Greenpeace warnt: Kontrollen ignorieren gefährliche Umweltgifte in Futtermitteln

"Nur umfassende Analysen schützen vor weiteren Giftskandalen"

Wien (OTS) - Greenpeace wandte sich heute in offenen Briefen an Landwirtschaftsminister Molterer und Konsumentenschutzministerin Prammer mit der dringenden Aufforderung endlich umfassende Umweltgift-Analysen in Futter- und Lebensmitteln zu veranlassen. Greenpeace warnte davor, daß neben den allseits bekannten Dauergiften Dioxin und PCBs (polychlorierte Biphenyle) noch eine Reihe anderer gefährlicher Schadstoffe in Umwelt und Nahrungskette nachweisbar sind, die vom derzeitigen Analysenplan vollständig ignoriert werden. Dazu zählen insbesonders eine Reihe von chemischen Flammhemmern wie Chlorparaffine und polybromierte Biphenyle (PBBs).

"Es ist unververantwortlich, daß nicht alle wichtigen Dauergifte regelmäßig analysiert werden. Bis zum Auffliegen des belgischen Dioxinskandals wurden von den österreichischen Behörden überhaupt keine routinemäßigen Tests auf langlebige Umweltgifte durchgeführt. Nun tut Minister Molterer so als gäbe es nur Dioxin und PCBs als Schadstoffe in Futtermitteln," kritisiert Greenpeace-Chemiker Dr. Thomas Belazzi. "Greenpeace fordert, daß solche umfassenden Tests sofort in Auftrag gegeben werden."

Chemische Flammhemmer werden in verschiedenen Elektronikprodukten wie Computern, Telefonen, Fernseh- und Haushaltsgeräten und Autos zur Verringerung der Brennbarkeit des Kunststoffs eingesetzt. Es handelt sich dabei um Chlorverbindungen (insbes. Chlorparaffine) und bromierte Flammschutzmittel wie polybromierte Biphenyle (PBBs). Diese sind - wie Dioxin und PCBs- gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien. Sie reichern sich als stark fettlösliche Chemikalien über die Nahrungskette an und sind schwer abbaubar. Sie können Krebs auslösen, das Hormonsystem schädigen und Hirnschäden verursachen. Sie sind in Flußsedimenten, Hausstaub, Meerestieren bis zur menschlichen Muttermilch (und dort in steigenden Konzentrationen) nachweisbar. In den USA gab es in den 70er Jahren bereits einmal einen PBB-Futtermittelskandal, wo dann u. a. 1,5 Millionen vergiftete Hühner "entsorgt" werden mußten. Jene Konsumenten, die damals die PBB-verseuchten Lebensmittel aßen, leiden heute unter stark erhöhten Krebsraten.

"Die Behörde darf die Greenpeace-Warnungen nicht weiter ignorieren und eine umfassende Untersuchung von Futtermitteln und Lebensmitteln verweigern," betonte Belazzi. "Diese gefährlichen chemischen Dauergifte sind überall nachweisbar. Die Behörde muß mit regelmäßigen Überprüfungen den Schutz der Konsumenten sicherstellen. Es darf auf keinen Fall zu einem weiteren Giftskandal kommen!"

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