LR Bauer: Neue Wege der Jugendwohlfahrt in den Landesjugendheimen

St. Pölten, (SPI) - "Die Jugendwohlfahrt sieht sich zunehmend steigenden Anforderungen gegenüber. Aufgrund sich rasch verändernder gesellschaftlicher Bedingungen benötigen immer mehr Menschen differente Angebote der Jugendwohlfahrt. Die Bedingungen des Aufwachsens für Kinder- und Jugendliche werden komplizierter. Dazu trägt auch in einem immer stärkeren Ausmaß die "Verstädterung" der Lebensumstände und -bedingungen der ländlichen Regionen bei. Probleme und Orientierungen von Jugendlichen, die wir vor wenigen Jahren nur aus den Ballungszentren vorgefunden haben, treten nun auch in den ländlichen Regionen auf", stellt Landesrat Dr. Hannes Bauer heute im Rahmen einer Pressekonferenz über neue Initiativen im Rahmen der Jugendwohlfahrt in NÖ fest.****

Die neuen Entwicklungen sind:
- Pluralisierung der Gesellschaft - Ausprägung unterschiedlichster Formen des familiären Zusammenlebens. Familiäre Großstrukturen sind auch in den ländlichen Regionen immer weniger zu finden.
- Zunehmende Erwerbs(-un)tätigkeit beider Elternteile
- Die neuen Freiheiten in der Lebensgestaltung
- Zunehmender Leistungsdruck in der Schule und beim Berufseinstieg
- Starke Orientierung im Rahmen der Konsumgesellschaft mit Problemen der Zuordnung von Wertigkeiten
- Veränderung der Arbeitswelt, Jugendliche mit körperlichen, geistigen und sozialen Defiziten sind als erster "Verlierer" dieser Entwicklungen

"Damit entsteht Orientierungs- und Perspektivenlosigkeit und ist auch die Zunahme an Gewalt, der Zulauf zu Sekten, Zuflucht zu Drogen erklärbar. Dies führt zu Entwicklungsanforderungen, für deren Bewältigung die Kompetenzen von Eltern und Personen des sozialen Umfeldes, von Kindern und Jugendlichen und auch die von den im Schulsystem tätigen Personen immer weniger ausreichen. Ziel einer Jugendwohlfahrt, die sich an den neuen Herausforderungen orientiert, muß also eine qualitativ hochwertige, lebensweltorientierte, ressourcenorientierte und kosteneffektive Jugendwohlfahrt sicherstellen, die negative soziale und gesellschaftliche Entwicklungsprozesse hintanhält und entsprechend auf die neuen Gegebenheiten eingeht", betont Bauer.

Schwerpunkte der kommenden Monate:

Verbesserung der Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen in den Landesjugendheimen sowie Beginn einer Qualifikationsoffensive durch Erhöhung der Grundqualifikation der Sozialpädagogen(innen) (Erzieher):

In einem ersten Schritt wurde der Ausbildungsstand der ErzieherInnen erhoben und darauf aufbauend zwei Ausbildungsschienen entwickelt, um berufsbegleitend eine sozalpädagogische Grundausbildung zu erhalten:
Berufsbegleitendes Kolleg für Sozialpädagogik, angeboten durch die BA in Baden, St. Pölten und Wien. Um auch Mitarbeitern ohne Matura den Zugang zu ermöglichen, wurde auf unsere Initiative ein eigener Kurs zur Erlangung der Studienberechtigungsprüfung von der BA für Sozialpädagogik ausschließlich für Erzieher in den Landesheimen ins Leben gerufen.
Entwicklung eines eigenen Curriculums für einen 3-semestrigen Lehrgangs an der LAK:
Wurde vom Arbeitskreis unter Einbeziehung namhafter Experten und Praktikern erarbeitet, soll praxisnah und nach neuesten Erkenntnissen grundlegende sozialpädagogische Fähigkeiten vertiefen. Anbieter:
Zentrum für Sozialpolitikforschung an der Landesakademie; Start für 25 Teilnehmer im Herbst.

Zusätzliche Angebote und Veränderungen in den Heimen:

  • Teilstationäre Angebote zur tageweisen Betreuung und Förderung von Kindern in Tagesgruppen
  • Verstärkung der Elternarbeit
  • Einrichtung von Arbeitstrainingsangeboten und Lehrstellenprojekten im Rahmen des NAP
  • EU-Austauschprogramm im NÖ LJH Korneuburg auch zum Kennenlernen anderer Länder und Kulturen
  • Aufbau eines neuen EDV- Systems in allen Heimen
  • Verstärkung der Zusammenarbeit mit privaten Trägern

Über das vielfältige und differenzierte Angebot der Landesjugendheime informiert eine neue Broschüre der Abteilung Heime. Diese Broschüre ist bei der Heim-Info-Line. 02742/200-6455 erhältlich.
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