Aktion Fairness: Verzetnitsch bringt Initiativantrag ein

Wirtschaft blockiert weiterhin Beseitigung arbeitsrechtlicher Unterschiede zwischen Arbeiter und Angestellten

Wien (ÖGB). "Wir lassen die 1,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Wirtschaftskammer nicht mehr länger hinhalten und daher bringe ich noch heute einen Initiativantrag im Parlament zur Umsetzung der ,Aktion Fairness’ ein." Das erklärte heute, Donnerstag, ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch beim Gewerkschaftstag der Gewerkschaft der Post und Fernmeldebdiensteten (GPF). ++++

Verzetnitsch bedauerte, dass die Wirtschaftskammer trotz langer
und intensiver Verhandlungen noch immer auf zwei Klassen von ArbeitnehmerInnen bestehe. Dabei habe sie offensichtlich auch die Rückendeckung der ÖVP. Der ÖGB-Präsident: "Wir haben Wege und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die den Arbeitnehmern endlich gleiche Rechte bringen und der Wirtschaft nichts kosten."

Der ÖGB setzt sich im Rahmen der Aktion Fairness dafür ein, dass die Rechte von ArbeiterInnen bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bei Dienstverhinderung sowie die Kündigungsfristen an die Rechte der Angestellten angeglichen werden. Verzetnitsch wies auch auf die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaften bei den Verhandlungen hin. "Aber abkaufen lassen
wir uns die Fairness nicht", stellte Verzetnitsch klar.

Daher habe man auch die Forderungen der Wirtschaftskammer nach der Verlegung von Feiertagen auf einen Sonntag, nach Verschlechterung des Urlaubsanspruches oder nach der Anrechnung von ärztlich verordneten Kuren auf den Urlaub als Austausch für die Fairness abgelehnt. "Solche Vorschläge sind weder neu noch besonders innovativ. Außerdem tragen sie nichts zur Weiterentwickung und Modernisierung unseres Sozialsystems bei", so der ÖGB-Präsident.

Das Konzept des ÖGB würde den Unternehmen nichts kosten. Da sich die Wirtschaftskammer trotzdem weigere, am Ende des 20.
Jahrhunderts Arbeiter gleich zu behandeln wie Angestellte, sind
nun die Parteien im Nationalrat am Wort. Verzetnitsch ist sich mit ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzenden der Fraktion Christlicher Gewerkschafter, Fritz Neugebauer, einig, der bei der Eröffnung des Gewerkschaftstages wörtlich erklärte: "Wir müssen uns der Macht bewusst sein, die wir als Bürger haben, wenn wir an Wahltagen Persönlichkeiten wählen, Parteien wählen, die durch Persönlichkeiten repräsentiert sind, die mit dem Wohl und Weh der unselbständig Erwerbstätigen nichts am Hut haben." Dazu Verzetnitsch: "Das entspricht der Tradition des ÖGB, jede Partei danach zu beurteilen, was sie bereit ist, für die arbeitende Bevölkerung zu tun." (ff/kr)

ÖGB, 17. Juni 1999 Nr. 298

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