Gefahrgut-Schildbürgerstreich schadet Wirtschaftsstandort

Das Gefahrgut-Beförderungsverbot an Freitagen im Sommer ge- fährdet auch Versorgung der Tankstellen und den Straßenbau

Wien (PWK) - Als Schildbürgerstreich bezeichnet Roderich Regler, Leiter der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Österreich, das von Verkehrsminister Caspar Einem verhängte Fahrverbot für alle Gefahrgutbeförderungen in der Zeit vom 15. Juni bis 15. September an allen Freitagen schon ab 8 Uhr in der Früh auf allen wichtigen Autobahnen und Durchzugsstraßen. "Eine solche restriktive Regelung kann nicht mit den Erfordernissen des Ferienreiseverkehrs begründet werden", betont Regler. "Hier wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet." ****

Nachdem nun in den Sommermonaten alle Gefahrgutbeförderungen an Freitagen untersagt sind, müssen die erforderlichen Transporte und Lieferungen, die während der übrigen neun Monate an fünf Tagen abgewickelt werden, in dieser Zeit in nur vier Tagen erfolgen. Dies bringt nicht nur einen dichteren Gefahrgut-Verkehr an diesen Tagen, sondern zwingt die Unternehmungen dazu, ihren Fuhrpark mit Gefahrgut-Fahrzeugen nur für die drei Ferienmonate um 20 Prozent aufzustocken. Eine solche Vorgangsweise ist ausgesprochen wirtschaftsfremd. Auch der Straßenbau kommt damit an Freitagen zum Erliegen, da die Versorgung mit Bitumen nicht mehr möglich ist.

"Nachdem am Freitag in der Früh der Ferienreiseverkehr noch gar nicht begonnen hat, ist nicht einzusehen, warum hier der Wirtschaft durch ein solches Gefahrgut-Fahrverbot ein schwerer Schaden zugefügt wird", unterstreicht Regler. Die Verordnung bringt sogar eine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung, da am Freitag die unverzichtbaren Gefahrgut-Beförderungen vom hochrangigen Straßennetz auf niederrangigere Straßen abgedrängt werden, die durch Wohngebiete führen. "Schließlich sind Autobahnen viermal so sicher wie das sonstige Straßennetz", betont Regler.

"Auch für den Tourismus kann es zu erheblichen Problemen kommen, wenn die an den Hauptrouten des Fremdenverkehrs liegenden Tankstellen drei Tage lang nicht beliefert werden können. Es ist zu befürchten, daß dann Reisende am Sonntag mit leeren Tanks liegen bleiben." Auch die Versorgung bestimmter Regionalflughäfen mit Flugtreibstoff ist nicht mehr gesichert. All das wurde vom Verordnungsgeber offenbar nicht bedacht.

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