IV zu Steuerreform: Schritt in die richtige Richtung

Senkung der Lohnnebenkosten sofort nach den Wahlen angehen

Wien (OTS) - Die Industriellenvereinigung betrachtet die parlamentarische Verabschiedung der Steuerreform 2000 als ersten Schritt zur Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Österreich durch Förderung zukunftsbezogener Investitionen. Positiv seien die beschlossenen Maßnahmen zur Erhöhung des Forschungs-freibetrages, die Abschaffung der Börsenumsatzsteuer (BUst), die steuerlichen Anreize für Bildungsausgaben und die Abgabenbefreiung für junge Unternehmen zu bewerten. "Allerdings ist die Entlastung der Wirtschaft im Vergleich zu den Reformen 1990 und 1994 deutlich bescheidener ausgefallen", kritisiert der Steuerexperte der Industriellenvereinigung, Dr. Wolfgang Seitz gegenüber der Österreichischen Politischen Korrespondenz.

Einige wesentliche Forderungen der Industrie wären aber auch bei dieser Steuerreformetappe wieder ausgespart. "Längst fällige Schritte in Richtung Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft wurden nicht angegangen" betont Seitz. "Grenzüberschreitende Aktivitäten österreichischer Unternehmen müssen entlastet werden, vor allem durch Berücksichtigung von Verlusten ausländischer Betriebsstätten und Tochtergesellschaften. Für einen attraktiven Standort ist auch eine moderne Gruppenbesteuerung notwendig. Überhaupt sollten Vorschläge der Steuerreformkommission zur nachhaltigen Vereinfachung des Steuersystems und Abschaffung nicht mehr zeitgemäßer Abgaben wie der Gebühren auf Rechtsgeschäfte sobald wie möglich wieder aufgegriffen werden", so Seitz.

"Einen schwarzen Fleck" der Steuerreform stellt aus Sicht der Industrie die verabsäumte Senkung der Lohnnebenkosten dar, bei denen Österreich im internationalen Vergleich an der Spitze liegt. Die ersatzlose Abschaffung des Wohnbau-förderungs-beitrages wäre in dieser Steuerreformetappe - ohne Einschränkung der Wohnbauförderung -möglich gewesen , was einer Senkung der betrieblichen Lohnsummenabgaben um 0,5%-Punkte entspricht. Aufgrund der beim Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) zu erwarteten Überschüsse der nächsten Jahre könnte der Dienstgeberbeitrag in mehreren Etappen um jeweils einen halben Prozentpunkt gesenkt werden. Die Industriellenvereinigung begrüßt daher die Haltung von Finanzminister Edlinger, die Senkung der Lohnnebenkosten im nächsten Jahr in Angriff zu nehmen, und wird ihre Vorschläge in die Diskussion einbringen.

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