AK Tumpel: Mehr Flexibilität zugunsten der Arbeitnehmer

Unterstützung für die Anliegen berufstätiger Eltern

Linz (OTS) - Vollen Einsatz für die Verbesserung der Situation berufstätiger Eltern - das bezeichnete AK Präsident Herbert Tumpel auf der heute, Freitag, in Linz tagenden Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer als seinen persönlichen Schwerpunkt in der nächsten Zeit. Dazu gehörten mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen, Erleichterungen für den Wiedereinstieg nach der Karenz und mehr Mitgestaltungsrechte der Eltern bei ihrer Arbeitszeit. Die Unternehmen seien gefordert, die Arbeitsplätze elternfreundlich zu gestalten. "Wir wollen Flexibilität bei der Arbeitszeit zugunsten der Arbeitnehmerinnen haben", so Tumpel. ****

"Arbeit schaffen, Arbeit schützen" sei der Generalauftrag an die Arbeiterkammer, erklärte Tumpel in seiner Rede vor der heute stattfindenden Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer. Tumpel zählte eine Reihe von Fortschritten in der Beschäftigungspolitik auf, "die allesamt auf Forderungen der Arbeitnehmervertretungen zurückgehen, und zu denen wir wesentliche Beiträge geleistet haben": Der Nationale Beschäftigungspakt (er müsse jetzt auch in allen Bundesländern umgesetzt werden), das Auffangnetz für Lehrlinge (es wirke, jetzt müßten aber die Unternehmen auch endlich Lehrlinge aufnehmen), der Pakt für Ältere (und als nächstes müssen die Vorurteile gegen sogenannte ältere Arbeitnehmer, sie seine zu teuer, zu oft krank, zu wenig bildungsbereit abgebaut werden).

Die österreichische Wirtschaft stehe hervorragend da, der Wirtschaftsstandort Österreich sei im internationalen Vergleich sehr attraktiv. Hart kritisierte Tumpel die Wirtschaft, die "trotz der guten Situation nur Nein sage zu sozialpolitischen Fortschritten". So blockiere die Wirtschaft unter anderem das
Gesetz gegen die organisierten illegalen Schwarzunternehmen, Verbesserungen der Mitbestimmungsrechte oder die Gleichbehandlung der Arbeiter. "Die Arbeitnehmer wollen aber ihren Anteil an der hervorragenden Wirtschaftsentwicklung", so Tumpel.

Elternpaket
Als seinen persönlichen Schwerpunkt der nächsten Zeit bezeichnete Tumpel die Umsetzung eines "Elternpaketes". Eltern kleiner Kinder hätten zunehmend Probleme, Beruf und Familie zu vereinbaren. Besonders die berufstätigen Frauen würden darunter leiden, der Wiedereinstieg nach der Karenz sei ihnen oftmals unmöglich, weil die Unternehmen zu wenig Rücksicht auf Eltern nehmen, und die öffentliche Hand zu wenig oder zu wenig passende Kinderbetreuungseinrichtungen anbiete. Konkret fordert Tumpel
+ mehr und bessere Kinderbetreuungseinrichtungen, mit an den
Bedarf berufstätiger Eltern angepaßten Öffnungszeiten. Gefordert seien hier neben dem Bund vor allem Länder und Gemeinden. Es zeige sich, daß die Erwerbsbeteiligung der Frauen in den einzelnen Ländern eng mit der Qualität der Kinderbetreuung zusammenhänge,
+ mehr Kinderbetreuungseinrichtungen in den Betrieben,
+ die Unternehmen müßten endlich erkennen, daß sie "elternfreundliche Arbeitsplätze" anbieten müssen. Dazu gehöre ein Recht berufstätiger Eltern auf familienfreundliche Arbeitszeiten, auf Mitsprache bei Lage und Umfang der Arbeitszeit, bis hin zu
einem Recht auf Teilzeit für einige Jahre. Während der Karenz müssen ArbeitnehmerInnen besser über das Geschehen im Betrieb informiert werden und in betriebliche Weiterbildungsangebote einbezogen werden.

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