Dörfler fordert offensive Strategie für Postkonzern

Gleiche Bedingungen für alle Anbieter

Wien (GPF/ÖGB). Eine offensive Strategie erwartet sich der Vorsitzende der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF), Hans-Georg Dörfler von der Chefetage des Post und Telekom Konzerns. So könnten durch die Erschliessung neuer Geschäftsfelder Arbeitsplätze abgesichert werden, so Dörfler bei einer Pressekonferenz des neu gewählten Gewerkschaftspräsidiums. ++++

"Wir sind nicht mit Blindheit geschlagen. Daher stellen wir uns auch dem Wettbewerb. Allerdings brauchen wir dafür faire Rahmenbedingungen die für alle Anbieter gleiche Voraussetzungen schaffen", forderte Dörfler. Dies gelte auch für die kommende Liberalisierung des Bereiches der gelben Post. Für den Bereich des Postautodienstes kann er sich Kooperationen mit anderen Firmen im Bereich der Wartung oder eine Zusammenarbeit mit Reisebüros und Speditionen vorstellen. Auch bei den Postämtern könnten durch neue Angebote Arbeitsplatzverluste verhindert werden. Dörfler: "Ein Postämtersterben wird es nicht geben."

Hans Billeth erinnerte daran, dass die sogenannten alternativen Anbieter im Telekom-Bereich "keine Neuankömmlinge, sondern Tochtergesellschaften der größten europäischen Anbieter sind." Er forderte daher eine Novellierung des Telekom-Gesetzes.

Zentralsekretär Randus stellte fest, dass sich auch die Gewerkschaft einem Wandel unterzogen hat. So sind neue Referate für die Bereiche Jugend, Pensionisten und Frauen zur Zielgruppenbetreuung vorgesehen. Gleichzeitig wurde, so Randus, vom Gewerkschaftstag eine Geschäftsordnung einstimmig beschlossen. Auf Grund der Ausgliederungen wurde zwar der Zentralvorstand der Gewerkschaft vergrössert und gleichzeitig ein Leitungsausschuss instaliert. Randus: "Damit können wir Entscheidungen rascher treffen und unsere Arbeit für die Mitglieder effizienter gestalten."

Johanna Skuk, Frauenreferentin im neu gewählten Gewerkschaftspräsidium, will ihren Kolleginnen eine Plattform zur Problemlösung bieten. So seien von der angestrebten Flexibilisierung der Arbeitszeiten Frauen besonders betroffen. Skuk: "Ich will die Frauen in unserer Gewerkschaft unterstützen und ihnen Mut zum Engagement machen."

Manfred Wiedner befürchtet, dass durch den Rückgang administrativer Arbeiten bei den Postämtern "nur mehr wenig Arbeit übrig bleibt" und Postämter zu einfachen Schalterstellen reduziert werden. Auch er forderte eine Novellierung des Telekom-Gesetzes, damit die alternativen Anbieter keine ungerechtfertigten Vorteile mehr haben.

Ing. Karl-Heinz Muik kritisierte, dass in den vergangenen Jahren viel schief gelaufen sei. Die Ausgliederung aus dem Staatshaushalt sei viel zu spät erfolgt. Während früher die Gewinne der Post direkt ins Budget geflossen seien, habe man die Post "mit einen Schuldenberg von 110 Milliarden Schilling in die Freiheit entlassen."

Manfred Schöndorfer meinte, dass die Gewerkschaft den Veränderungsprozess nicht der Unternehmensleitung überlassen dürfe. So müssten auch jene, die die Liberalisierung durchgedrückt haben, immer wieder ermahnt werden, die sozialialen Folgen, sowohl für die Kunden als auch für die Bediensteten zu mildern. Schöndorfer sprach sich auch dagegen aus, dass die Geschäftsführung immer wieder versuche, MitarbeiterInnen unter Frühpensionierungsdruck zu setzen. (ff)

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