Maderthaner: "Gefahr im Verzug"

"Skandalöser Anschlag auf den Wirtschaftsstandort Österreich" 6.000 Arbeitsplätze stehen allein bei EUROSTAR auf dem Spiel

Wien (PWK) - "Ich halte es schlicht und einfach für einen Skandal, daß eine Verordnung mit so weitreichenden negativen Folgen ohne ausreichende wissenschaftliche Untermauerung und ohne Begutachtungsverfahren verfügt wird. Deshalb fordere ich den Verkehrsminister im Namen der österreichischen Wirtschaft dringend auf, jene Abschnitte dieser Verordnung, die der österreichischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen, wieder zurückzunehmen," erklärte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner Freitag in einer Pressekonferenz, in der auch Bundessektionsobmann-Verkehr Harald Bollmann, OMV-Generaldirektor Richard Schenz und die Fachverbandsvorsteher Adolf Moser und Josef Frick die Verordnung des Verkehrsministers massiv kritisierten. ****

Die Einem-Verordnung sei ein skandalöser Anschlag auf die gesamte österreichische Wirtschaft. Aus den Hunderten Faxen, die ihm zugesandt worden seien, verlas der WKÖ-Präsident stellvertretend jenes vom Werk EUROSTAR (Automobilwerk Daimler Chrysler). In diesem Protestschreiben heißt es wörtlich:

"Ein an Freitagen beginnendes Fahrverbot für die genannten LKW-Transporte bedeutet für uns

* Just in time-Anlieferung bedeutet, daß die Teile in der Reihenfolge des Bedarfes ans Werk geliefert werden, wobei diese Reihenfolge erst ca. 2 Stunden vor dem Einbau der Teile feststeht. Der Erzeugungsprozeß der Komponenten erfolgt somit simultan mit der Fahrzeugproduktion. Ein Abgehen von diesem Prozeß wäre von der Fertigungstechnologie gesehen und auch von den Kosten einen Schritt zurück.

* Wenn die 330 Lkw-Lieferungen, welche derzeit täglich unser Werk versorgen, anstatt in fünf Tagen nur mehr an vier Tagen die gleiche Transportleistung erbringen sollen, müssen täglich 80 bis 90 Lkw-Lieferungen mehr erfolgen, was nur mittelfristig möglich ist und zu unnötigen hohen Kosten führen würde.

* In der europäischen Automobilindustrie und bei den Zulieferern werden Schichtmodelle gefahren, wo täglich in zwei Schichten auch an Samstagen gearbeitet wird. Sechs Tage Produktion und nur an vier Tagen Anlieferung wäre logistisch kaum zu bewerkstelligen und würde sich jedenfalls im Preis der nach und in Österreich gelieferten Teile auswirken.

* Diese von Minister Einem geplante Maßnahme würde unser Unternehmen und den Standort Graz in Frage stellen. Etwa 14,5 Milliarden Schilling Exportleistung von EUROSTAR allein und etwa 6.000 Arbeitsplätze stehen direkt und sofort auf dem Spiel."

"Die Wirtschaftskammer hat alle ihre Mitglieder umfassend über diese sinnlose Maßnahme von Minister Einem informiert und sie aufgefordert, sich direkt an den Minister zu wenden, da dieser für den entstehenden Schaden die volle Verantwortung zu tragen hat," sagte Maderthaner abschließend.

"Einem hat sich verhalten wie der schlimmste Diktator im tiefsten Afrika. Er hat kein Begutachtungsverfahren durchgeführt und seine Verordnung zu nachtschlafener Zeit um 23.50 Uhr auf Ö1 verkündet," kritisierte Fachverbandsvorsteher Adolf Moser und kündigte einen Individualantrag beim Verfassungsgerichtshof an, um diese Verordnung auf Rechtssicherheit zu prüfen.

Autobahnbaustellen müßten 24 Stunden lang, sieben Tage pro Woche in Betrieb sein, um Staus zu verhindern, forderte OMV-Generaldirektor Richard Schenz. Diese Verordnung führe jedoch dazu, daß nicht einmal Bitumen rechtzeitig angeliefert werden könnte. Auch bei der Versorgung von Tankstellen käme es zu unabsehbaren Verzögerungen. "Das ist eine Attacke auf die Wirtschaft Österreichs, damit würden wir im Wirtschafts-Konkurrenzkampf mit den anderen EU-Ländern hoffnungslos ins Hintertreffen geraten," warnte der OMV-Generaldirektor und forderte ebenfalls eine Rücknahme dieser skandalösen Verordnung des Verkehrsministers.
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