Erste Hilfsflüge von Ärzte ohne Grenzen für den Kosovo Ärzte ohne Grenzen übernimmt medizinische Versorgung in West-Kosovo

Pristina/Wien (OTS) - Die ersten zwei Hilfsflugzeuge von Ärzte
ohne Grenzen für den Kosovo sind angekommen. Das erste, das vom Zentrallager von Ärzte ohne Grenzen in Bordeaux weggeschickt wurde, enthält Verbandszeug, Notfallkits, Decken, Zelte, Thunfisch und Bohnen, 15 Tonnen Hochenergieriegel, 2 Fahrzeuge und Telekommunikationseinrichtungen. Das zweite Flugzeug kam aus Brüssel, eine Antonov 124, das zweitgrößte Flugzeug der Welt. Es enthält zwei Lastwagen, einen Wassertank, eine mobile Krankenstation, zwei Fahrzeuge und 51 Tonnen chirurgisches und medizinisches Material bzw. Mittel zur Wasseraufbereitung.

Ärzte ohne Grenzen war die letzte Hilfsorganisation die den Kosovo verließ und die erste die zurückkam. Noch vor dem UN-Konvoi gelangten die ersten Hilfsteams von Mazedonien aus am vergangenen Samstag nach Pristina. Am Sonntag versorgten sie neben zahlreichen Minenopfern auch den verletzten deutschen Journalisten des Nachrichtenmagazins "Stern".

Mittlerweile sind vier Hilfsteams von Ärzte ohne Grenzen im Kosovo, eines in Pristina, eines in Prizren, eines in Djakovica und eines in Pec. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat Ärzte ohne Grenzen ersucht, die medizinische Leitung im Nordwesten und Südwesten von Pristina zu übernehmen. Die Teams konzentrieren sich vor allem auf die ländlichen Gebiete, die in den vergangenen Monaten keinerlei Versorgung hatten.

Vor zwei Tagen kam ein Team in Pec an. Sie fanden eine Geisterstadt vor. Der Leiter des Teams, Guillaume LeGalleis, verglich sie mit den zerstörten Gebieten Tschetscheniens. Mehr als 50 % der Infrastruktur ist zerstört. Das Krankenhaus ist intakt, aber fast leer: das Team fand zwei Krankenschwestern und drei Patienten vor.

Die Hilfsteams wurden vom lokalen Personal von Ärzte ohne Grenzen - soweit sie noch da waren - freudig empfangen. Ärzte ohne Grenzen war bereits vor den NATO-Bombardements eine der führenden Hilfsorganisationen im Land und betrieb u.a. mobile Kliniken, die in die Wälder und Dörfer fuhren und die Vertriebenen vor Ort behandeln konnten. Die dafür notwendigen Medikamentenlager sind großteils zerstört und müssen neu aufgebaut bzw. organisiert werden.

Achtung: Spendenkonto von Ärzte ohne Grenzen: PSK 930 40 950, Kennwort: Kosovo

Weitere Informationen bzw. Vermittlung von Interviews vor Ort:

Gabriele Faber-Wiener,
Pressesprecherin Ärzte ohne Grenzen Österreich,

Tel. 01/4097276-28 od. 0676/3127986

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