Stummvoll: Hände weg von der Meisterprüfung!

OECD-Bericht bestätigt, daß berufsqualifizierende Ausbildung Insolvenzquote bei Handwerksbetrieben stark nach unten drückt

pwk - Nun hat auch die sehr wirtschaftsliberale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Länderbericht zu Österreich bestätigt: ****

* daß sich der Prozeß der Unternehmensgründungen in Österreich zuletzt deutlich beschleunigt hat;

* daß von den neu gegründeten Betrieben deutlich mehr wirtschaftlich überleben als in Europa oder den Vereinigten Staaten;

* daß diese hohe Überlebensquote unter anderem auf die gute Ausbildung zum Selbständigen im Rahmen der Gewerbeordnung zurückzuführen ist und

* daß die duale Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen eine auch international herzeigbare Erfolgsstory ist.

Günter Stummvoll, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, erwartet nun, "daß die unqualifizierten Angriffe auf die Gewerbeordnung und die duale Lehrlingsausbildung endlich eingestellt werden. Ich sage ganz klar: Wir werden die Meister und die Meisterprüfung gegen alle Angriffe verteidigen. Wir lassen nicht zu, daß diese qualitätsorientierte Ausbildung im Interesse der Konsumenten, der Lehrlinge und der Überlebensfähigkeit der Betriebe kaputt gemacht und abgeschafft wird".

Stummvoll verweist dabei auf eindeutige Aussagen im OECD-Länderbericht, wo es heißt:

*... lassen die verfügbaren Belege insgesamt darauf schließen, daß Österreich durch eine niedrige Gründungs- und hohe Überlebensquoten charakterisiert ist.(...)Selbst unter Berücksichtigung der unterschiedlichen konzeptionellen Systeme erscheint die Überlebensquote in Österreich international gesehen hoch, insbesondere über einen Fünfjahreszeitraum hinweg betrachtet."

* "Einer der Gründe für die relativ hohe Überlebensquote hängt damit zusammen, daß zahlreiche Firmen von Handwerksmeistern ins Leben gerufen werden, die nur geringe Mißerfolge zu verzeichnen haben. Die Gründe dafür dürften wiederum die relativ lange berufsqualifizierende Ausbildung sowie die größeren Markt- und Verwaltungskenntnisse dieser Unternehmensgründer sein."

* "Wenngleich die Unternehmensgründungsquote unter der anderer Länder liegt, hat sich der Prozeß der Unternehmensgründungen beschleunigt. Die detaillierteste bisher durchgeführte Studie deutet auf eine 50-70-prozentige Zunahme der Unternehmensgründungen im Vergleich zu 1990 hin.(...) Die wachsende Gründungsdynamik schlägt sich auch in der zunehmenden Zahl Selbständiger nieder."

* "Wie im Wirtschaftsbericht Österreich 1998 dargelegt wurde, ist die Anpassung der Ausbildungsverordnungen für Lehrberufe an die neuen Bedürfnisse eine entscheidende Voraussetzung für die Modernisierung des bisher erfolgreichen österreichischen dualen Ausbildungssystems. Die Bemühungen um eine Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung wurden 1998 fortgesetzt, und eine erste Evaluierung deutet darauf hin, daß die Bewerbungen um Ausbildungsplätze in neuen Berufsfeldern offenbar sehr zahlreich sind."

Stummvoll ist auch sehr zufrieden, daß die wirklichen Hemmnisse für Unternehmensgründungen im OECD-Bericht aufgelistet werden:
Kapitalmangel, administrative Belastungen, mangelnde Nachfrage, geeignete Geschäftslokale. Erst danach rangieren Klagen über mangelnde Gewerbeberechtigungen. Als bedeutend ortet der OECD-Bericht aber auch die Risikoscheu der Österreicher: "Risikoscheu ist einer der bestimmenden Faktoren für die Einstellung der Öffentlichkeit zu unternehmerischer Tätigkeit." Dies alles, so Stummvoll, bestätige die bisherigen Aussagen der Wirtschaftskammer und die Forderungen, dagegen etwas zu unternehmen.

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