Bundesarbeitskammer (5):Schutz für österreichische Arbeitsbedingungen

Diskriminierende Personalpolitik schuld an hoher Altersarbeitslosigkeit

Linz (OTS) Die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer
fordert die konsequente Umsetzung der Vorhaben des Nationalen Aktionsplans für Beschäftigung, die Absicherung einer qualitativ hochwertigen Berufsausbildung und den Schutz der österreichischen Arbeitsbedingungen und des Lohnniveaus. Verurteilt wird eine diskriminierende Personalpolitik, die aus Sicht der Bundesarbeitskammer mitverantwortlich für den Anstieg der Altersarbeitslosigkeit ist.****

Schwarzunternehmen bekämpfen
Ehrliche Unternehmen und ehrlich angemeldete Arbeitnehmer sollten nicht die Rechnung dafür präsentiert bekommen, wenn Außenseiter bewußt Gesetze verletzen. Eine umfassendes Vorhaben zur Bekämpfung von Schwarzunternehmungen ist aber an der Wirtschaftskammer gescheitert. Damit wenigstens das hohe Niveau der
Arbeitsbedingungen abgesichert werden kann, verlangt die Hauptversammlung, daß zumindest eine EU-konforme Rechtsgrundlage bei der Entsendung von Arbeitnehmern und die Haftung von Generalunternehmungen für Subunternehmer für die Bezahlung der korrekten Löhne gesetzlich verankert wird.

Arbeit für Ältere
Mit entscheidend für den Anstieg der Altersarbeitslosigkeit ist
die diskriminierende Personalpolitik. Diesem Trend müsse gegengesteuert werden. Die Bundesarbeitskammer verlangt einen ausreichend finanzierten Betreuungsschwerpunkt in der Arbeitsmarktpolitik zugunsten älterer Arbeitnehmer. Attraktive, staatlich unterstützte Arbeitszeitmodelle soll die Beschäftigung Älterer absichern und zugleich Jüngeren neue Arbeitsplätze eröffnen.

Arbeit schaffen
Auf dem Arbietsmarkt ist eine Trendwende erkennbar. Diesen gilt es nachhaltig abzusichern. Die Bundesarbeitskammer verlangt die konsequente Umsetzung aller vereinbarter Vorhaben im Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung. Der Schwerpunkt soll dabei auf den beschäftigungswirksamen Maßnahmen im Bereich der Infrastrukturvorhaben und der Forschung- und Entwicklungspolitik liegen.

Wirtschaft muß Lehrlinge ausbilden
Noch nie gab es so viele öffentliche Mittel für die Lehrlingsausbildung, dennoch bilden die Unternehmungen immer
weniger Lehrlinge aus. Das zeigt, wie wichtig das Auffangnetz für Jugendliche ist. Die Bundesarbeitskammer fordert die Wirtschaftskammer auf, ihren Einfluß geltend zu machen, damit die Lehrbetriebe ihrer Verantwortung nachkommen und mehr Lehrstellen
zur Verfügung stellen. Darüberhinaus wird ein Lastenausgleich innerhalb der Wirtschaft zugunsten der Ausbildungsbetriebe
verlangt.

Effiziente Mitbestimmung
Die Möglichkeiten zur Mitbestimmung in den Betrieben müssen den Veränderungen in den Unternehmensstrukturen und der Arbeitsorganisation angepaßt werden. Ein, auf einem Kompromiß der Sozialpartner-Experten aufbauender Entwurf des Sozialministeriums zur Anpassung des Arbeitsverfassungsgesetzes wurde von der Wirtschaftskammer pauschal und ohne sachliche Begründung
abgelehnt. Die Bundesarbeitskammer fordert daher die
Bundesregierung und das Parlament auf, unverzüglich verbesserte Arbeitsbedingungen für Betriebsräte und erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten für die Kollektivvertragspartner gesetzlich abzusichern.

Aktion Fairmess längst überfällig
Die Ungleichbehandlung und Benachteiligung der Arbeiter im Arbeitsrecht muß noch in dieser Legislaturperiode beseitigt
werden. Obwohl die Arbeitnehmervertreter bis zuletzt auch um Teilschritte bemüht waren und der Wirtschaft eine nachhaltige wirksame Kompensation der Mehrkosten zugesichert haben, blockieren die Arbeitgebervertreter die Verbesserungen für Arbeiter. Die Bundesarbeitskammer fordert die Bundesregierung und die Parlamentsparteien auf, für eine Lösung zu sorgen. Eine entsprechende Resolution wurde bereits gestern vom Vorstand der Bundesarbeitskammer verabschiedet.

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