Cord Blood Sampling - Eine neue Aufgabe des Gynäkologen?

. 1. Internationales Symposium der Internationalen Gesellschaft für die Erforschung der Gewinnung von Nabelschnurblut und Stammzell-Therapien am 19. Juni 199 im Palais Aiersperg, Beginn 0900 Uhr.

Wien (OTS) - Immer mehr Frauen fragen ihren Geburtshelfer vor der Entbindung ob es sinnvoll wäre, das Nabelschnurblut zu konservieren.

Auch in der Laienpresse sind bereits jene Berichte bekannt, denen zufolge bei schwer kranken Kindern unter bestimmten Bedingungen mit einer Nabelschnurbluttransplantation der gleiche therapeutsche Erfolg erzielt werden kann, wie mit einer Knochenmarkstranplantation. Deswegen wird in den Vereinigten Staaten und in einigen europäischen Ländern bereits derzeit der Versuch unternommen, eine allogene Bank zu etablieren, auf die erkrankte Kinder Zugriff hätten, vor allem dann, wenn kein Knochenmarkspender zur Verfügung steht.

Eine allogene Spende des Nabelschnurblutes scheint nach dem derzeitigen Wissensstand sinnvoll und wird von Transfusionsmediziner, Hämatologen, Onkologen und Pädiater begrüßt. Allerdings wird der Gynäkologe - erklärt er der Frau die Sinnhaftigkeit einer Nabelschnurblutspeade - stereotyp mit der Frage bzw. mit dem Wunsch konftontiert, das Nabelschnurblut für das eigene Kind zu konservieren. Während das allogene Cord Blood Sampling interdisziplinär akzeptiert ist, wird das autologe Cord Blood Sampling derzeit vielfach in Frage gestellt, obwohl der Wunsch schwangerer Frauen danach kontinuierlich steigt. Das internationale Symposium in Wien versucht eine Bestandsaufnahme auf diesem kontroversellen Gebiet vorzunehmen. Kritiker des autologen Verfahrens werfen ein, daß die Indikationsbreite für eine autologe Nabelschnurtransfusion eng sei, daß bei vielen malignen Erkrankungen die Graft- vs. Host-Reaktion erwünscht wäre und daß die Menge des Nabelschnurblutes begrenzt wäre. Dem gegenüber sieht sich der Gynäkologe andererseits auch mit Einwänden zu diesen Argumenten konfrontiert: Neben den, meist im Kindesalter auftretenden Malignome des Blutsystems wären auch Immunerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und vor allem andere Malignome, wie z.B. das Mammakarzinom nach einer Hochdosis einer Chemotherapie für die Stammzellentherapie eine Indikation. Umbilikale Stammzellen wären den adulten Stammzellen in vielerlei Weise überlegen. Gerade bei letztgenannten Indikationen wäre die Graft-. vs. Host-Reaktion nicht erwünscht; weiters wäre die Expansion von Stammzellen, zB. im Bereich der Dendriten-haltigen Zellen, schon so weit gediehen, daß dies in Kürze auch klinisch genützt werden könnte. Damit wäre die Therapie von Erwachsen mit Nabelschnurblut quantitativ möglich.

Da für Gynäkologen dieses Thema von besonderer Brisanz wird, wurden Vertreter unterschiedlicher Meinungen zu diesem Meeting geladen.

Programmablauf 19. Juni 1999 =

09.00-09.10 M. Metka, J. C. Huber: Einführung (Introduction)

I. Die Expansion von Nabelschnurstammzellen

(Expansion of cord blood stem cells)
Vorsitz (Chair): K. Lechner / J. C. Huber

09.10-09.25 W. Holzgreve(CH): Die Entwicklung hämatopoetischer

Progenitor-Zellen während der Schwangerschaft (Pregnancy -
a model for stem cell-expansion)

09.25-09.40 G. Stingl (A): In vitro Expansion von

D. Maurer (A): Dentritiezellen als Immuno-Gene (In situ generated dentritic- cells as immuno gens)

09.49-09.55 A. K. Smith (USA): Die Technologie der Nabelschnur-

zell-Vermehrung (New techniques in expansion)

09.55-10.10 A. Petzer (A): Experimentelle Ergebnisse der

Stammzell-Vermehrung (Experimental results in stem sell expansion)

10.10-10.25 P. Denning-Kendall (UK) Die Vermehrung der Stammzellen -

Eine Standortbestimmung (Expansion - state of art)

10.25-10.35 Diskussion

Kaffeepause

II. Klinische Aspekte des Cord Blood-Samplings

(Clinical aspects of cord blood sampling)
Vorsitz (Chair): H. Gadner / M. Metka

10.50-11.05 W. Holzgreve (CH): Die intrauterine Stammzell-

therapie (The intrauterine stem cell therapy)

11.05-11.20 M. MacMillan (USA): Die Anwendung von Cord Blood

Stammzellen bei Kindern (The use of cord blood stem cells in childhood)

11.20-11.35 R. Rosenmayer (A): Nabelschnurbluttransplantation -

Der klinische Einsatz von Nabel-schnurblutzellen - ein klinischer Vorteil oder ein Mythos? (Cord blood stem cells - advantage or mythos?)

11.35-11.50 S. Palacios (ES): Die Rolle des Cord Blood

Samplings für die Gesundheit der Frau (Role of cord blood sampling in the women's health)

11.50-12.05 G. Fischer (A): Immungenetik von Nabelschnur-

blutzellen - Vorteil zu den adulten Stammzellen (Immun-genetics of Cord Blood - an advantage?)

12.05-12.20 G. Holzer (A): Orthopädische Indikation für

Nabelschnurblutstammzellen (Indications of Cord Blood Substitution in Orthopaedia)

12.20-12.30 Diskussion

Mittagspause

III Scientific Perspectives: Nabelschnurstammzellen und

Steroidhormone (Umbilical cord blood stem cells and steroid hormons)
Vorsitz (Chair): P. Höcker / W. Mayr

14.00-14.10 P. Husslein (A): Juridische Fragen der Nabelschnur

Transplantation (Legal aspects of stem cell therapy)

14.10-14.25 R. Weber-Nordt (D): Aufbau und Organisation einer

allogenen Nabelschnurstammzellen-bank (Organisation and construction of an allogenic cord blood stem cell bank)

14.25-14.40 W. Linkesch (A): Die hämatopoetische Stammzell-

transplantation 1999 (Transplantation of haemopoetic stem cells 1999)

14.40-14.55 E. Wunder (A): Die autologe Stammzelltherapie -

a controversy (The autologous stem cell therapy - a controversy)

14.55-15.10 M. Dettke (A): Zum richtigen Zeitpunkt des

postpartalen Cord Blood Samplings (The right moment for cord blood sampling after delivery)

15.10-15.25 M. Imhof (A): Technische Fragestellung zum

Nabelschnur-Sampling
(Technical details in cord blood sampling)

15.25-15.35 Diskussion

16.00-16.40 Präsentation des Informations- und Imagefilms "Leben

jetzt" der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Wolfgang Clementi
Tel. 01/4061956

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS