Bundesarbeitskammer (4): Jugendliche brauchen Recht auf Ausbildung

Leitantrag zur Bildungspolitik: für Berufsfachschulen, gebührenfreie Kollegs zur Weiterbildung, gegen Schulgeld und Studiengebühren

Linz (OTS) – Die Jugendlichen müssen ein einlösbares Recht auf Bildung und Ausbildung bekommen, die Chancen von Berufstätigen zur Weiterbildung müssen verbessert werden – und es darf nicht zur Einschränkung des Zugangs zum öffentlichen Schul- und Hochschulwesen kommen: Das fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer in einem Leitantrag zur Bildungspolitik. Sie verlangt die Weiterführung der im Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung (NAP) vorgesehenen Maßnahmen und die Einführung von Berufsfachschulen als dauerhafte Alternative in der Jugendausbildung, wenn die Unternehmer weiterhin zuwenige Lehrstellen schaffen, fordert gebührenfreie Kollegs zur Weiterbildung für Berufstätige - und lehnt Schulgeld und Studiengebühren an öffentlichen Schulen und Hochschulen entschieden ab. Die Förderung von SchülerInnen, StudentInnen und insbesondere von Berufstätigen durch Schulbeihilfen und Stipendien soll verbessert werden. ****

"Lebens- und Berufschancen werden in unserer Gesellschaft unter anderem durch das erreichte Bildungsniveau bestimmt", heißt es im Leitantrag der Hauptversammlung der Bundarbeitskammer zur Bildungspolitik. Die Forderungen:

+ Die Unternehmer bilden Jahr für Jahr weniger Lehrlinge aus – trotz zahlreicher Erleichterungen und finanzieller Zuwendungen in Millardenhöhe. Deshalb sollen aus den neuen, im Auffangnetz für Jugendliche erprobten Ausbildungsformen dauerhafte Alternativen entwickelt werden: In Weiterentwicklung der NAP-Berufslehrgänge sollen die Jugendlichen eine stark praxisorientierte Berufsausbildung an Berufsfachschulen bekommen, die an den Berufsschulen eingerichtet werden sollen.

+ Berufstätige, die sich weiterbilden wollen, müssen derzeit für Vorbereitungskurse auf den Hauptschulabschluß oder die Berufsreifeprüfung selber zahlen. Die Bundesarbeitskammer verlangt Kollegs an öffentlichen Schulen, wo Berufstätige jeden Abschluß bis zur Matura gebührenfrei machen können.

+ Die Bundesarbeitskammer lehnt Schulgeld und Studiengebühren an öffentlichen Schulen und Hochschulen ab.

+ Schul- und Studienbeihilfen sollen laufend an die steigenden Lebenshaltungskosten angepaßt werden. Die Selbstbehalte bei der Schulbuchaktion und der Schülerfreifahrt sind abzuschaffen.

+ Für alle Schulformen fordert die Bundesarbeitskammer, daß Schüler mit einem Nichtgenügend automatisch aufsteigen können. An den berufsbildenden Schulen muß die Ausfallsquote erheblich reduziert werden. Die Bundesarbeitsarbeitskammer fordert, daß für eine ausreichende Zahl von Schulplätzen an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen gesorgt wird. Durch Unterricht in Lernmodulen soll erreicht werden, daß nicht eine ganze Klasse wiederholt werden muß, wenn Schüler ein Fach negativ abgeschlossen haben

+ Beim Ausbau der Fachhochschulen müssen mehr Angebote für Berufstätige geschaffen werden. Frauen und Berufstätige sowie Studierenden ohne Matura mit hervorragenden beruflichen Qualitäten sollen einen leichteren Zugang zu Fachhochschulausbildungsgängen bekommen.

+ Bei der Neugestaltung des Studienbetriebs an den Unis muß durch ausreichende Angebote dafür gesorgt werden, daß die vorgeschriebene Studiendauer tatsächlich eingehalten werden kann . Auch ist eine Verkürzung der tatsächlichen Studiendauer dringend notwendig.

+ Neue, kürzere Bachelor-Studiengänge sollen vom Wissenschaftsministerium nur dort genehmigt werden dürfen, wo es auch Berufschancen für Absolventen dieser Studien gibt – und es darf keine Zugangsbeschränkungen zum Master/Magister-Studium durch ein einjähriges Pflichtarbeitsjahr geben.

+ Abschlüsse von berusbildenden höheren Schulen sollen auf Fachhochschulstudiengänge und ein Uni-Studium (Baccalaureat) angerechnet werden.

+ Fachhochschulstudiengänge sollen auch im Sozial- und Gesundheitsbereich eingerichtet werden - und Fachhochschulabschlüssen müssen im öffentlichen Dienst als A-wertig anerkannt werden.

+ Die Bundesarbeitskammer fordert auch verstärkte finanzielle Ausstattung der Erwachsenenbildung sowie Verbesserungen beim
Zugang und der Durchführung der Berufsreifeprüfung. Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung und die Prüfung selbst sollen gebührenfrei möglich sein.

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