante Projekte zur Sprache. Nach einem Bericht des am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazins FORMAT wird der Exportdirektor der 'Moscow Aircraft Production Organization' (Mapo), Alexander N. Anikin, den Österreichern ein verlockendes Angebot unterbreiten: Den Bau eines Montagewerks für das Zivilflugzeug MIG 110 A am Flugfeld Ost in Wiener Neustadt, finanziert mit Geld aus Libyen.

Laut FORMAT handelt es sich beim Einstieg in die zukunftsträchtige Flugzeugtechnik um ein Milliardenprojekt mit bis zu 800 High-Tech-Arbeitsplätzen. Bei seinen Gesprächen wird Mapo-Direktor Anikin eine völlig überraschende Finanzierungsvariante aus dem Hut zaubern: Eine ägyptische Holdinggesellschaft werde sich insgesamt mit einer Milliarde Schilling an dem Projekt beteiliguen. Als erste Tranche sollen 27 Millionen Dollar, umgerechnet 350 Millionen Schilling, fließen. Damit werden zwei Prototypen finanziert: eine Variante für den russischen Markt, eine weitere, westlich aufgemotzte, für die Zielmärkte in asiatischen Schwellenländern und Afrika. Mit der zweiten Tranche, 20 Millionen Dollar (260 Millionen Schilling) wird dann im russischen Nischninowgorod eine Fertigung für Komponenten und die Produktion von 40 Maschinen des russichen Typs finanziert. Im Order-Buch der Mapo stehen bereits 178 Bestellungen aus der ehemaligen Sowjetunion. In etwa drei Jahren soll dann schrittweise die Produktion des West-Modells (Pratt & Whitney-Triebwerke, westliche Elektronik und Radarsysteme) im österreichischen Werk am Flugfeld in Wiener Neustadt aufgebaut werden.

Ehe es aber soweit ist, sind laut FORMAT noch einige politisch heikle Klippen zu umschiffen. Denn hinter den vermeintlich ägyptischen Financiers steckt niemand anderer als das Enfant terrible der internationalen Politik, Muamar al Gaddafi. Mapo-Österreich-Vertreter Norbert Löbl bestätigt: 'Ich habe selbst mit einem libyschen Staatssekretär in Kairo verhandelt.'

Die Libyer haben als Manager ihres Vertrauens bereits einen Studenten an der Business-School Imadec und Wahl-Wiener vorgesehen. Dabei handelt es sich laut dem FORMAT-Bericht um niemand anderen als Saif al Islam (arabisch für 'Schwert des Islam') al Gaddafi, Sohn des Revolutionsführers. Der 27jährige war bisher in Österreich nur wegen amouröser Abenteuer und seiner Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung aufgefallen. Das russisch-libysche Luft-Geschäft würde ihn wohl zumindest letzterer Sorge entledigen.

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