Heimgekehrte Kosovo-Flüchtlinge bringen Hilfe in Gang

Wiener Caritas-Partner beginnen mit Wiederaufbau

Wien (OTS) - "Ich bin beeindruckt, wie schnell die Hilfe im Kosovo wieder in Gang kommt. Unsere Partner von der Mutter Teresa-Vereinigung leisten mit viel Geschick und Improvisationstalent Unglaubliches. Viele Rückkehrer sagen, daß das Engagement der Caritas-Partner, die selbst gerade erst zurückgekehrt sind, ihnen viel Kraft und Hoffnung gibt," berichtet der Wiener Caritasdirektor Michael Landau.

"Vier Zweigstellen der Mutter Teresa-Vereinigung in Prishtina und die Poliklinik sind schon wieder in Betrieb, ein Depot von 500 m² ist vorhanden, das große Zentrallager ist jedoch zerstört und geplündert. Das Hauptbüro ist leer, aber schnell wieder in Betrieb zu setzen. " Laut Auskunft der Kosovo-Verantwortlichen der Caritas Wien, Marion Feik, werden innerhalb der nächsten Woche mehr als 25 Zweigstellen wieder funktionieren. Ein Großteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich einerseits im Kosovo versteckt hielten oder bereits zurückkehrten, organisieren sich und beginnen mit der Arbeit. " Täglich kehren tausende Vertriebene zurück. Das Leben scheint sich zu normalisieren. Abseits der Hauptstraßen ist die Minengefahr groß. Auch wenn jetzt eine vorsichtige Positivstimmung herrscht, wird noch viel Leid und Elend zum Vorschein kommen," sagt Marion Feik. Gestern wurden Lebensmittelkonvois der Mutter Teresa-Vereinigung unter UNHCR Schirmherrschaft in den Kosovo gebracht und die ersten Programme für den Wiederaufbau von Privatunterkünften definiert.

Die Caritas Wien schickt laufend über Mazedonien Lebensmitteltransporte in den Kosovo. 1999 haben bereits 53 Hilfskonvois der Wiener Caritas Notleidende im Krisengebiet erreicht. In Zusammenarbeit mit der Caritas Belgrad und mit der orthodoxen Kirche ist auch Hilfe für serbische Flüchtlinge geplant. Rund 27 Millionen Schilling hat die Caritas Wien seit Anfang des Jahres für Flüchtlinge im Kosovo, in Mazedonien und in Albanien aufgewendet. Für die nächsten drei Monate hat die Caritas Wien für zurückgekehrte Kosovo-Flüchtlinge Hilfe im Wert von weiteren acht Millionen Schilling vorgesehen.

Schwerpunkt der Wiener Caritas ist neben der Hilfe für Rückkehrer in den Kosovo die Versorgung von Flüchtlingen in Westmazedonien, die bei Familien untergebracht sind. In Zusammenarbeit mit der moslemischen Hilfsorganisation El Hilal, der Liga albanischer Frauen und der Mutter Teresa-Vereinigung werden zehntausende Flüchtlinge in Mazedonien betreut.

Die Caritas Wien arbeitet sei neun Jahren mit der Mutter Teresa-Vereinigung, dem einzigen rechtlich registrierten humanitären Verein im Kosovo, zusammen. Der Verein hatte sehr schnell eine ausgezeichnete Verteilungsstruktur mit 44 Zweigstellen und 650 Verteilungspunkten aufgebaut. Über dieses Netz wurden von Wien geschickte Hilfsgüter (Lebensmittel, Bekleidung, Schulartikel) durch 7000 ehrenamtliche Mitarbeiter verteilt. Ausschlaggebend ist die Not der Menschen, nicht Religion oder ethnische Zugehörigkeit. Da der Großteil der albanischen Bevölkerung von der Sozialversicherung ausgeschlossen war, bot der Verein in 92 Ambulanzen medizinische Basisleistungen mit kostenloser Medikamentenausgabe an. In Prishtina gibt es eine Poliklinik mit Fachärzten sowie ein seit 1996 errichtetes und von der Caritas Wien finanziertes Entbindungsheim mit 12 Betten. Vor dem Krieg gab es täglich fast 30 Geburten.

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